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Spezielle Krankheitsbilder

KRANKHEITSBILDER
... auf die wir uns konzentriert haben.

In der Übersicht und zur Orientierung: Klicken Sie bitte auf die gewünschten, unterstrichenen Textzeilen, um direkt zu den Inhalten zu gelangen:

LinkGallensteine

LinkHämorrhoiden

LinkLeistenbruch

LinkSchilddrüse

LinkSchlüsselloch-Chirurgie


Der Leistenbruch (Hernia inguinalis)

Mit weit über 700 Bruch-Operationen im Jahr und einem differenzierten OP-Spektrum ist die Klinik für Allgemein-,Visceral, und Kinderchirurgie ein überregionales Zentrum für diese Erkrankung. Leistenbrüche stellen zwei Drittel aller Brüche dar.

Was ist ein Leistenbruch?
Unter einem Leistenbruch versteht man eine sackartige Ausstülpung des Bauchfells durch eine Lücke in der Bauchdecke. Dabei treten Eingeweideteile (z.B. Darm, Harnblase oder Bauchfett) im Leistenkanal aus, wo beim Mann der Samenleiter mit Blutgefäße zum Hoden und bei der Frau das Mutterband zur Gebärmutter zieht. Der Leistenbruch ist eine der häufigsten Erkrankungen, die chirurgisch behandelt wird. Männer sind etwa zehnmal häufiger betroffen als Frauen.

Wie entsteht ein Leistenbruch?
Ein Leistenbruch kann angeboren oder erworben sein. Beim angeborenen Leistenbruch fehlt der natürliche Verschluss der Bauchdecke; er findet sich deshalb häufig bei Frühgeborenen. Bei den erworbenen Brüchen ist der Hauptgrund die altersbedingte Lockerung des Bindegewebes. Druckerhöhungen im Bauchraum z.B. durch Husten, Verstopfung, Vergrößerung der Prostata mit Pressen beim Wasserlassen, Heben schwerer Lasten sind nur auslösende Faktoren.

Wie erkenne ich einen Leistenbruch?
Häufige Beschwerden sind eine Vorwölbung im Bereich der Leiste und stechende oder ziehende Schmerzen bei körperlicher Belastung. Gelegentlich treten auch Stuhlunregelmäßigkeiten auf. Starke Schmerzen weisen auf eine Einklemmen von Bruchinhalt (z.B. Darm) hin. Das kann lebensgefährlich sein!

Wann muss ein Leistenbruch operiert werden?
Ein Leistenbruch kann sich niemals zurückbilden, weshalb jeder Leistenbruch operiert  werden sollte. Als Alternative werden selbst heute noch Bruchbänder angeboten. Diese können den Bruch jedoch nicht beheben und sogar zu Druckschädigung des Gewebes führen. Heute gibt es weitaus bessere Methoden, die wir bei jedem Menschen - auch dem herzkranken oder betagten - sicher anbieten können. Denn die modernen Operationen sind  schonend und sehr effektiv. Da sich der Bruch im Laufe der Zeit vergrößern wird, sollte die Operation bald nach der Diagnosestellung geplant werden. Ein Notfall-Eingriff ist dann notwendig, wenn es Organe einklemmen und sich nicht mehr zurückschieben lassen.

Allgemeines zur Operation
Die operative Versorgung eines Leistenbruches ist heutzutage ein Standardeingriff, die in unserer Klinik viele Hundert Mal im Jahr durchgeführt wird. Häufig kann dieser Eingriff sogar ambulant durchgeführt werden. Der Eingriff kann wahlweise in Vollnarkose, Rückenmarksteilnarkose (Spinalanästhesie) oder in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) durchgeführt werden. Die körperliche Schonphase nach der Operation ist heute viel kürzer als noch vor wenigen Jahren.

Welche Operationsmethoden gibt es?

  1. Bei Kindern wird der Bruchsack ganz einfach bei einer kleinen Operation abgetragen.
  2. Bei Erwachsenen muss aber zusätzlich die schwache Leistenhinterwand verstärkt werden. Die traditionelle Methode ist die direkte Naht mit Faden (OP nach Shouldice). Dabei wird über einen Hautschnitt in der Leiste der Bruch freigelegt. Anschließend wird die Stabilität der Bauchdecke durch Naht der Bindegewebs- und Muskelschichten wieder hergestellt. Abschließende Stabilität wird erst nach dem narbigen Verfestigen der Schichten erreicht, so dass eine körperliche Schonung von 4-6 Wochen notwendig ist.
  3. Verschluss mittels Kunststoffnetz (OP nach Lichtenstein): Auch hier erfolgt das Freilegen des Bruchs über einen Hautschnitt. Das Loch in de Bauchdecke wird mit einem zarten Kunststoffnetze verschlossen. Dadurch hat man nach dem Eingriff wenig Schmerzen, und das Risiko eines erneuten Leistenbruches ist minimal. Dieser Eingriff ist auch in lokaler Betäubung ohne Narkose möglich. Die Schonzeit beträgt drei Wochen. Die Netze können Sie bei der ambulanten Vorstellung sehen und fühlen.
  4. Minimal-invasive Chirurgie (total extraperitoneale Netzplastik = TEP): Bei dieser Methode wird auf einen Hautschnitt gänzlich verzichtet. Über drei kleine Stiche werden die sondenartigen Instrumente und die Videokamera eingebracht, die Bruchlücke wird von innen dargestellt und mit einen Netz von innen abgedichtet. Bei beidseitigen Leistenbrüchen können hier im selben Eingriff beide Seiten operativ versorgt werden. Die minimal invasive Technik ist sehr elegant und auch anspruchsvoll. Ein spezielles Training und Expertise des Operateurs ist deshalb notwendig. Die Operation muss obligat in Vollnarkose stattfinden und benötigt einen dreitägigen stationären Kliniaufenthalt. Dafür sind Schmerzen ganz selten, und die Vollbelastung kann nach 10 Tagen beginnen. Ein ideales Verfahren für den Sportler, Posaunisten oder Freiberufler.

Welche Operationsmethode für Sie in Frage kommt, wird individuell mit Ihnen besprochen. Gerne beraten wir Sie ausführlich in unserer chirurgischen Ambulanz. Ein Termin hierfür kann unter Telefon 07721 / 93-3302 (Frau Jendryschik) vereinbart werden.

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Erkrankungen der Schilddrüse (u.a. Struma, Schilddrüsenkarzinom)

Allgemeines
Die Schilddrüse ist eine lebenswichtige Drüse, dessen jodhaltiges Hormon Thyroxin die Grundaktivität jeder einzelnen Zelle im Körper einstellt. Es gibt eine Vielzahl von Erkrankungen der Schilddrüse, die einerseits die Funktion, andererseits die Drüsenform betreffen. Vergrößerungen der Schilddrüse werden als Kropf oder Struma bezeichnet. Die häufigste Kropfform ist die Knotenbildung. Ursächlich ist in erster Linie ein Mangel an Jod in der Nahrung, insbesondere hier im Schwarzwald, wo mehr als jeder dritte Erwachsene knotige Veränderungen in der Schilddrüse aufweist. Deshalb ist die hausärztliche Abklärung in unserer Region so wichtig. Weitere, deutlich seltenere Erkrankungen der Schilddrüse sind bösartige Tumoren sowie die Autoimmunerkrankungen wie der Morbus Basedow oder die Hashimoto Thyreoiditis. Sehr selten sind bakterielle Entzündungen. Im Rahmen von Schilddrüsenerkrankungen kann es sowohl zu Überfunktionen (Hyperthyreose) als auch zu Unterfunktionen (Hypothyreose) der Schilddrüse kommen.

Notwendige Untersuchungen
Durch eine Bestimmung der Schilddrüsenhormone im Blut und eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse können im Regelfall die meisten Schilddrüsenerkrankungen diagnostiziert werden. Eventuell müssen jedoch noch weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Hierzu gehören die Szintigraphie der Schilddrüse durch den Nuklearmediziner sowie gelegentlich die Feinnadelpunktion der Schilddrüse bei Verdacht auf das Vorliegen von bösartigen Veränderungen in der Schilddrüse. Bei Autoimmun-Erkrankungen werden spezielle Laborwerte abgenommen.

Operationsverfahren
Nicht jeder Knoten der Drüse muss operiert werden. Die Operationsverfahren richten sich nach Funktion und Größe der Schilddrüse. Bei gutartigen knotigen Veränderungen der Schilddrüse sollen alle veränderten Bereiche des Organs entfernt werden müssen. Dabei reicht das Ausmaß des chirurgischen Eingriffs von der Entfernung einzelner Knoten über die Entfernung eines oder beider Schilddrüsenlappen bis auf einen kleinen Rest bis hin zur totalen Entfernung des gesamten Organs. Bei Autoimmunerkrankung wird meistens die gesamt kranke Drüse entfernt. Die radikale Operation ist bei bösartigen Erkrankungen obligat; dann müssen auch die benachbarten Lymphknotenstationen vollständig entfernt werden. Das genaue Operationsverfahren wird nach Vorliegen sämtlicher Befunde vor der Operation individuell auf jeden Patienten abgestimmt und besprochen.

Wichtiges zur Operation
Eine Operation an der Schilddrüse, auch die vollständige Entfernung der Schilddrüse, ist heutzutage ein häufig durchgeführter Standardeingriff. Mit über 200 Eingriffen im Jahr verfügt unsere Klinik über eine große Erfahrung, der wichtigste Faktor einer Qualitätschirurgie. Unser höchstes Ziel ist die Vermeidung von Komplikationen und eine kleine, schöne Narbe am Hals. Durch den routinemäßigen Einsatz moderner Verfahren wie das intraoperative Neuromonitoring des Stimmbandnerven sowie die Verwendung der Lupenbrille können typische OP-Risiken wie die Verletzung des Stimmbandnerven oder der Nebenschilddrüsenkörperchen auf ein Minimum reduziert werden.

Gerne beraten wir Sie ausführlich in unserer chirurgischen Ambulanz. Ein Termin hierfür kann unter Telefon 07721 / 93-3302 (Frau Jendryschik) vereinbart werden.

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Gallensteine (Cholezystolithiasis)

Was sind Gallensteine?
Die in der Leber gebildete Gallenflüssigkeit spielt eine wichtige Rolle bei der Fettverdauung und wird über Gallengänge in den Zwölffingerdarm abgegeben. Die Gallenblase befindet sich unterhalb der Leber und dient als zusätzliches Reservoir der Gallenflüssigkeit. Hier können durch Eindickung der Gallenflüssigkeit Gallensteine entstehen. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung haben Gallensteine, Frauen sind zwei bis dreimal häufiger betroffen als Männer. Etwa 75 Prozent der Gallensteinträger haben keine Beschwerden (man spricht auch von stummen Gallensteinen). Daher wissen viele nicht, dass sie Gallensteine haben. Solange Gallensteine keinerlei Beschwerden bereiten, müssen sie auch keiner Therapie zugeführt werden.

Welche Beschwerden können auftreten?
Typische Beschwerden sind Gallenkoliken. Sie treten auf, wenn ein kleiner Gallenstein sich am Ausgang der Gallenblase einklemmt oder in die Gallengänge gelangt. Plötzliche und heftige, krampfartige Schmerzen im rechten und mittleren Oberbauch sind Zeichen einer Gallenkolik. Die Schmerzen können in den Rücken und in die rechte Schulter ausstrahlen und werden häufig von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Komplizierend kann es dabei zu Entzündungen der Gallenblase (Cholecystitis) oder der Gallengänge (Cholangitis) kommen. Der Patient bekommt dann Fieber. Staut sich die Gallenflüssigkeit zurück in die Leber, kann in seltenen Fällen der Gallenfarbstoff in das Blut übertreten. Dies führt zu einer Gelbfärbung der Haut (Ikterus).
Häufig sind Gallensteine aber auch "nur" von unspezifischen Oberbauchbeschwerden begleitet. Dazu zählen Völle- und Druckgefühl im Oberbauch, Blähungen oder Unverträglichkeit von manchen Speisen und Getränken (wie fette, gebratene Speisen, auch Kaffee).

Wie kann man Gallensteine nachweisen?
Gallensteine lassen sich heutzutage sicher mit dem Ultraschall nachweisen. Ebenso können hier entzündliche Veränderungen der Gallenblase oder ein Aufstau von Galleflüssigkeit ausgeschlossen werden.

Wann sollte man die Gallenblase operativ entfernen?
Eine Behandlung ohne Operation gibt es nicht. Grundsätzlich wird Gallensteinträgern, die einmalig Symptome entwickelt haben, zur operativen Entfernung der Gallenblase geraten. Eine alleinige Entfernung der Gallensteine ohne die Gallenblase ist sinnlos, da sich innerhalb von wenigen Monaten wieder erneut Steine bilden würden. Die lebensbedrohlichen Komplikationen von Gallensteinen wir akut Entzündung,  Platzen mit Bauchfellentzündung, Gelbsucht oder Bauchspeicheldrüsenentzündung sind sehr wichtige Gründe für eine frühzeitige Entfernung der Gallenblase.

Wie kann die Gallenblase operativ entfernt werden?
Die Operation erfolgt heute im Regelfall in Form der minimal-invasiven Gallenblasenentfernung über eine Bauchspiegelung (laparoskopische Cholecystektomie). Über 90 Prozent aller Gallenblasen-Operationen werden bei uns auf diese Weise entfernt. Der stationäre Aufenthalt beträgt nur wenige Tage, und die Vollbelastung ist dann rasch möglich. In Ausnahmefällen, d.h. nach früheren Operationen im Oberbauch oder bei sehr starken Entzündungen der Gallenblase muss man auch heute noch auf die traditionelle Methode der Gallenblasenentfernung über einen Bauchschnitt (konventionelle Cholecystektomie) zurück greifen. Mit über 400 Operationen im Jahr gehört unsere Klinik zu den größten im Lande. Die bundesweite Qualitätssicherung zeigt, das die Klinik nicht nur von der Menge, sondern auch von den Ergebnissen her zu den größten und besten im Lande gehört.

Gerne beraten wir Sie ausführlich in unserer chirurgischen Ambulanz. Ein Termin hierfür kann unter Telefon 07721 / 93-3302 (Frau Jendryschik) vereinbart werden.

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Minimal-invasive Chirurgie (MIC) oder "Schlüsselloch-Chirurgie"

Was bedeutet minimal-invasive Chirurgie?
Die "Minimal-Invasive Chirurgie" verzichtet auf den herkömmlichen großen Hautschnitt; stattdessen werden über mehrere kleine Schnitte (2, 5, 10 mm) spezielle sondenähnliche Instrumente und eine digitale Miniaturkamera in das Operationsgebiet eingebracht. Über das Einleiten von Kohlendioxid-Gas kommt es zum Aufdehnen des Operationsgebietes, so dass man unter guter Sicht operieren kann. Benutzt man diese Technik, um an Organen des Bauchraumes zu operieren, so spricht man auch von einer "Bauchspiegelung", im medizinischen Terminus einer "Laparoskopie". Spiegelt man über natürliche Körperöffnungen wie Mund oder After, nennen wir es Endoskopie.

Was sind die Vorteile der minimal-invasiven Chirurgie?
Der Vorteil der relativ neuen Technik liegt nicht nur in den kleinen Wunden und dem besseren kosmetischen Ergebnis. Der minimal-invasive Zugang verursacht weniger Schmerzen, die Erholung wird beschleunigt und der Krankenhausaufenthalt verkürzt. Ein weiterer Vorteil der minimal-invasiven Chirurgie liegt in der besseren Sicht in schwer zugänglichen Bereichen der Bauchhöhle. Diese sind durch das Heranführen der Miniaturkamera, die Vergrößerungsoptik und das Schwenken des Blickwinkels besser einsehbar.

Welchen Stellenwert hat die minimal-invasive Chirurgie?

Fast jeder dritte  Patient wird in unserer Referenzklinik mit der neuen schonenden Technik operiert. Die Routine-Eingriffe sind unten aufgelistet. Innovative Technologien erlauben nun den Einsatz in bisher von konventionellen Methoden beherrschten Gebieten. So sind die jüngsten Fortschritte der minimal-invasiven Chirurgie an Schilddrüse, Magen und Speiseröhre erstaunlich. Unsere Klinik steht an der Spitze des Fortschritts. Durch die Nähe zum Medizintechnik-Standort Tuttlingen können die Innovationen rasch in die Klinik eingeführt werden. Unsere Klinik wird von der deutschen Fachgesellschaft als Hospitationsklinik empfohlen und genießt überregional und international höchstes Ansehen. Fragen Sie uns in der Ambulanz gezielt nach der Möglichkeit der schonenden OP-Technik bei Ihrer Erkrankung.

Welche Operationen können minimal-invasiv durchgeführt werden?

Unsere Klinik führt eine Vielzahl an Operationen minimal-invasiv durch, unter anderen:

  • Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie)
  • Entfernung des Wurmfortsatzes im Rahmen einer ?Blinddarmentzündung? (Appendektomie)
  • Leistenbruch-Operationen
  • Dickdarmentfernung zur Behandlung der Sigmadivertikulitis (Sigmaresektion)
  • Dickdarmteilentfernungen bei gut- und bösartigen Erkrankungen des Dick- und Mastdarms (Hemikolektomie, Rektumresektion)
  • Anlage eines künstlichen Darmausgangs
  • Magenoperationen (Resektionen)
  • Lösen von Verwachsungen in der Bauchhöhle (Adhäsiolyse)
  • Operationen bei Morbus Crohn (auch bei entzündlich bedingten Konglomerattumoren oder Blasen-Darm-Fisteln)
  • Operationen bei der Refluxerkrankung (Fundoplicatio)
  • Operationen bei Zwerchfellbruch
  • Adipositas-Chirurgie: Magenband, Schlauchmagen, Magenbypass
  • Entfernung der Milz (Splenektomie)
  • Entfernung der Nebenniere (Adrenalektomie)
  • Entdeckelung von Leberzysten
  • Bauchspiegelung zur Sicherung einer Diagnose (diagnostische Laparoskopie)
  • Entfernung von auffälligen Lymphknoten in der Bauchhöhle

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Hämorrhoiden

Was sind Hämorrhoiden?
Hämorrhoiden sind natürliche Schleimhautpolster aus Venengeflechten, Bindegewebe und Muskelfasern im untersten Teil des Mastdarms, die neben dem eigentlichen Schließmuskel für den Feinverschluss des Enddarms verantwortlich sind. Bei starkem Pressen infolge ständiger Verstopfung, Übergewicht, vorwiegend sitzender Tätigkeit oder Schwangerschaft kann es zur Vergrößerung der Hämorrhoiden und zu damit verbundenen Beschwerden kommen. Man spricht dann vom sogenannten ?Hämorrhoidalleiden?.

Welche Symptome können auftreten?
Typische Symptome sind schmerzlose hellrote Blutungen, welche als Stuhlauflagerungen oder auf dem Toilettenpapier bemerkt werden. Des Weiteren kann es zu Jucken, Nässen oder Stuhlschmieren kommen. Im fortgeschrittenen Stadium ist ein Fremdkörpergefühl möglich. Manche Patienten berichten über eine tastbare Vorwölbung aus dem After, die sich zurückdrücken lässt. Schmerzen sind eher untypisch, auch wenn viele Patienten diese gerne auf ihre "Hämorrhoiden" zurückführen, können aber im Verlauf der Erkrankung ebenfalls auftreten.
Die genannten Symptome können einzeln oder kombiniert auftreten und sind typisch für ein Hämorrhoidalleiden. Trotzdem können sich dahinter viele weitere Erkrankungen verbergen. Nur eine Untersuchung kann Gewissheit bringen, ob es sich wirklich um ein Hämorrhoidalleiden handelt!

Welche Untersuchungen müssen durchgeführt werden?
Durch die Schilderung der Beschwerden kann häufig bereits ein Hämorrhoidalleiden vermutet werden. Trotzdem müssen andere Erkrankungen, welche ähnliche Symptome zeigen, ausgeschlossen werden. Insbesondere bei Blutauflagerungen auf dem Stuhl müssen bösartige Tumoren des Dick- und Mastdarms ausgeschlossen werden. Eine eingehende körperliche Untersuchung, bei der auch die Analregion ausgetastet wird (digital-rektale Untersuchung) ist genauso wie eine endoskopische Spiegelung des Analkanals (Proktoskopie) und Mastdarms (Rektoskopie) obligat. In den meisten Fällen werden diese Untersuchungen durch eine komplette endoskopische Untersuchung des Dickdarms (Koloskopie) ergänzt.

Welche Stadien des Hämorrhoidalleidens können unterschieden werden?
Stadium I: Vergrößerung der Hämorrhoiden, von außen nicht sichtbar.
Häufige Beschwerden: schmerlose hellrote Blutauflagerungen

Stadium II: Vorfall von Knoten beim Stuhlgang, die sich von alleine wieder zurückziehen.
Häufige Beschwerden: Brennen, Juckreiz, entzündlich gerötete Haut und Nässen im Analbereich, Fremdkörpergefühl.

Stadium III: Vorfall von Knoten beim Stuhlgang, die mit dem Finger zurückgeschoben werden müssen.
Häufige Beschwerden: Brennen, Juckreiz, permanentes Fremdkörpergefühl, Gefühl der unvollständigen Entleerung nach dem Stuhlgang, stärkere Blutungen.

Stadium IV: Vorfall von Knoten, die sich nicht mehr zurückschieben lassen.
Häufige Beschwerden: siehe Stadium III

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es in unserer Klinik?
1. Allgemeinmaßnahmen:
Eine entscheidende Maßnahme, um die Beschwerden bei Hämorrhoiden zu lindern, ist es, einen weichen, geformten Stuhlgang zu erreichen, der ohne Pressen entleert werden kann. Zu diesen Maßnahmen gehören ausreichend Bewegung, eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung in Form von Gemüse und Obst, die Vermeidung blähender Speisen und reichliche Trinkmengen.

2. Salben und Zäpfchen:
Helfen meist nur bei Stadium I oder II. Sie lindern die Entzündung, bekämpfen akute Schmerzen und stillen den Juckreiz. Sie helfen damit, Symptome zu verringern, beseitigen jedoch nicht die Ursache der Beschwerden.

3. Gummibandligatur:
Geeignet im Stadium II. Bei dieser Methode werden einzelne Hämorrhoidalknoten mit einem Gummiband abgeschnürt. Das Gewebe verkümmert dadurch und wird nach wenigen Tagen abgestoßen. Eine spezielle Narkose ist bei dieser Behandlung nicht notwendig, der Eingriff wird ambulant durchgeführt, ist effektiv, sicher und absolut schmerzfrei.

4. Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur (HAL)
Diese Methode ist neu. Sie überzeugt durch die absolute Schmerzfreiheit. Sie kann ohne Narkose ambulant durchgeführt werden. Dabei werden die speisenden Hämorrhoidengefäße oberhalb der Knoten im Enddarm gezielt aufgesucht und durchstochen, was den starken Blutfluss in die Hämorrhoiden drosselt und einen Rückgang der Knoten bewirkt. Die Methode eignet sich für kleinere Knoten (Stadium II) und wird gerne mit anderen Techniken kombiniert.

5. Hämorrhoiden.-Excision:
Geeignet für Stadium II und III. Der Eingriff wird in Vollnarkose oder Rückenmarksbetäubung durchgeführt. Hierbei werden die vergrößerten Hämorrhoidalknoten ausgeschnitten. Dies ist ein traditionelles, sicheres und effektives Verfahren, das aber auch leider mit Schmerzen einhergeht, die bis zur vollständigen Ausheilung über mehrere Wochen den Stuhlgang begleiten können.

6. Operation nach Longo (Stapler-Hämorrhoidektomie)
Geeignet im Stadium III bei ausgedehntem Befund mit zirkulär angeordneten mehrfachen Hämorrhoidalknoten. Durch diese relativ neue Operationsmethode wird oberhalb des Analkanals ein Schleimhautstreifen mit einem speziellen Klammernahtapparat (sog. Stapler) entfernt. Hierdurch wird der Vorfall behoben, was die nach außen vorgefallenen Hämorrhoiden zurückverlagert. Gleichzeitig wird die übersteigerte Blutzufuhr zu diesen Venengeflechten verringert. Vorteile dieser komplexeren Methode sind eine rasche Heilung, die minimalen Schmerzen und die Abwesenheit von offenen Wunden.

Vor der Entscheidung zur jeweiligen Behandlungmethode steht immer eine genaue Untersuchung in unserer proktologischen Ambulanz. Die Behandlungsvielfalt, die in der Klinik angeboten wird, ermöglicht die Wahl eines mit dem Patienten abgestimmten individualisierten und optimierten Behandlungskonzeptes. Gerne beraten wir Sie in unserer chirurgischen Ambulanz.
Ein Termin kann über Frau Jendryschik (Telefon 07721-93-3302) vereinbart werden.

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Aktualisiert: 15.07.2008

Mo. 06.02.2012

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