Trichterbrust bei Kindern
„Die Trichterbrust macht etwa 80 Prozent der Brustwanddeformitäten aus. Circa fünf von 1.000 Kindern sind davon betroffen, Jungen in der Regel dreimal häufiger als Mädchen", weiß Dr. Mastorakis. Die Ursache für die Entstehung einer Trichterbrust ist eine Störung im Wachstum des Rippenknorpels. In den meisten Fällen kommt die Erkrankung in der Pubertät zum Vorschein und verstärkt sich mit dem Wachstum der Jugendlichen.
Trichterbrust erkennen: Worauf sollte man achten?
„Eine Trichterbrust bei Kindern ist eine deutlich erkennbare anatomische Fehlstellung", so der Mediziner. „Charakteristisch dafür ist, dass das Brustbein nach innen steht, wodurch die vordere Brustwand die Form eines Trichters annimmt und eine auffällige 'Delle' in der Brust zu sehen ist." Eltern, die den Verdacht haben, dass ihr Kind davon betroffen sein könnte, sollten sich an den Kinder- oder Hausarzt wenden. Das gleiche gilt auch für Betroffene im Erwachsenenalter. Bestätigt sich die Vermutung, kann mittels einer Kernspin- oder Computertomografie das Ausmaß der Deformität erfasst werden.
Ist eine Trichterbrust gefährlich?
Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, wie stark die Einsenkung ausgeprägt ist. Oftmals machen sich die Symptome beim Sport bemerkbar, dabei klagen Betroffene über Atemnot. Dr. Mastorakis erklärt: „In schwereren Fällen belastet eine Trichterbrust den ‚Motor' des Körpers stark. Lunge und Herz müssen mit weniger Platz im Brustkorb zurechtkommen, das führt zu einem Sauerstoffmangel und damit zu einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit." Neben den medizinischen Aspekten spielt auch die psychische Belastung der meist jungen Patienten eine große Rolle. Häufig beeinträchtigt die Fehlbildung ihr Selbstwertgefühl.

Grundsätzlich ist eine Trichterbrust gut zu behandeln und es stehen verschiedene Therapien zur Verfügung: Krankengymnastik, eine Saugglockenbehandlung und operative Maßnahmen. Welche Behandlung sinnvoll und notwendig ist, hängt vom Patientenalter und Patientenwunsch sowie dem Schweregrad der Trichterbrust ab. Unser Experte Dr. Mastorakis bezieht dabei klar Stellung, wenn er meint: „Ich halte es für einen Mythos, dass die konservative Behandlung, also durch Physiotherapie oder mittels einer Saugglocke, bei einer ausgeprägten Trichterbrust helfen kann. Meiner Erfahrung nach kann man damit maximal einer diskreten Form der Erkrankung mit geringen Symptomen entgegenwirken. Auch die offene Operation zur Korrektur der Trichterbrust, bei welcher der Brustkorb geöffnet wird, halte ich für nicht effizient. Ich empfehle ganz klar das vermutlich schonendste OP-Verfahren: Die minimalinvasive Methode nach Nuss."
Trichterbrustoperation nach Nuss: Welche Vorteile bietet das minimalinvasive Verfahren zur Korrektur der Trichterbrust?
Die minimalinvasive Methode nach Nuss kann sowohl bei jüngeren Kindern als auch bei Erwachsenen angewendet werden. Etwa 60 Trichterbrustkorrekturen im Jahr werden in der Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie des Schwarzwald-Baar Klinikums vorgenommen. Der Vorteil für die Patienten? Der operative Eingriff ist vergleichsweise schonend und sicher. „Mittels zwei kleiner Schnitte wird eine Metallspange in den Brustkorb eingesetzt, welche die nach innen fallende Brustwand nach außen drückt. Diese bleibt für 18 bis 24 Monate im Körper, dann wird sie wieder herausgenommen. Quasi wie eine Zahnspange – nur für den Brustkorb", erklärt der Chirurg. Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten und ist mit einem fünf bis siebentägigen Krankenhausaufenthalt verbunden. Danach könne der Patient unmittelbar nach der Operation spürbar besser Luft holen, so Dr. Mastorakis.
Fakten zum Eingriff
Erfahrungsbericht Trichterbrust OP: Einmal quer durch Deutschland zur OP – warum lohnt sich das?
Die Patienten kommen aus einem weiten Umkreis zur Trichterbrustoperation nach Villingen-Schwenningen. Darunter auch Simon aus Hannover. Bereits im Alter von 13 Jahren wurde bei ihm eine Trichterbrust diagnostiziert. „Der Ausdauerlauf fiel mir schwer und ich hatte häufig Sodbrennen. Insgesamt habe ich mich einfach nicht gut gefühlt und mich für die Trichterbrust geschämt“, erzählt Simon. „Zuerst hatten wir es mit einer Saugglocken-Therapie probiert, aber das hat nicht geklappt. Daher haben meine Eltern und ich entschieden, die Trichterbrust Operation zu machen.“ Simons Mutter ergänzt: „Wir haben nach einem Spezialisten gesucht und wurden dann hier am Schwarzwald-Baar Klinikum fündig. Nach einer ersten Vorstellung bei Dr. Mastorakis konnten wir zeitnah einen OP-Termin vereinbaren. Wir sind sehr froh, dass der Eingriff gut verlaufen ist und fühlen uns auf der Kinder- und Jugendstation des Schwarzwald-Baar Klinikums rundum wohl. Den langen Anfahrtsweg quer durch Deutschland würden wir dafür jederzeit wieder in Kauf nehmen.“
Jetzt Termin für eine spezialisierte Diagnostik und Beratung in der Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie am Schwarzwald-Baar Klinikum vereinbaren (Tel.: +49 7721 93-4690; E-Mail: kch@sbk-vs.de).

Dr. Mastorakis mit zwei seiner Patienten:
Simon aus Hannover und Kian aus Köln kamen beide zur Trichterbrustoperation ans Schwarzwald-Baar Klinikum nach Villingen-Schwenningen.
Unser Experte:
Dr. med. Avraam Mastorakis
Direktor der Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie
Facharzt für Kinderchirurgie
Zur Fachklinik:
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Abteilung Kinder- und Jugendchirurgie
Mehr über das Krankheitsbild erfahren:
Zur Trichterbrust
Kontakt:
Schwarzwald-Baar Klinikum
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Abteilung Kinder- und Jugendchirurgie
Dr. med. Avraam Mastorakis
Klinikstraße 11
78052 Villingen-Schwenningen
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