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Spezielle Krankheitsbilder

KRANKHEITSBILDER
... auf die wir uns konzentriert haben.

In der Übersicht und zur Orientierung: Klicken Sie bitte auf die gewünschten, unterstrichenen Textzeilen, um direkt zu den Inhalten zu gelangen.

Behandlung von Hirntumoren

Arten vom Hirntumoren:
Die Vielzahl der Hirntumoren lässt sich in drei Gruppen einteilen:

Hirneigene Tumoren (Geschwülste, die vom Hirngewebe selbst ausgehen). Diese Tumoren können alle Malignitätsgründe von gutartig bis bösartig, rasch wachsend und grundsätzlich nicht heilbar, aufweisen, bilden aber in der Regel nie Tochtergeschwülste in anderen Körperregionen.

Tumoren außerhalb des Hirngewebes selbst, z.B. Meningeome (Tumoren der harten Hirnhaut) und Neurinome (Tumore der Hirnnerven). Diese Tumoren sind in der Mehrzahl gutartig.

Hirnmetastasen anderer Primärtumoren
(z.B. Lungen-/Brust-/Nierenkrebs etc.)

Die letzte Gruppe ist heutzutage am häufigsten anzutreffen.

Symptome:  Die häufigsten Symptome sind Krampfanfälle und/oder zunehmende Lähmungserscheinungen.

Behandlung:
Wie grundsätzlich in der Krebstherapie gibt es auch bei den Hirntumoren drei Behandlungsmethoden, die gegebenenfalls auch kombiniert angewandt werden können.

Die operative Entfernung oder Teilentfernung

Die Bestrahlung, wobei neben der Ganzhirnbestrahlung auch die Konvergenzbestrahlung und die stereotaktische Bestrahlung zum Einsatz kommen.

Die Chemotherapie
Die Auswahl der Primärbehandlung hängt von der Art, Lokalisation und Ausdehnung des Tumors ab. So kann man sich bei gutartigen, scharf abgrenzbaren Tumoren oft auf die Operation alleine beschränken, wobei kleine Tumoren grundsätzlich auch einer stereotaktischen Bestrahlung zugeführt werden können; letzteres gilt auch für die Metastasenbehandlung (wobei hier oft eine ergänzende Chemotherapie notwendig ist). Bösartige Tumoren bedürfen in der Regel eher einer kombinierten Therapie mit operativer Resektion, Nachbestrahlung und Chemotherapie.

Unser Leistungsangebot:

  • Bildgebende Diagnostik (in der Regel MRT)
  • Eingehende Beratung und postoperatives follow-up
  • Mikrochirurgische Operation, gegebenenfalls einschließlich Neuronavigation und Neuromonitoring 
  • Festlegung und Durchführung ergänzender Therapiemaßnahmen in Kooperation mit der Klinik für Hämato-Onkologie und der Klinik für Strahlentherapie
  • Vermittlung und Organisation stereotaktisch-radiochirurgischer Behandlungsformen
  • Organisation geeigneter Rehabilitationsmaßnahmen

Ansprechpartner:  Prof. Dr. med. Oeckler, OA Dr. Do Duc, OA Dr. Philipp

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Behandlung von Hirnarterienaneurysmen

Das Problem:
Hirnarterienaneurysmen sind Aussackungen an den basalen Hirngefäßen, vorwiegend an deren Aufzweigungsstellen. Sie entstehen auf Grund von umschriebenen Gefäßwandschwächen. In den meisten Fällen sind diese Gefäßwanddefekte angeboren. Diese Gefäßwandaussackungen können platzen und zu Blutungen in den Raum zwischen Gehirn und harter Hirnhaut (Subarachnoidalraum), aber auch zu Blutungen in die Hirnkammern (Ventrikel) oder in das benachbarte Hirngewebe selbst führen.

Wenn auch diese Rupturstellen durch körpereigene Mechanismen (reaktiver Gefäßkrampf, Gerinnungsvorgänge) rasch abgedichtet werden, besteht fortan die Gefahr der erneuten Ruptur. Nachdem die Sterblichkeit dieser Blutungen hoch ist (bei der Erstblutung wahrscheinlich bereits 40%) und mit wiederholten Blutungsereignissen zunimmt, müssen diese Gefäßmißbildungen grundsätzlich (auch wenn sie zufällig entdeckt werden) ausgeschaltet werden.

Symptome:  
Häufigstes Symptom ist der plötzlich einsetzende, heftige Kopfschmerz, oft begleitet mit Bewußtseinsverlust unterschiedlicher Dauer, Erbrechen und Kreislaufkollaps.

Die Behandlung:

Die Ausschaltung eines Aneurysmas kann heute mit zwei Verfahren erfolgen:

  • In klassischer Weise im Rahmen einer offenen mikrochirurgischen Operation durch Aufbringen eines Metallclips an der Basis des Aneurysmas. Wenn auch aufwendiger als die nächstgenannte Methode gilt das Verfahren nach wie vor als der Goldstandard, die komplette und dauerhafte Verschlußrate ist hier am höchsten.
  • In Kathetertechnik durch das Eindringen von sog. Coils. Hier wird mit superfeinen Kathetern über die Leistenarterie bis zum Abgang des Aneurysmas vorgedrungen und dann ultradünner hochbiegsamer Platindraht in den Aneurysmasack hineingewickelt. Dies führt zu einer recht festen und in der Regel dauerhaften Thrombosierung des Aneurysmas. Der Vorteil der Methode liegt in der wenig aufwendigen und belastenden Prozedur, allerdings sind Teilverschlüsse häufiger als in den operativen Serien. Vergleichbare Langzeitergebnisse liegen noch nicht vor. Die Komplikationsrate beider Verfahren ist annähernd gleich.

    Die Entscheidung der Verfahrensauswahl wird bestimmt durch Lage und Gestalt des Aneurysmas, ggf. auch durch die Kondition des Patienten (Alter, Begleiterkrankungen).

Unser Leistungsangebot:

  • Durchführung/Ergänzung sämtlicher bildgebender Diagnoseverfahren (CT-Angiographie, MRT-Angiographie, selektive Katheterangiographie.
  • Eingehende Beratung über die individuell möglichen Behandlungsvarianten, Risikoaufklärung
  • Therapieauswahl in interdisziplinärer Diskussion mit der Abteilung für Neuroradiologie der Universität Freiburg.
  • Mikrochirurgische Therapie im Hause inklusive intensivmedizinischer Betreuung, Allgemeinstationsaufenthalt und Organisation geeigneter Rehabilitationsmaßnahmen.
  • In entsprechenden Fällen Organisation eines Behandlungstermins für das Coiling an der Abteilung für Neuroradiologie der Universität Freiburg.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Oeckler, OA PD Dr.  Lange, OA Dr. Do Duc

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Wirbelsäulenerkrankungen

Allgemeines:
Die Wirbelsäule besteht aus der knöchernen Umhüllung und Abstützung (Wirbelkörper), dem Wirbelkanal mit seinem zum Nervensystem gehörenden Inhalt (Rückenmark, Nervenwurzeln etc.) und den knorpeligen Verbindungselementen (Bandscheibe). Anatomisch gesehen wird sie in Halswirbelsäule (HWS), Brust- (BWS) und Lendenwirbelsäule (LWS) eingeteilt, für die jeweils entsprechende Besonderheiten zu berücksichtigen sind.

Symptome
Wirbelsäulenerkrankungen können sich oft durch massive lokale Schmerzen im Bereich von Nacken-, Brust- oder Lendenwirbelsäule bemerkbar machen, darüber hinaus finden sich vielfach Lähmungen und/oder Gefühlsstörungen (z.B. Arme/Finger, Beine/Zehen, Rumpf, jeweils in Abhängigkeit der Höhenlokalisation der jeweiligen Läsion). Besonders dringlich (d.h. möglichst innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten) müssen in diesem Zusammenhang Blasen- und Mastdarmstörungen abgeklärt und behandelt werden.

Ursachen
Die Ursache o.g. Beschwerden liegen häufig in

  • 1. degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen, ansonsten können
  • 2. tumoröse
  • 3. entzündliche oder
  • 4. unfallbedingte Erkrankungen der Wirbelsäule zu solchen Symptomen führen.

Diagnostik
Die diagnostischen Maßnahmen beinhalten eine körperlich/neurologische Untersuchung, darüber hinaus wird die Diagnose im Wesentlichen durch bildgebende Untersuchungen (Röntgen-Aufnahmen, CT und Kernspin-Diagnostik) gesichert. Außerdem können noch elektrophysiologische Untersuchungen (neurologische Abteilung) von Bedeutung sein.

Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen
Hierbei werden Bandscheibenvorfälle, kurz und längerstreckige Wirbelkanaleinengungen (Stenosen), sowie Instabilitäten (Spondylolisthesen bzw. Spondylolysen) unterschieden.

Eine OP-Indikation ist bei konservativ, d.h. durch Medikamente, Krankengymnastik/Physiotherapie etc. austherapierten Beschwerden gegeben (sog. "relative OP-Indikation, elektiver Eingriff). Bei ausgeprägten Lähmungserscheinungen wird in der Regel rasch operiert (dringliche OP-Indikation), um so schwere dauerhafte Ausfälle zu verhindern. Blasen-/Mastdarmsymptome (sog. "Kauda-Syndrom") stellen eine klare Notfallsituation dar und müssen innerhalb 24 h diagnostiziert und operiert werden.
Alle Eingriffe werden im Rahmen der Präparation des Rückenmarks, bzw. der Nerven in mikrochirurgischer Technik durchgeführt.

Halswirbelsäule (HWS) (Abb. 1a-1d):
Je nach Beschwerdesymptomatik und bildgebenden Befunden (Abb. 1a, MRT eines Bandscheibenvorfalls der HWS) wird die OP individuell geplant.

Bei einfachen Bandscheibenvorfällen (mit kurzer Beschwerdedauer und weit seitlich gelegen) kommen oftmals die rückseitigen Zugänge (Foraminotomie, bzw. OP nach Fryckholm - Abb. 1b, schematische Darstellung dieser OP) in Frage, da hier nahezu keine biomechanische Beeinträchtigung der Wirbelsäule entsteht. Anderenfalls werden die Eingriffe von vorne durchgeführt (anteriorer Zugang) und nach Ausräumung des Bandscheibenvorfalls dann eine Fusion mit einem Titan- oder Tantal-Cage  (Abb. 1c, Röntgenbild einer Titan-Cage-Fusion vorgenommen. Bei jungen Patienten mit noch gut erhaltener Wirbelsäulenbeweglichkeit werden inzwischen sogar Bandscheiben-Prothesen zur Erhaltung der segmentalen Beweglichkeit implantiert (Abb. 1d).

Bandscheibenvorfall Halswirbelsäule

Bei Wirbelkanaleinengungen (Stenosen - Abb. 2a bis 2e) wird bei kurzstreckigen (d.h. 1 oder 2 Etagen) Befunden (Abb. 2a, MRT einer Stenose HWK 4/5 und HWK 5/6) in der Regel von vorne entlastet, auch hier mit Cage-Fusion (Abb. 2b, Röntgenbild nach einem Jahr). In Ausnahmefällen kann bei sehr ausgeprägter Stenose mit schwerer Rückenmarkskompression auch die Entfernung eines ganzen Wirbelkörpers erforderlich sein, wobei hier der während der Operation gesammelte, körpereigene Knochen dem Patienten in einem Titan-Hohlkörper mit zusätzlicher Verplattung reimplantiert wird (Abb. 2c, Röntgenbild), um so die alternative, sehr schmerzhafte Knochenentnahme aus dem Beckenkamm zu vermeiden. Bei noch langstreckigeren Wirbelkanaleinengungen wird dann in der Regel von hinten (dorsale Zugänge) entlastet, wobei bei jüngeren Patienten eine segmentale Wirbelkanalerweiterung mit Rekonstruktion (Laminoplastie) durchgeführt wird (Abb. 2d, schematische Darstellung dieser OP), bei anderen Patienten mit von vorneherein absehbarer begrenzter Lebenserwartung (z.B. sehr hohes Alter, die Lebensprognose limitierende Begleiterkrankung) kann im Einzelfall auch eine reine Entlastungslaminektomie durchgeführt werden (Abb. 2e, Röntgenbild).

 

Stenose Halswirbelsäule

Bei Patienten mit instabilen Verhältnissen werden je nach Befundkonstellation auch Verplattungen oder Verschraubungen mit Metallgestängen (sog. Fixateur interne) vorgenommen.

Alle Eingriffe werden im Rahmen der Präparation des Rückenmarks, bzw. der Nerven in mikrochirurgischer Technik (Abb. 3) durchgeführt.

Mikrochirurgische Operation

Brustwirbelsäule (BWS):Im Brustwirbelbereich finden sich degenerative Veränderungen nur sehr selten, gelegentlich kommt es zum Auftreten von Bandscheibenvorfällen. Diese müssen je nach klinischem und bildgebenden Befund entweder von einem dorsalen Zugang oder teilweise auch Zugang durch den Brustkorbbereich entfernt werden.

Die weitaus häufigsten degenerativen Beschwerden der Wirbelsäule finden sich im LWS-Bereich. Bei Bandscheibenvorfällen (Abb. 4a und 4b, MRT bei Bandscheibenvorfall LWK 3/4 rechts) wird zumeist über einen dorsalen Zugang eine mikrochirurgische Operation durchgeführt (Mikrodiscektomie).

Bandscheibenvorfall lumbal (LWS)

Normalerweise wird der Patient am 1. postoperativen Tag aus dem Bett mobilisiert und darf auch sitzen. 

Bei jungen Patienten, die im Wesentlichen therapieresistente Rückenschmerzen haben, kann nach entsprechender vorhergehender Spezialdiagnostik bei Nachweis einer schweren Bandscheibenerkrankung (Discopathie, Abb. 5a, MRT-BIld) auch eine Bandscheibenprothese implantiert werden (Operation über einen retroperitonealen, d.h. von der vorderen Körperseite an die Wirbelseite hin präparierten Zugang (Abb. 5b u. 5c, Röntgenbilder nach Prothesenimplantation - zur Erhaltung der segmentalen Beweglichkeit).

Discopathie Lendenwirbelsäule

Bei Wirbelkanaleinengungen (Stenosen) wird unter Berücksichtigung der Beschwerden des Patienten und der bildgebenden Befunde (Abb. 6a u. 6b, MRT bei Stenose der LWS) eine möglich klein gehaltene selektive Dekompression, d.h. knöcherne bzw. den Bandapparat betreffende Entlastung an den eingeengten Nervenstrukturen durchgeführt, ohne die Stabilität zu beeinträchtigen.

Stenose Lendenwirbelsäule

Bei instabilen Situationen (Spondylolisthesen, Spondylolysen) kommt je nach Befund eine kombinierte Entlastung und Stabilisierung von dorsal (z.B. Fixateur intern, Schraubenlage intraoperativ mittels 3D-Scan bzw. Navigation kontrolliert bei Stabilisierung der LWS, Abb. 7a), auch mit Ausräumung und Knochen-/Cage-Implantation im Zwischenwirbelraum (TLIF, PLIF-OP) zur Anwendung (Abb. 7b und 7c, Röntgenbilder).

Bei Patienten, bei denen der Spinalkanal noch weit genug ist, kann auch eine Operation über den retroperitonealen Zugang (ALIF-OP) (Abb. 8a - 8c, Röntgenbilder) vorgenommen werden. Auch hier erfolgen alle Eingriffe im Rahmen der Wirbelkanal-/Nervenwurzelpräparation in mikrochirurgischer Technik.

Retroperitoneal vorgenommene Stand-alone-ALIF-OP

Gelegentlich können auch degenerative Veränderungen im Bereich der kleinen Wirbelgelenke (Facettensyndrome) oder Veränderungen im Übergangsbereich zwischen der Darmbein-Beckenschaufel und dem Kreuzbein (Iliosacralgelenksbeschwerden, ISG-Syndrom) eine ähnliche Beschwerdesymptomatik verursachen. In solchen Fällen werden CT-gesteuerte Infiltrationsmaßnahmen (Abb. 9) (gemeinsam mit dem Institut für Radiologie unseres Hauses) durchgeführt.

CT-gesteuerte Facetteninfiltration

Bei rezidivierenden Beschwerden können nach entsprechender Austestung auch dauerhafte Denervierungsmaßnahmen (z.B. Thermorhizotomie) vorgenommen werden.

Tumoren im Wirbelsäulenbereich:

Die Symptomatik bei Tumoren ist ähnlich wie bei degenerativen Wirbelsäulenbeschwerden gekennzeichnet von Schmerzen, Lähmungen, Gefühlsstörungen, sowie Blasen- und Mastdarmbeschwerden (jeweils in Abhängigkeit der Höhenlokalisation des Tumors). Auch hier ist die Diagnostik vergleichbar mit den degenerativen Wirbelsäulenveränderungen. In Abhängigkeit der anatomischen Lokalisation, in der ein Tumor gefunden werden kann (siehe Schem-Zeichnung, Abb. 10 a - c), müssen extradurale Tumore (a) (d.h. Tumore, die nur den Knochen, bzw. die umliegenden Weichteilstrukturen betreffen, aber noch nicht die harte Rückenmarkshaut durchbrochen haben) unterschieden werden, während es andererseits intradurale (b), bisweilen intramedulläre Tumore (c) gibt, die innerhalb der harten Rückenmarkshaut raumfordernd auf das Rückenmark drücken, bzw. sogar im Rückenmarksgewebe selber vorgefunden werden.

Schematische Darstellung der verschiedenen anatomischen Lokalisationen bei Wirbelsäulentumoren

Bei den extraduralen Tumoren handelt es sich sehr häufig um Metastasen eines bereits bekannten, gelegentlich auch noch nicht diagnostizierten Tumors. Je nach klinischer und bildgebender Konstellation muss dann überlegt werden, welche Art von operativer Maßnahme (Biopsie), Entlastung von dorsal (Abb. 11 a - b) (Laminektomie) oder von vorne (Abb. 12 a - c) (anteriorer Zugang) oder womöglich auch kombiniert durchgeführt werden muss. Hier kommen oft auch noch ergänzend Stabilisierungsmaßnahmen zum Einsatz. In Abhängigkeit des feingeweblichen (histologischen) Befundes sind dann die entsprechenden Weiterbehandlungsmaßnahmen (z.B. Bestrahlung oder Chemotherapie) mit den onkologischen Fachdisziplinen zu planen.

Bei Tumoren innerhalb der harten Rückenmarkshaut (b) handelt es sich vielfach um gutartige Tumroen (z.B. Meningeom, Neurinom) (Abb 13 a und b) oder semimaligne Prozesse.  Zumeist kann hier ein mikorchirurgischer Eingriff eine komplette Tumorentfernung, d.h. Heilung erzielen. Anderenfalls ist auch hier eine entsprechende Kooperation mit den onkologischen Fachdisziplinen erforderlich.

Abb. 13a: MRT eines Meningeoms am 10. Brustwirbel. Abb. 13b: intraoperativer (mikrochirurgischer) OP-Status eines Meningeoms mit Rückenmarkskompression.

Als problematisch müssen Tumore angesehen werden, die direkt im Rückenmark  (intramedullär)  (c) gewachsen sind und naturgemäß auch nur schwer abgegrenzt werden können (z.B. Gliome, Ependymome).

"Spezialfall" Syringomyelie:

Unter einer Syringomyelie ("Syrinx") wird eine zystische, mit Liquor (d.h. Nervenwasser) gefüllte Struktur im zentralen Rückenmarksbereich verstanden, die oft mit Tumoren vergesellschaftet ist, allerdings auch nach Unfällen vorgefunden wird, bzw. auch ohne eine der soeben erwähnten Ursachen auftreten kann. Je nach klinischer und bildgebender (d.h. MRT-, Abb. 14.) Diagnostik ist hier eine mikrochirurgische Freilegung und Zystendrainage bzw. Dekompression vorzunehmen.

Abb. 14: MRT Syringomyelie posttraumatisch (Z.n. Wirbelkörperfraktur) im BWS-Bereich

Entzündliche Erkrankungen der Wirbelsäule und des Spinalkanals:

Hierzu werden Spondylolitis (Abb. 15a) (Wirbelkörperentzündungen), Spondylodiszitis (Abb. 15b) (Entzündung des Bandscheibenraums) und spinale Abszesse (Abb. 15c) und Empyeme gerechnet. Ursachen eines solchen entzündlichen Geschehens sind häufig eine bereits bestehende Abwehrschwäche des Patienten (z.B. Tumorpatienten, Diabetiker, Alkoholerkrankung), oder bereits andere vorbestehende Infektherde (z.B. unsanierter Zahnstatus, Nebenhöhlenprobleme, Panaritium, Gangrän, chronische oder sonstige schwelende Infekte). Auch rezidivierende Infiltrationsmaßnahmen können gelegentlich zu solchen Komplikationen führen.

Abb. 15a: MRT eines entzündlich destruierten Wirbelkörpers (Spondylitis) im BWS-Bereich mit Rückenmarkskompression und beginnender Instabilität. Abb. 15b: MRT einer Spondylodiszitis. Abb. 15c: MRT eines epiduralen spinale Abszesses

Zur Diagnostik gehört neben den bereits erwähnten klinischen und bildgebenden Maßnahmen vor allem eine Laborabklärung der Entzündungsparameter (Leukozyten, BSG, CRP-Werte). Bei Patienten ohne neurologische Ausfälle kann zunächst eine Keimgewinnung (z.B. gezielte Biopsien, Blutkultur etc.) und eine entsprechend angepasste Antibiotika-Behandlung zum Erfolg führen. Bei Patienten mit neurologischen Ausfällen ist die sofortige operative Intervention mit Ausräumung des entzündlichen Prozesses, ggf. mit entsprechenden Stabilisierungsmaßnahmen erforderlich (Abb. 16a und 16 b). Auch bei Patienten, bei denen eine eingeleitete gezielte Antibiotika-Behandlung versagt, ist nach entsprechenden Kontrollen die operative Behandlung (Herdsanierung/Debridement, Dekompression und Drainage, ggf. Stabilisierung) erforderlich.

Postoperatives Röntgenbild (Abb. 16a) und CT-Bild (Abb. 16b) nach Vertebrektomie und Wirbelkörperersatz/Stabilisierung bei Spondylitis im BWS-Bereich.

Unfallbedingte Wirbelsäulenerkrankungen - Frakturen:

Kyphoplastie (Aufrichtung/Zementstabilisierung eines gebrochenen Wirbelkörpers):

Bei älteren Patienten, insbesondere bei Vorhandensein einer Osteoporose kommt es gelegentlich (spontan oder als Traumafolge) zum Auftreten von äußerst schmerzhaften Frakturen im unteren BWS- und LWS-Bereich. Bei konservativ nicht nachhaltig beeinflussbaren Schmerzzuständen ist hier als minimalinvasives Verfahren eine CT-gesteuerte Zementierung (gemeinsam mit dem Institut für Radiologie) des gebrochenen Wirbelkörpers (Kyphoplastie) (Abb. 17a und 17b) möglich, was zu einer raschen und nachhaltigen Beschwerdebesserung führt.

Abb. 17a: CT-gesteuerte Punktion des osteoporotisch bedingermaßen frakturieren Wirbelkörpers.
Abb. 17b: Auffüllung mit Zement

Leistungsangebot:

Wirbelsäulen-Spezialsprechstunde (Ambulanz):

Präoperative Untersuchung, Diagnostik und Beratung
Operativ: alle gängigen mikrochirurgischen Verfahren zur Behandlung o.g. Erkrankungen
Navigationsgesteuerte Schraubenimplantation bei Fixateur interne
Postoperative Kontrollen (incl. Langzeitkontrolle nach 1 Jahr bei Implantaten)
Management Schmerztherapie

Operative Therapie der oben aufgelisteten Krankheitsbilder
(bei komplexen Fällen auch interdisziplinäre Therapieplanung)

Ansprechpartner (im Rahmen des Zentrums für Wirbelsäulenchirurgie SBK):
Priv. Doz. Dr. Manfred Lange (ltd. OA Neurochirurgische Klinik),
Dr. Andreas Philipp (OA, Neurochirugische Klinik)

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Hypophysentumore und andere Sella-nahe Raumforderungen

Raumfordernde Prozesse in der Hypophysenregion sind zumeist Tumoren (z.B. Andenome, Kraniopharxngome, aber auch Meningeome, Chordome oder Metastasen), bisweilen finden sich auch zystische (z.B. Arachnoidalzysten, Zysten der Rathke´schen Tasche) oder entzündliche Prozesse (Hypophysitis). In der Regel handelt es sich hierbei um gutartige Läsionen.
Aufgrund ihrer Lokalisation können sie die Sehnerven, die zentrale Hormonregulation, bei größeren Prozessen auch die Liquorzirkulation (Nervenwasserabfluß) beeinträchtigen.
Ihre Behandlung erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit (Neurochiurgie, Neurologie, Endokrinologie, Augenheilkunde, Radiologie, Strahlentherapie etc.).

Klinische Symptome
Zu den häufigsten klinischen Symptomen gehören neben den oftmals unspezifischen Kopfschmerzen, vor allem Sehstörungen sowie verschiedene Formen von Hormonausfällen. Dazu zählen sowohl Hormonmangelsyndrome (sog. Insuffizienz), als auch tumorspezifische Hormonüberproduktionen (z.B. das Schwangerschaftshormon Prolaktin beim Prolaktinom, Wachstumshormone bei der Akromegalie oder Cortison bei ACTH-produzierendem Tumor, Morbus Cushing). Hypophysenadenome, die keinen Hormonüberschuß produzieren, werden als hormoninaktive Adenome bezeichnet. Auch Leistungsabfall, Gewichtszunahme oder übermäßiges Durstgefühl können gelegentlich Symptome bei diesen Erkrankungen darstellen. Normalerweise entwickeln sich diese Symptome langsam, d.h. oft über Jahre, selten allerdings kann es im Rahmen einer schlagartig einsetzenden Tumorblutung (sog. Hypophysenapoplexie) zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen.

Diagnostik
Zu den diagnostischen Maßnahmen gehört zunächst die klinisch-neurologische Untersuchung, bei der oftmals bereits tumortypische, spezifische äußere Veränderungen zu finden sind (z.B. Sekretaustritt aus der Brust, Ausbleiben der Periode - beim Prolaktinom; Veränderungen an Händen und Füßen, sowie im Zahn-/Kieferbereich, vermehrtes Schwitzen, Karpaltunnelprobleme - z.B. bei der Akromegalie; Vollmondgesicht, Körperstammverdickung, Hautstreifenzeichnung, übermässige Gesichtsbehaarung, diabetische Stoffwechsellage - bei Morbus Cushing).

Zu den weiteren diagnostischen Maßnahmen gehört dann die endokrinologische Abklärung (Bestimmung der Hormonwerte u. - Regulation). Die augenärztliche (ophtalmologische) Untersuchung vermag Sehstörungen mit Gesichtsfeldausfällen und Verschlechterung der Sehkraft nachzuweisen, wenn der Tumor bereits auf die Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum) drückt.
Die Sicherung der Diagnose und die Erfassung der Ausdehnung der Raumforderung erfolgt mittels einer Kernspintomographie.

Therapeutische Ansätze
Bei den Hypophysentumoren kann im Falle einer Diagnosesicherung eines Prolaktinoms eine medikamentöse Behandlung begonnen werden, die in der Regel auch erfolgreich ist.
Bei allen anderen Prozessen ist die Operation die Therapie der Wahl, wobei über 90 Prozent über einen sog. transsphenoidalen (d.h. durch die Nase angelegten) Zugang unter dem Mikroskop entfernt werden können. Nur in wenigen Ausnahmefällen muss der Kopf von oben geöffnet werden (sog. transkranielle Operation).

Der postoperative Aufenthalt (etwa 7-10 Tage) dient neben der Beobachtung der Wundheilung (insbesondere der zuverlässigen Abdichtung der harten Hirnhaut, der Dura) vor allem dazu, Hormonstörungen medikamentös einzustellen.

Nach der Entlassung nach Hause ist eine erneute Vorstellung nach etwa 8 Wochen vorgesehen, wobei im Rahmen dieser Kontrolltermine bereits aktualisierte Hormonuntersuchungen (Endokrinologie) und eine Kernspintomographie dazu dienen, weitere Untersuchungstermine, medikamentöse Einstellungen und ggf. Zusatzbehandlungen zu bahnen. Oftmals ist es sogar möglich, die medikamentöse (hormonelle) Unterstützung auszusetzen, falls sich die Restfunktion der Hypophyse als hierzu ausreichend erweist. Andererseits lassen sich auch dann, z.B. bei Tumorresten in inoperablen bzw. mit hohem Risiko behafteten Stellen (z.B. Sinus cavernosus) die Mitbehandlung von Strahlentherapeuten (heute zumeist Gamma-Knife/Cyberknife) organisieren, bzw. die regelmässigen Beobachtungsintervalle planen. Die Erfolgsquote der Behandlung dieser Prozesse ist auch von den feingeweblichen Befunden (histologisches Ergebnis) abhängig.
Wie bereits erwähnt, finden sich auch andere Tumorarten in dieser anatomischen Region, bspw. Meningeome, Chordome, Kraniopharyngeome etc. Auch hier ist die operative Entfernung dieser Prozesse die Therapie der Wahl. Ähnlich den Hypophysenadenomen bedarf es auch hier einer differenzierten interdisziplinären Zusammenarbeit und entsprechenden Kontrollen, um so ein bestmögliches Ergebnis für die Patienten zu erreichen.

Leistungsangebot
Präoperative Diagnostik
Transsphenoidale und transkranielle Operation
Postoperative Verlaufskontrolle

Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. R. Oeckler                      PD Dr. med. Manfred Lange
Direktor der Klinik                                 Leitender Oberarzt

Kinderneurochirurgie

Die Kinderneurochirurgie beschäftigt sich mit der Diagnose und Behandlung junger Patienten zwischen 0-18 Jahren. Die Patienten dieser Altersgruppe unterscheiden sich in mancher Hinsicht von den Erwachsenen. Manche Krankheiten kommen ausschliesslich bei den sehr jungen Patienten vor, wiederum andere Veränderungen nur bei den Erwachsenen, bedingt durch Verschleißerscheinungen wie Bandscheibenprobleme oder engen Wirbelkanälen. Ebenso treten manche Tumorarten häufiger bei kleinen Kindern auf. Metastasen sind wiederum nicht bei Kindern zu finden. Gefäßfehlbildungen können in verschiedenen Altersgruppen vorkommen, jedoch gehäufter in den späteren Lebensjahren. 

Nachfolgend wird die Kinderchirurgie der Häufigkeit nach mehr im Detail erwähnt.

Frühgeborene mit niedrigem Geburtsgewicht können intraventrikuläre Blutungen haben. In Folge dessen kann eine Störung der Resorption des Hirnwassers auftreten. Zur Behandlung wird ein Rickham-Reservoir gelegt, d.h. eine kleine Kammer verbunden mit einem Katheter, dessen Spitze in die Hirnkammer implantiert wird. Das gestaute blutige Hirnwasser kann über eine Serie von perkutaner Punktion zur Druckentlastung und Kontrolle des Kopfumfangs abgelassen werden. Danach kann ein Shunt gelegt werden. Das Hirnwasser wird dann über die Steuerung eines Ventils weiter über einen Katheter in die Bauchhöhle abfliessen, von da aufgenommen und in die Blutbahn zurücktransportiert.

Bei dem sog. Hydrocephalus occlusus kann das Hirnwasser jedoch eine Ventrikulostomie, d.h. eine kleine Fensterung am Boden der 3. Hirnkammer über eine endoskopische Methode hergestellt werden. Durch die kleine Öffnung kann das Hirnwasser um das Hindernis abfließen.

Fehlbildungen an der Wirbelsäule und an dem Rückenmark mit seiner Hülle können unterschiedlich in Schweregrad und Ausprägung in Erscheinung treten. Die schwere Form, die Myelomeningozele, wobei das Rückenmark nicht von der Rückenmarkshaut, Wirbelbögen und normaler Haut bedeckt wird, sondern frei liegt. Diese Fehlbildung war früher relativ häufiger anzutreffen als heute. Die Studien haben gezeigt, dass durch die Vitamin-E-Zufuhr die Häufigkeit dieser Art der Fehlbildung reduziert wurde. Von der neurochirurgischen Seite wird bei dieser Art von Fehlbildung eine plastische Deckung zum Schutz der Neuralstrukturen vorgenommen. Über 90 Prozent solcher Kinder haben auch Störungen der Liquorzirkulation. Die Kinder benötigen darum einen Shunt zur Ableitung des gestauten Hirnwassers. Die Betreuung solcher Patienten ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Pädiatern, Neurochirurgen, Kinderorthopäden und Urologen und nicht zuletzt von den Eltern und betreuenden Pädagogen.

Eine Encephalozele ist eine Fehlbildung an der Hirnentwicklung. Nach Abklärung mit einer Kernspintomographie wird diese Veränderung ebenso plastisch gedeckt werden. Diese Veränderungen kommen in der Mittellinie am Hinterkopf, aber auch an der Schädelbasis oder im vorderen Bereich an der Stirn vor. Die Häufigkeit an der Basis oder an der Stirn ist bei Europäern seltener, jedoch häufiger anzutreffen bei den Patienten in Südostasien.

Der Malsinus ist ebenso eine Fehlbildung in der Mittellinie über der Wirbelsäule, wobei ein ganz kleiner Kanal mit einer Öffnung, häufig mit geringer Veränderung in der Umgebung, wie Verfärbung der Haut oder langen Haaren und reicht in die Tiefe bis in den Wirbelkanal oder sogar zum Rückenmark. Durch diese offene Verbindung können Keime von der Haut und der Umgebung in die Tiefe eindringen und immer wieder Hirnhautentzündungen verursachen. Durch die Abklärung mit einer Kernspintomographie kann dieser Gang mit der Verbindung bildlich sehr gut dargestellt werden. Danach wird eine Operation zur kompletten Entfernung des Ganges durchgeführt, damit die Ursache der Entzündung beseitigt wird.

Aktualisiert: 01.09.2008

Mo. 06.02.2012

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