22/07/2026
Frauenklinik überzeugt durch Wissen und Erfahrung
Ärzte aus ganz Deutschland lernen „da Vinci“-Operationen in Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen. Von der Expertise in Sachen robotergestützte Chirurgie profitieren nicht nur die Patientinnen des Schwarzwald-Baar Klinikums: Neu ist, dass die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Schwarzwald-Baar Klinikum auch spezielle Trainingsprogramme für angehende Operateure aus ganz Deutschland anbietet. Das vorhandene Wissen und die langjährige Erfahrung überzeugten den Hersteller des OP-Roboters so sehr, dass eine Ausbildungskooperation geschlossen wurde. Als Spezialist für die Eingriffe mit dem „da Vinci“-Roboter gibt Dr. med. Markus Keller, Leitender Oberarzt der Klinik, sein Wissen an andere Chirurgen weiter und hilft ihnen, das Verfah-ren zu erlernen. Dafür kommen jetzt regelmäßig Frauenärzte aus anderen Kliniken bundesweit ins Schwarzwald-Baar Klinikum.
In der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Schwarzwald-Baar Klinikum werden seit vier Jahren roboter-assistierte Eingriffe vorgenommen. Seit 2021 wurden mehr als 200 Patientinnen erfolgreich mit dem „da Vinci“ operiert. Dr. med. Markus Keller, Leitender Oberarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, betont: „In der Frauenheilkunde konnten wir davon profitieren, dass das Schwarzwald-Baar Klinikum bereits vor zehn Jahren in die roboter-assistierte Chirurgie investiert hat.“ Diese kam zu Beginn hauptsächlich in der Urologie zum Einsatz. Doch auch in der Frauenheilkunde besteht der hohe Anspruch darin, zukunftsweisende Techniken zum Wohle der Patientinnen einzusetzen.
Qualifikation als Kooperationspartner für TrainingsprogrammVon dem guten Ansehen der Fachklinik im Bereich Robotik zeugt jetzt auch die Zusammenarbeit mit dem Hersteller des OP-Roboters. Anfang 2026 qualifizierte sich die Frauenklinik als Partner für die Ausbildung angehender „da Vinci“-Operateure. Erst kürzlich wurden die Kooperationsverträge unterzeichnet – der Startschuss für ein spezielles Trainingsprogramm unter der Leitung von Dr. med. Markus Keller. Er erläutert: „Das Operieren mit dem ‚da Vinci‘ unterscheidet sich von herkömmlichen endoskopischen Verfahren und birgt ganz eigene Herausforderungen. Auch als fachkundiger Chirurg muss man die Methodik erstmal erlernen und ausreichend Erfahrungen mit der Robotik sammeln.“ Gynäkologen aus ganz Deutschland kommen daher an die Frauenklinik, um die Eingriffe von Dr. med. Markus Keller mit dem „da Vinci“ als Gast zu verfolgen. Darüber hinaus fährt der Operateur auch in andere Kliniken und hilft vor Ort, das OP-Verfahren zu etablieren oder leitet die dortigen „da Vinci“-Anwender bei komplexen Eingriffen an.
Geballtes Knowhow und Erfahrung bei komplexen EingriffenOb bei Endometriose, Gebärmutterkrebs oder Senkung der Beckenorgane – die Bandbreite an chirurgischen Eingriffen in der Frauenheilkunde, die mit dem OP-Roboter erfolgen können, ist groß. „In der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Schwarzwald-Baar Klinikum operieren wir hauptsächliche komplexe onkologische Fälle mit dem ‚da Vinci‘“, erklärt Dr. med. Markus Keller. Beispielsweise wenn Patientinnen an Gebärmutterkrebs leiden und zusätzlich von starkem Übergewicht betroffen sind. Diese Patientinnen haben ein hohes Risiko für Wundheilungsstörun-gen – und genau hier bringt die Arbeit mit dem OP-Roboter Vorteile.
Mehrwert des „da Vinci“„Das roboter-assistierte OP-System ermöglicht punktgenaues Operieren, wodurch die Blutungsrisiken deutlich sinken“, erklärt der Experte. „Gleichzeitig verkürzen sich postoperative Schmerzen sowie die Erholungszeiten erheblich und die Komplikationsrate ist extrem niedrig.“ Und auch für die Operateure selbst birgt ein roboter-assistierter Eingriff Vorteile aus ergonomischer Sicht: Ermüdungserscheinungen in Armen und Händen bleiben aus. Das wirkt sich positiv auf die Behandlungsqualität aus.
Wie kann man sich einen roboter-assistierten Eingriff vorstellen?Der „da Vinci“-Roboter ist mit mehreren hochbeweglichen Instrumenten und einer 3D-Optik ausgestattet. Im ersten Schritt werden die Operationsinstrumente durch kleine gewebs- und nervenschonende Schnitte in den Bauchraum der Patientin eingeführt. Während der Operation sitzt der Operateur dann an einer Konsole neben dem OP-Tisch und steuert den OP-Roboter – unter anderem auch mit Pedalen.
Bild:Dr. med. Markus Keller an der Konsole des „da Vinci“-OP-Roboters.
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