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Spezielle Krankheitsbilder

KRANKHEITSBILDER
... auf die wir uns konzentriert haben.

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Arterielle Durchblutungsstörungen (pAVK)

Krankheitsbild/Definition
Unsere Schlagadern transportieren mit Sauerstoff angereichertes Blut vom Herzen in alle Körperbereiche. Mit jedem Herzschlag werden die Schlagadern dabei unter Druck gesetzt und gedehnt. Ihre Elastizität sorgt dafür, dass auch in der Erschlaffungsphase des Herzrhythmus der Blutdruck aufrechterhalten wird und Blut weiter in den Adern fließt.

Dieser Vorgang führt natürlicherweise zu einem Verschleiß der Blutgefäße. mit Verkalkung (Arteriosklerose). Beschleunigt wird dieser natürliche Alterungsprozess durch Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Zuckerkrankheit, Bewegungsmangel. Wenn die Veränderungen der Blutgefäße durch Engstellen (Stenosen) oder Verschlüsse zu einem Blutmangel in den von ihnen versorgten Körperregionen führen, spricht man von einer arteriellen Durchblutungsstörung.

Beschwerden
Typischerweise kommt es zunächst zu Beschwerden unter Belastung, im Falle der Beinschlagadern z.B. zu ziehenden, zunehmend stärker werdenden Schmerzen beim Gehen, die schließlich zum Stehen bleiben zwingen und dabei wieder abklingen (Schaufensterkrankheit, Claudicato intermittens). Ohne Behandlung in diesem Stadium kann das Fortschreiten der Erkrankung die Ernährung des Gewebes gefährden; es kommt zu Ruheschmerzen und zum Absterben von Gewebe, oft ausgelöst durch Bagatellwunden, die nicht mehr verheilen.

Auch andere Erkrankungen können im Ergebnis zum gleichen Bild führen. So können Gefäßverschlüsse auch bedingt sein durch verschleppte Blutgerinnsel (Embolien) z.B. aus dem Herzen. Gefäßentzündungen, Bindegewebserkrankungen und Gefäßanomalien können ebenfalls zu ähnlichen Krankheitsbildern führen.

Untersuchungsmöglichkeiten (Diagnostik)
Um zwischen den oben genannten unterschiedlichen Erkrankungen zu unterscheiden und das Ausmaß sowie die genaue Lokalisation von Gefäßveränderungen festzustellen, stehen in unserem Klinikum in Zusammenarbeit mit der Röntgenabteilung verschiedene Untersuchungsmethoden zu Verfügung:

  • Befragung (Anamnese) und körperliche Untersuchung liefern die Basisinformationen und ermöglichen oft bereits ein Eingrenzen der Möglichkeiten zu einer Verdachtdiagnose.
  • Verschiedene Arten von Ultraschalluntersuchungen (Dopplersonografie, Duplex- und Farbduplexsonografie) ermöglichen oft bereits eine genauere Lokalisation von Engstellen oder Verschlüssen, in manchen Fällen sogar eine abschließende Diagnosestellung.
  • Zur genauen Therapieplanung sind häufig Röntgenuntersuchungen in Form einer Gefäßdarstellung mit Kathetern und Kontrastmittel (Digitale Subtraktionsangiographie, kurz: DSA) oder mittels Computertomographie notwendig. Diese Technik kann heute in manchen Fällen durch die nicht mit Strahlenbelastung verbundene Angio-Magnetresonanztomographie ersetzt werden.

Unter diesen Untersuchungsmöglichkeiten wählen wir nach der körperlichen Untersuchung und ggf. Laboruntersuchung die für Sie am besten geeignete Methode aus.

Therapie
Die Behandlung von Engstellen oder Verschlüssen am Gefäßsystem hängt stark von Lokalisation und Ausmaß der lokalen Gefäßveränderungen, dem Zustand des gesamten Gefäßsystemes, schon vorhandenen Gewebsschäden an der betroffenen Gliedmaße, dem angestrebten Mobilitätsgrad und der Art der Beleiterkrankungen ab. Deshalb wird für Sie als  Patienten ein speziell auf Sie zugeschnittenes Behandlungskonzept erstellt und mit Ihnen abgestimmt.

Folgende Behandlungsmöglichkeiten stehen dabei zu Verfügung und kommen alleine oder in Kombination zur Anwendung:

  • Gehtraining führt bei manchen Formen von Gefäßverschlüssen durch Bildung von natürlichen Umgehungskreisläufen und besserer Sauerstoffausnutzung zu weitgehender Beschwerdefreiheit und kann in solchen Fällen eine operative Behandlung vermeiden oder hinauszögern.
  • Aufdehnung von Engstellen durch Ballonkatheter in örtlicher Betäubung (PTA), ggf mit Implantation eines Kleinen Drahtgitter-Röhrchens (Stent) zum offen halten der Engstelle.
  • Auflösungsbehandlungen über Katheter in Lokalanästhesie bei Gefäßverschlüssen (Lyse-Therapie)
  • Entfernen von verschleppten Blutgerinnseln mit Ballonkathetern über Gefäßeröffnungen in Lokalanäthesie oder Narkose (Embolektomie)
  • Operatives Ausschälen von Gefäßwandverkalkungen zur Beseitigung von Engstellen oder Verschlüssen mit Einnähen eines "Streifens" aus Venenwand oder Kunststoff zur Wiederherstellung des natürlichen Gefäßdurchmessers. (Thrombendarteriektomie kurz: TEA)
  • Umgehungs-Operationen mit körpereigenen Vene oder mit Kunststoffröhren bei längerstreckigen Gefäßveränderungen (Bypass - Operation)
  • bei sehr ausgeprägten Gefäßschäden, die eine operative Behandlung nicht mehr zulassen, stehen medikamentöse Infusionsbehandlungen (Prostavasin®-Therapie) zur Beschwerdelinderung zu Verfügung. Darüber hinaus ist in solchen Fällen die CT - gesteuerte Blockade von Nerven, die die kleinen Blutgefäße der Beine eng stellen, möglich (Lumbale Sympathikolyse).

Zusätzliche Therapie
Erkrankungen der Gefäße sind in vielen Fällen nicht auf eine Körperregion begrenzt. Bei Veränderungen an den Gliedmaßenarterien liegen von da her oft auch gefäßbedingte Erkrankungen an Herz, Nieren, und Gehirn vor. Aus jahrelanger Erfahrung heraus haben wir als Gefäßchirurgen einen Blick auch darauf. Enge und regelmäßige Zusammenarbeit mit entsprechend spezialisierten Kollegen vieler Fachrichtungen bietet Ihnen eine umfassende und sichere Behandlung.
Auch bei der Einstellung von Risikofaktoren sind wir gerne behilflich. Gemeinsam mit den Kollegen der Medizinischen Klinik können Blutzucker, Blutdruck und Blutfette ggf. neu eingestellt oder verbessert werden. Rauchen und Bewegungsmangel können wir allerdings nicht für Sie beenden.

A. carotis Stenosen (Einengungen der Halshauptschlagader)

Definition
Die A.carotis ist paarig angelegt. Die A.carotis communis (ACC) teilt sich in die A. carotis interna (ACI) und in die A.carotis externa (ACE) auf. Sie versorgen den Kopf mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die ACE versorgt überwiegend die Gesichtsmuskulatur mit Sauerstoff und Nährstoffen, die ACI das Gehirn. Beide Gefässe sind über Gefäßbrücken miteinander verbunden.

Beschwerden
Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Bei zunehmender Verengung, insbesondere der ACI, kommt es zu einer Minderdurchblutung einzelner Hirnareale mit Störung der Hirnfunktion und in schweren Fällen zum Absterben von Gehirnzellen mit Funktionsverlust, z.B einer Extremität bzw. einer ganzen Körperhälfte. Vorboten eines drohenden Schlaganfalls sind kurzfristige Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen auf einem Auge. Bildet sich eine Funktionsstörung innerhalb von wenigen Minuten komplett zurück, spricht man von einer transitorischischaemischen Attacke (TIA), dauert sie bis zu 24 Stunden von einem PRIND, bei länger bestehender Symptomatik von einem Apoplex (Schlagangfall). Gelegentlich gehen einem Apoplex unspezfische Symptome wie Unwohlsein und Kopfschmerzen voraus.

Diagnostik
Das Ausmaß von Gefässveränderungen im Bereich der Kopfes werden durch eine Röntgenuntersuchung oder durch eine farbkodierte Duplexuntersuchung (Ultraschall) dargestellt. Durch eine CT-Untersuchung des Kopfes können bereits minderdurchblutete Areale sicher dargestellt werden.

Therapie
Zur Vorbeugung eines Schlaganfalls besteht die Möglichkeit einer Operation der Halsschlagader.
Nach einem neurologischen Ereignis, einer höchstgradigen Stenose >80% der Halsschlagader oder einer raschen Progredienz (Fortschreiten) einer Stenose muss sie beseitigt werden. Dabei wird die Schlagader eröffnet und die verengenden Plaques ausgeschält und einmal direkt oder mit einem Flicken (Patch) wieder verschlossen. In ausgewählten Fällen besteht auch die Möglichkeit die Stenose mit einer Ballondehnung (PTA) und einem Stent (spez. Röhrchen) wieder zu eröffnen. An allgemeinen Komplikationen bestehen eine Nachblutung, Infektion, Schädigung von Nerven (Stimmbandnerv-Heiserkeit, Zungennerv-Steuerung der Zunge). Schlimmstenfalls kann während der Operation ein Schlaganfall auftreten. Das Risiko einen Schlaganfall ohne Operation bei einer hochgradigen Stenose zu erleiden ist deutlich höher als das Operationsrisiko.
Bei geringgradigen Stenosen der Halsschlagadern und nach einer Operation muß eine Blutverdünnung durchgeführt und regelmäßigen Abständen der Befund durch eine Duplexuntersuchung kontrolliert werden.

Demers-Katheter

Ein sog. "Demers-Katheter" ist ein Kunststoffschlauch der unter die Haut in eine große, herznahe Vene (Gefäß, das zum Herzen hinführt) operativ eingepflanzt wird.

Über den "Demers-Katheter" wird bei Versagen der Nierenfunktion eine Dialyse (Blutwäsche) durchgeführt; ebenso können Medikamente in Form von Infusionen gegeben oder Blut abgenommen werden.

Der "Demers-Katheter" wird meistens am Hals über einen kleinen Hautschnitt in eine Vene implantiert (eingesetzt). Der Anfangsteil des Katheters wird unter die Haut gelegt (getunnelt) und neben dem Brustbein oberhalb der Brustwarze aus der Haut ausgeleitet.
Der Eingriff erfolgt meistens ambulant, was bedeutet, dass der Patient 2-3 Stunden nach der Operation wieder nach Hause kann. Entweder ist nur eine Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) notwendig, jedoch kann auch eine Kurznarkose nötig sein.

Der Katheter kann über einen Zeitraum von Monaten oder sogar Jahren belassen werden.
Genau wie beim Einbau des "Katheters" kann der Ausbau wieder ambulant und meistens in örtlicher Betäubung erfolgen.

Diabetisches Fuß-Syndrom

Definition/Beschwerden
Länger bestehende Zuckererkrankung führt insbesondere bei mangelhafter Einstellung der Zuckerwerte zu typischen Folgeerscheinungen. Einer dieser diabetischen Spätschäden ist das Diabetische Fuß-Syndrom.

Krankhafte Veränderungen an großen und kleinen Blutgefäßen, Nerven, Muskeln, Knochen und Haut greifen ineinander und führen zu häufig problematischen und schwer zu behandelnden Gewebeschäden an den Füßen, die wegen dem durch Nervenschäden fehlenden Schmerzempfinden oft lange nicht bemerkt oder ausreichend ernst genommen werden. Dringen über solche Gewebsschäden Krankheitserreger in die Weichteile ein und lösen eine Infektionen aus, kommt es sprichwörtlich über Nacht zu einer die Gliedmaße und den Menschen bedrohenden Situation.

Therapie
Im Vordergrund der Behandlung steht zunächst die Bekämpfung der Infektion. Hierzu müssen häufig operativ Abszesse eröffnet und abgestorbenes Gewebe abgetragen werden. Die Gabe von Antibiotika und die vollständige Entlastung des betroffenen Fußes sind obligatorisch. Bei Ausbreitung der Erreger im ganzen Körper (Sepsis) ist eine Behandlung auf der Intensivstation notwendig.

Als zweiter Schritt muss, soweit notwendig und möglich, für eine optimale Durchblutung des Fußes gesorgt werden (Revaskularisation). Hierzu können Engstellen in Arterien aufgedehnt und Verschlüsse operativ beseitigt oder umgangen werden (Bypass - Operation). Sollte es dennoch zum Absterben größerer Gewebeareale gekommen sein, müssen diese in einem dritten Schritt durch Amputation entfernt werden. Dabei ist das Ziel, möglichst kein funktionstüchtiges Gewebe zu verlieren, eine optimale Mobilität zu erhalten und gleichzeitig ein komplikationsloses Verheilen der Wunde zu erreichen. In so fern wird auf die Festlegung der Amputationshöhe viel Sorgfalt verwandt.

Der vierte Schritt der Behandlung, und der kann von uns in der Klinik nur begonnen werden, besteht in einer guten und dauerhaften Nachsorge. Eine Versorgung mit druckentlastenden orthopädischen Schuhen oder einer gut angepassten Prothese ist obligatorisch. Sorgfältige medizinische Fußpflege zur Vermeidung erneuter Druckstellen, überschießender Verhornung und Raghaden etc. ist ebenfalls ein Muss!

Kompressionssyndrome

Beschwerdekomplex, hervorgerufen durch Einengung von:
- Schlagader (Arterie)
Vene
- Nervenstrang
an natürlichen anatomischen Durchtrittstellen und ihren anlagebedingten Variationen.

Anatomische Region                          Kompressionssyndrom
Schultergürtel/obere Thoraxapertur   Thoracic outlet Syndrom
Kniekehle                                            Entrapment der A. poplitea
Ellenbeuge                                          Kompressionssyndrom der A.brachialis
Bauchraum                                          Kompressionssyndrom des Truncus coeliacus

Thoracic-outlet-Syndrom
Kompression des den Arm versorgenden Gefäß-Nerven-Bündels (Armarterie, -vene und Nervenstrang) im Bereich des Schultergürtels mit neurologischen Reizerscheinungen sowie arteriellen und venösen Durchblutungsstörungen am Arm und Hand.

Drei physiologische Engen passiert das Gefäß-Nerven-Bündel:

  • Lücke zwischen den Scalenusmuskeln und der ersten Rippe bzw. Halsrippe : Scalenus-/Halsrippensyndrom
  • Lücke zwischen erster Rippe (Costa) und Schlüsselbein (Clavicula) : Costoclavikuläres Syndrom
  • Lücke unter dem kleinen Brustmuskel : Muskulus pectoralis minor Syndrom

Das Beschwerdebild richtet sich nach der komprimierten Struktur  des Gefäß-Nerven-Bündels:

  • Nervenstrang (in >90% der Fälle) → Schulter-Arm-Schmerz bis in die Finger IV und V - Nächtliches Kribbeln und Einschlafen des Armes - Armschwäche bis zu Handmuskelausfällen
  • Armarterie → Schwäche und Schmerzen bei Überkopfarbeiten -Durchblutungsstörung der Finger durch Mikroemboli bis zu Fingernekrosen
  • Armvene → morgendliche Blaufärbung und Schwellung der Hand und des Armes - Armvenenthrombose (Paget-von Schroetter-Syndrom)

Bevorzugt betroffen sind Frauen gegenüber Männern im jüngeren und mittleren Lebensalter.

Die Diagnostik umfasst:

  • Durchblutungmessung des Armes und der Hand in Ruhe und unter Provokationstests zum Nachweis
    - kompressionsbedingter Engstellen der Armarterie und  Armvene im Schultergürtelbereich und
    - Aufdeckung von verstopften Hand- und Fingergefäßen durch eingeschwemmte Blutgerinnsel.
    Hierzu werden neben Puls- und Dopplerdruckmessung (auch der Fingerarterien) die Duplexsonografie und Katheterangiografie der Armarterie, ggf. der Armvene in Provokationsstellung durchgeführt.
  • Röntgenaufnahme zum Ausschluß einer Halsrippe
  • Neurologische Untersuchung mit Messung der Nervenleitgeschwindigkeit am Arm.

In  über 90% der Fälle führt das neurologische Beschwerdebild.

Die Therapie besteht bei geringem Beschwerdebild in gezielter Krankengymnastik. Operative Therapie ist angezeigt, wenn die Physiotherapie versagt und durch Kompression bereits

  • Gefäßwandveränderungen an der Armarterie
  • Fingerdurchblutungsstörungen durch eingeschwämmte Blutgerinnsel
  • fortbestehende Schmerzen oder neurologische Ausfälle an der Hand / Arm verursacht werden.

Die operative Therapie besteht in der Entlastung des komprimierten Gefäß-Nerven-Bündels durch Entfernung der ersten Rippe samt eventuell bestehender Halsrippe. Bestehen irreversible Schäden an der Armarterie wird dieses Segment durch ein körpereigenes Gefäß ersetzt. Besteht der Verdacht einer Venenkompression mit akuter Armvenenthrombose, werden zuerst die verstopfenden Blutgerinnsel medikamentös aufgelöst (Fibrinolyse) und nach angiografischer Sicherung der Venenkompression ebenfalls die erste Rippe, ggf samt Halsrippe entfernt und bei Bedarf die Vene erweitert.

Kompressionssyndrom (Entrapment) der Kniekehlenschlagader (Arteria poplitea)

Die Beinschlagader nimmt auf Kniegelenkshöhe einen angeboren abnormen Verlauf und wird durch den Wadenmuskel, seltener durch ein bindegewebiges Band eingeengt und chronisch geschädigt.

Betroffen ist meist der 25-35jährige Sportler mit Beschwerden in der Wade/Fuß, hervorgerufen durch kompressionsbedingte vorübergehende Minderdurchblutung.

Ultraschalluntersuchung (Duplexsonografie) und radiologische Kontrastmitteldarstellung der Kniekehlenschlagader (Angiografie) in Provokationstests decken die Gefäßkompression, eine Kernspinuntersuchung (Röntgendarstellung der Weichteile) den einengenden Muskel oder Band auf.

Operativ wird die komprimierte Kniekehlenader unter Durchtrennung des Muskels bzw. Bandes befreit, ein geschädigtes eingeengtes oder verschlossenes Gefäßsegment durch körpereigene Vene (oberflächliche Ader) ersetzt.

PTA (Perkutane Transluminale Angioplastie / Ballondilatation)

Eine sog. PTA ist ein Verfahren, bei dem Engstellen in Gefäßen (Venen oder Arterien) mit einem Ballon-Katheter aufdehnt werden können. Über einen Führungsdraht, der mittels Punktion in das Gefäß durch die Haut in örtlicher Betäubung eingeführt wird, kann der Ballonkatheter bis zur Engstelle vorgeschoben werden. Durch Entfaltung des Ballons wird dann die Engstelle wieder aufgedehnt.
Zusätzlich können diese Engstellen mit einem sog. "Stent" (Metallgitter in Form einer Röhre) dauerhaft stabilisiert werden.
Der Eingriff wird unter Röntgen-Kontrolle durchgeführt.
Ergänzend können bei diesem Eingriff Medikamente zur Auflösung von Embolien/Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Gefäßen gegeben werden.

Die Ballondilatation wird bei Erkrankungen der Gefäße, die diese einengen oder verschließen, benötigt. Dies tritt beispielsweise bei der sog. PAVK (periphere arterielle Verschlußkrankheit - Verkalkung von Gefäßen), deren Beschwerdezeichen häufig die im Volksmund bekannte "Schaufensterkrankheit" ist. Auch das sog. "Raucherbein" zeigt Verengungen der Beingefäße. Seltener sind Gefäßeinengungen im Bereich der Arme oder in anderen Körperregionen, die aber prinzipiell nach dem selben Verfahren behandelt werden können.

Port

Ein sog. "Port" (Kurzbezeichnung für Port-a-cath) ist eine Kunststoff-/bzw. Metallkammer mit einem angeschlossenen Katheter (Kunststoffschlauch), die unter die Haut bzw. in eine große, herznahe Vene (Gefäß, das zum Herzen hinführt) operativ eingepflanzt werden. Der "Port" wird meistens am Brustkorb unterhalb des Schlüsselbeines unter die Haut implantiert (eingesetzt).
Über eine spezielle Injektionsnadel (Spritzennadel), die durch die Haut in den Port eingeführt wird, können dann Medikamente gegeben werden.
Der Eingriff erfolgt meistens ambulant und in örtlicher Betäubung, was bedeutet, das der Patient 2-3 Stunden nach der Operation wieder nach Hause kann.

Ein "Port" wird dann benötigt, wenn über einen längeren Zeitraum Medikamente intravenös, d.h. über die Vene verabreicht werden müssen, z.B. bei der Chemotherapie oder der künstlichen Ernährung.

Der Katheter kann über einen Zeitraum von Monaten oder sogar Jahren belassen werden.
Genau wie beim Einbau des "Ports" kann der Ausbau wieder ambulant und meistens in örtlicher Betäubung erfolgen.

Shunt / (AV-Fistel)

Ein sog. "Shunt" (AV-Fistel - Arterio-Venöse Fistel) ist eine künstlich geschaffene Verbindung zwischen einer Arterie (Gefäß, das vom Herzen wegführt) und einer Vene (Gefäß, das zum Herzen hinführt), die dazu führt, daß das Blut aus der Arterie, in der ein höherer Druck herrscht, direkt in die Vene (mit niedrigerem Druck) gepumpt wird. Im Laufe der Zeit bewirkt dies eine Erweiterung der Vene, so daß diese leicht mit einer Nadel durch die Haut punktiert werden kann. Meist wird der Shunt am Arm angelegt.
Diese Punktion ist notwendig, um auf Dauer eine Dialysebehandlung (Blutwäsche bei Versagen der eigenen Nierenfunktion) durchführen zu können.
Ist diese Direktverbindung zwischen Arterie und Vene nicht möglich, so kann statt dessen auch eine Kunstoffverbindung (künstliche Ader) angelegt werden.

Meist wird die Operation ambulant und in Lokalanästhesie (örtlicher Betäubung) durchgeführt, was bedeutet, das der Patient 2-3 Stunden nach der Operation wieder nach Hause kann.
Ist der "Shunt" nicht mehr notwendig, kann auch im Rahmen eines ambulanten Eingriffes meist

Varizen - Krampfaderleiden

Krankheitsbild
Die Varikosis ist eine anlagebedingte Venenerkrankung der oberflächlichen Venen, meist im Bereich der Beine. Erbfaktoren werden durch äußere Einflüsse, wie Bewegungsmangel, langes Sitzen oder Stehen, Tragen von falscher Kleidung, Übergewicht, häufige Schwangerschaften, chron. Darmträgheit begünstigt. Die Venen verlieren ihre Elastizität was zu einer Aufweitung in Länge und Weite führt.
Es können folgende Typen von Krampfadern unterschieden werden:
- Stammvarikosis (Krampfaderleiden der großen oberflächlichen  Stammvenen)
- Seitenastvarikosis (Krampfaderleiden kleinerer Seitenäste)
- Perforansvarikosis (Krampfaderleiden der Verbindungsvenen zwischen oberflächlichen und tiefen Venen)
- reticuläre Varizen
- Besenreiser

Beschwerden
Unbehandelt kann die Varikosis zu einer chronischen Schwellneigung, Hautveränderungen, Juckreiz, Ulcus cruris (offenes Bein), zu einer Insuffizienz (Fehlfunktion) der tiefen Leitvenen, Varikophlebitis (Entzündung der Venen) mit vermehrtem Auftreten einer tiefen Beinvenenthrombose führen.

Diagnostik
Ziele der Diagnostik bei Varikosis sind:
- medizinische Relevanz / Notwendigkeit einer Behandlung
- haemodynamische (Fließeigenschaften) Störungen
- Beurteilung des tiefen Venensystems
- Ausschluss einer pAVK (periphere arterielle Verschlußkrankheit)
- Beurteilung von Hautveränderungen
Neben einer Anamneseerhebung und klinischen Untersuchung werden zur weiteren Abklärung als bildgebende Verfahren die Ultraschalluntersuchung bzw. Dopplersonographie, jedoch hauptsächlich die Duplexsonographie eingesetzt. Bei besonderer Fragestellung, z.B. bei einer Rezidivvarikosis (wiederholt aufgetretene Krampfadern), wird neben der Duplexsonographie noch zusätzlich als radiologisches Verfahren die Phlebographie (Darstellung der Venen mit Kontrastmittel) angewendet.
In Ausnahmefällen können zusätzliche Untersuchungen wie Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Venenverschlussphlethysmographie und Phlebodynamometrie erforderlich machen.

Therapie

  • konservativ
    - Tragen von Kompressionsstrümpfen
    - Entstauungsmassnahmen wie z.B Lymphdrainage
    - sportliche Aktivitäten
    - medikamentöse Begleittherapie
  • Sklerosierung
    Durch Injektion von einer gewebstoxischen Subsstanz kommt es zu einem lokalem Endothelschaden (Schaden der Gefäßinnenschicht) mit Obliteration und Fibrosierung der Vene (Verschluß der Vene).
    Behandelt werden Seitenastvaricen, retikuläre Varicen und Besenreiser.
    Alternativ kommt noch bei Besenreiser und retikulären Varicen die transcutane Lasertherapie zum Einsatz, die jedoch gegenüber der Sklerosierungstherapie keine Vorteile bietet.
  • operativ
    Ziel der operativen Therapie ist es die pathologisch (krankhaft) veränderten Venenabschnitte zu entfernen. Dabei werden die Vena saphena magna und die Vena saphena parva (2 große oberfl. Stammvenen) an ihrer Eintrittsstelle ins tiefe Venensystem abgesetzt und unterbunden, die in den Venenstern einmündenden Seitenäste werden ebenfalls ligiert (unterbunden - Crossektomie) und anschließend wird der varikös veränderte Venenanteil bis zu seinem distalen Insuffizienzpunkt (tiefster krankhafter Punkt am Bein) entfernt. Seitenäste werden über kleine Stichincisionen entfernt, Perforansvenen unterbunden. Teilweise können in bestimmten Fällen die Krampfadern zusätzlich auch endoskopisch, d.h. mit der sog. Schlüsselloch-Operation entfernt werden.

Verschlüsse der Visceralarterien (Eingeweideschlagadern)

Drei Schlagadern versorgen unsere Eingeweide mit Blut:

  • Truncus coeliacus versorgt Leber, Milz und Magen
  • Artera mesenterica superior versorgt Magen, Dünn- und Dickdarm
  • Arteria mesenterica inferior versorgt Dick- und Mastdarm.

Chronische Visceralarterienverschlüsse
Schleichende Gefäßprozesse über Jahre können Engstellen und Verschlüsse der Schlagadern verursachen, die in ca. 80% der Fälle keine Beschwerden zur Folge haben. Erst die Dekompensation der Umgehungskreisläufe zwischen den drei natürlich vernetzten Gefäßregionen (s.o.) führt zur Minderdurchblutung (Ischämie) des Magen-Darm-Traktes und wiederkehrenden Bauchschmerzen  ca. 30 Min. nach Einnahme einer Mahlzeit (Angina abdominalis) und im späteren Verlauf zur Gewichtsabnahme.

Hauptursache (ca. 95 %) dieser Gefäßproblematik ist die Arteriosklerose. Seltener erscheinen entzündliche Gefäßwandprozesse, fibromuskuläre Dysplasie (Gefäßenge durch Wucherung muskulärer und fibröser Gefäßwandanteile), Gefäßkompression von außen (Trunkus coeliacus Kompressionssyndrom) und Gefäßmißbildungen. Auch länger anhaltende Gefäßspasmen (reversible Gefäßverengung) der Visceralarterien bei chronischer Herz-Kreislauf-Schwäche, Schock oder bei Dialysepatienten können zur Darmischämie führen (non-occlusive-desease). Krankhafter Blutentzug aus dem Magen-Darm-Trakt in die Beine (ilio-femorales Stealsyndrom) oder arterio-venöse Gefäßkurzschlüsse (a.-v. Fisteln) gehören zu den Raritäten.

Hinweise für eine Durchblutungsstörung des Magen-Darm-Traktes sind die o. g. Beschwerden und ein Gefäßströmugsgeräusch über dem Bauchnabel. Die Duplex-Ultraschalluntersuchung erfaßt die Blutstromrichtung und Strömungsgeschwindigkeit in den Hauptstämmen der Visceralarterien und vermag Engstellen und Verschlüsse aufzudecken ohne den Patienten zu belasten. Die ambulant mit einem Katheter durchgeführte radiologische Kontrastmitteluntersuchung der Visceralgefäße (Angiografie) sichert schließlich die Diagnose. Verbietet sich eine Kontrastmittelverabreichung , wird auf die NMR-Angiografie zurückgegriffen.

Die Notwendigkeit zur Therapie ergibt sich, wenn die Beschwerden und nachgewiesenen Arterienverschlüsse in ursächlichem Zusammenhang stehen. Das therapeutische Ziel ist die Wiederherstellung der Durchblutung, Beseitigung der Beschwerden und Verhütung eventueller zukünftiger Organ- und Darminfarkte (Mesenterialinfarkte).

Die im Vordergrund stehende operative Therapie richtet sich auf die Rekanalisation der zwei führenden Visceralarterien, dem Truncus coeliacus und der Arteria mesenterica superior. Unter den verschiedenen Operationsverfahren ist die Reimplantation (Wiedereinpflanzung) der abgangsnah verschlossenen A. mesenterica superior  in die Hauptschlagader (Aorta) bevorzugt. Bei Verschluß beider Arterien bietet der antegrade Bypass auf beide Gefäße gute Langzeitergebnisse. Prinzipiell streben wir eine vollständige Revaskularisation bei Mehrgefäßverschlüssen an.

Radiologisch interventionelle Verfahren mit Aufweitung der abgangsfernen Gefäßengstelle mittels eines aufblasbaren Ballonkatheters, der in örtlicher Betäubung über die Leiste eingeführt wird, stellt für Patienten mit hohem Operationsrisiko eine therapeutische Alternative dar.

Aktualisiert: 16.07.2008

Do. 23.02.2012

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