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Spezielle Krankheitsbilder

KRANKHEITSBILDER
... auf die wir uns konzentriert haben.

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Therapie vom Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Symptome und Hintergrundinformationen

Das Bronchialkarzinom ist einer der häufigsten Tumoren des Menschen, der ohne Behandlung durch Komplikationen am Tumor und/oder durch Absiedlungen (Metastasen) in anderen Organen (Leber, Knochen, Gehirn) rasch zum Tode führt. Klinische Symptome sind oftmals Husten, blutiger Auswurf, Luftnot, Fieber und Appetitlosigkeit, seltener Schluckbeschwerden oder Heiserkeit. Man unterscheidet bei diesem Tumor grundsätzlich zwei unterschiedliche Gruppen (kleinzellige bzw. nicht kleinzellige Tumoren); diese Unterscheidung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Behandlung. Bekannte Risikofaktoren sind das Rauchen sowie verschiedene Umweltschadstoffe.

Therapie beim kleinzelligen Bronchialkarzinom

Während eine Operation nur selten bei sehr kleinen Tumoren sinnvoll ist, sind bei den meisten Patienten die Chemo- und die Radiotherapie die Hauptstützen der Behandlung. Letztere wird zumeist parallel zum zweiten und dritten Chemotherapiezyklus gegeben. Stellt sich nach Abschluss der Chemotherapie heraus, dass der Tumor komplett verschwunden ist, wird regelhaft prophylaktisch noch eine Bestrahlung des Gehirns angeschlossen. Damit kann die Überlebensrate und das Risiko, dass Absiedlungen des Tumors im Gehirn entstehen, deutlich positiv beeinflusst werden. Sind bereits bei Erstdiagnose Absiedlungen des Tumors in anderen Organen (Metastasen) gefunden worden, sollte eine medikamentöse Therapie erfolgen.

Therapie beim nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom

Solange der Tumor operiert werden kann, ist die Chirurgie die Therapie der Wahl, der in Abhängigkeit von bestimmten Risikofaktoren oftmals eine Chemotherapie, seltener eine Radiotherapie angeschlossen wird. Bei medizinischer Inoperabilität ist jedoch natürlich auch eine Radiotherapie möglich. In den lokal fortgeschrittenen Stadien ist die Kombination aus Radio-/Chemotherapie zwingend, wobei die zeitgleiche Behandlung mit Radio- und Chemotherapie sinnvoller ist als die hintereinander folgende Vorgehensweise. Ob eine zusätzliche Operation hilfreich ist, wird in Studien überprüft; bisher gibt es keine Gründe, die für den zwingenden Einsatz der Chirurgie sprechen. Unklar ist bisher, ob auch beim nicht kleinzelligen Lungentumor im Falle einer kompletten Tumorrückbildung eine vorsorgliche Hirnbestrahlung erfolgen muss. Bei metastasierten Tumoren steht die Chemotherapie im Vordergrund; die Radiotherapie kommt dann nur in besonderen Situationen zum Einsatz (siehe Behandlung von Metastasen).

Wie können wir Ihnen helfen?

Aus den oben beschriebenen therapeutischen Möglichkeiten ersehen Sie, dass die Behandlung des Lungenkrebses eine enge Absprache zwischen den Thoraxchirurgen (Operation), den Hämatoonkologen (Chemotherapie, medikamentöse Behandlung) und den Radioonkologen (Strahlentherapie) erfordert. Daher treffen wir uns regelmäßig in unserer Tumorbesprechung, damit wir individuell jedem Patienten die für ihn beste Therapie anbieten können.
Neben einem guten Allgemeinzustand und einer guten Lungefunktion ist die genaue Diagnostik der Tumorregion Voraussetzung für die sichere Durchführung der Strahlentherapie. Auf dieser Grundlage erstellen wir mit Hilfe der Planungscomputertomographie einen dreidimensionalen Bestrahlungsplan. Die Bestrahlung selbst wird 1-2x/Tag über 4-6½ Wochen erfolgen. Selbstverständlich achten wir unter Verwendung von Positionierungshilfen und Kontrollen darauf, dass an jedem Tag der Patient in der exakten Position bestrahlt wird. Maßgeblich trägt auch der Patient selbst zum Gelingen der Therapie bei, in dem er die notwendigen Maßnahmen zur Prophylaxe von möglichen Begleiterscheinungen der Therapie durchführt; dabei stehen wir natürlich mit Rat und Tat zur Seite.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie von Tumoren im Kopf-Hals-Bereich (Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf)

Symptome und Hintergrundinformationen

Tumoren der Mundhöhle, des Rachens und des Kehlkopfes fallen oftmals durch Schmerzen im Mund-Rachenbereich, Schluckbeschwerden, Heiserkeit und/oder vergrößerte Halslymphknoten auf. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen. Hintergrund sind insbesondere Tabak- und Alkoholkonsum.

Therapie bei lokal begrenzten, operablen Tumoren

Kleine Tumoren werden in der Regel entweder durch Operation oder durch Bestrahlung behandelt. Insbesondere beim Kehlkopfkarzinom sind beide Therapien eigentlich konkurrierende Verfahren, in denen es um die Optimierung des Kehlkopferhaltes (Stimme, Schluckakt) geht. In Deutschland überwiegen die operativen Eingriffe (Laserbehandlung, Kehlkopfteilentfernung), wobei international jedoch unterschiedliche Empfehlungen gegeben werden.
Wurde ein kleiner, lokal begrenzter Tumor operiert, ergeben sich zumeist keine Gründe für eine weitere Therapie. Anders ist es bei Patienten, bei denen der Tumor zwar operabel, aber schon deutlich größer war. Hier besteht ein hohes Rückfallrisiko, das durch eine nachfolgende Radio- oder eine kombinierte Radiochemotherapie nachhaltig reduziert werden kann.

Therapie bei lokal fortgeschrittenen, nicht mehr operablen Tumoren

Viele der Tumor im Kopf-Hals-Bereich sind aufgrund ihrer Größe jedoch nicht mehr zu operieren, können aber durch eine hoch dosierte, lokale Strahlentherapie behandelt werden. Die Ergebnisse der Strahlentherapie können zudem, wie wir heute wissen, durch die Gabe einer gleichzeitigen Chemotherapie verbessert werden.
Da selbst bei fortgeschrittenen Tumoren die Häufigkeit an Tumorabsiedlungen in anderen Organen (Fernmetastasen) relativ gering ist, spielt die lokale Kontrolle durch die Radiotherapie die entscheidende Rolle in der Behandlung. Die Ziele sind bestmögliche hohe Überlebens- und niedrige Rückfallraten bei möglichst niedrigen Nebenwirkungen. Im Gegensatz zur Operation, bei der je nach Tumorgröße oftmals der Kehlkopf entfernt und somit dem Patienten die Möglichkeit, normal zu sprechen, genommen werden müsste, ist es ein weiteres Ziel der Radiochemotherapie, die Funktionsfähigkeit des Kehlkopfes zu erhalten.

Wie können wir Ihnen helfen?

In unserer Klinik richten wir uns gezielt nach den o.g. international anerkannten Vorgaben, wobei wir neue relevante Studienergebnisse und Therapiemethoden schnell in unsere Arbeit integrieren, um Ihnen die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.
Damit diese Behandlung, die täglich (5x/Woche) durchgeführt wird und etwa 6-7 ½ Wochen in Anspruch nimmt, gut gelingen kann, treffen wir zudem in Zusammenarbeit mit den beteiligten Fachärzten im Vorfeld sehr aufwändige Vorbereitungen:
- bildgebende Diagnostik
- Zahnsanierung (sofern notwendig)
- Sicherstellung der Ernährungsmöglichkeit (wenn die Größe des  
  Tumors und/oder die Therapie es notwenig erscheinen lassen) 
  durch eine PEG
- Sicherstellung der korrekten Patientenlagerung durch individuelle
  Lagerungssysteme (Maske, Fußboard)
- Klärung der Chemotherapienotwendigkeit und -fähigkeit

Aber nicht zuletzt ist auch der Patient mit in der Verantwortung hinsichtlich seiner Mithilfe bei der vorsorglichen Durchführung von Maßnahmen, die dazu dienen, Begleiterscheinungen der Therapie verringern zu helfen (Mundhygiene, Hautpflege, Absetzten von Alkohol- und/oder Zigarettengenuss).

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie von Brustkrebs

Symptome und Hintergrundinformationen

Brustkrebs ist der häufigste Tumor der Frau. Durch die häufigere Inanspruchnahme und Durchführung der Vorsorgeuntersuchung sowie durch Selbstuntersuchung (Abtasten der Brust) werden 80% der Tumoren in oftmals frühen Stadien diagnostiziert. Seltene und späte Symptome der Erkrankung sind Schmerzen sowie Einziehungen und/oder Entzündungsreaktionen der Haut bzw. der Brustwarze.

Therapie nach brusterhaltender Operation

Heute wissen wir, dass eine brusterhaltende Therapie bestehend aus Operation und Strahlentherapie gleichwertige Ergebnisse zur früher durchgeführten Brustamputation erzielt. Daher ist heute dieses organerhaltende Vorgehen das Routineverfahren für die meisten Patientinnen. Wir wissen ebenfalls, dass auf die Bestrahlung der gesamten Brust und - in Risikosituationen - auch der Lymphabflusswege nicht verzichtet werden kann, um das Ziel, einen Tumorrückfall in der Brust zu vermeiden, zu erreichen. Teilbrustbestrahlungen sollten derzeit weltweit daher nur im Rahmen von Studien erfolgen. Zudem kann die Bestrahlung in bestimmten Situationen auch zu einer Verbesserung der Überlebensraten beitragen. Des weiteren ist es aus heutiger Sicht notwendig, nahezu alle Patientinnen mit einer medikamentösen Therapie (Chemo-/Hormontherapie etc.) zu behandeln, um eine Heilung der Erkrankung zu erreichen.

Therapie nach Brustamputation (Mastektomie)

In einer Vielzahl von Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass unabhängig von der medikamentösen Behandlung bei einem Teil der Patientinnen auch nach Brustamputation eine Bestrahlung zwingend erforderlich ist, um das lokale Rückfallrisiko zu senken und damit auch zu einer Optimierung der Überlebenschancen beizutragen. Die früher oft geäußerte Sorge, dass gesunde Strukturen (z.B. das Herz) dabei geschädigt würden und sich somit der Nutzen der Bestrahlung relativieren würde, ist aufgrund der heute angewandten Strahlentherapietechniken sicherlich nicht mehr so relevant. Wichtig ist jedoch weiterhin, dass trotz moderner operativer Methoden im Falle eines sofortigen Wiederaufbaues der Brust vor Bestrahlung das kosmetische Ergebnis durch die Radiotherapie nachteilig beeinflusst werden kann.

Wie können wir Ihnen helfen?

Wir behandeln hier in unserer Klinik eine große Anzahl von Patientinnen mit Brustkrebs. Dabei achten wir in enger interdisziplinärer Absprache (Tumorboard) auf eine gleich bleibend hohe Qualität unserer Arbeit, die sich an die internationalen und nationalen Leitlinien hält. Diese Expertise dürfen Sie auch, da wir ja Teil des hiesigen Brustzentrums am Klinikum und Kooperationspartner des Brustzentrums Neckar/Donau sind, von uns erwarten.
Natürlich muss eine dreidimensional geplante Radiotherapie genauestens vorbereitet werden. Hierzu bedienen wird uns individueller Lagerungshilfen und natürlich der CT-Planung. Die Bestrahlung wird dann etwa 4-6 Wochen nach der Operation oder, wenn eine Chemotherapie notwendig ist, 3-4 Wochen nach Ende dieser Chemotherapie beginnen können. Sie wird täglich (5x/Woche) durchgeführt, dauert etwa 2-5 Minuten und reicht über etwa 5½ -7½ Wochen.
Damit eventuelle Begleiterscheinungen der Therapie möglichst vermieden werden können bzw. nur geringgradig auftreten, brauchen wir natürlich auch Ihre Mithilfe. Sie erhalten daher von uns ein Merkblatt, aus dem Sie ersehen können, wie Sie effektiv dazu beitragen können.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie von Tumoren im Enddarm (Rektumkarzinom)

Symptome und Hintergrundinformationen

Tumoren des Enddarmes fallen zumeist durch Blutauflagerungen auf dem Stuhl auf und können damit leicht mit einem Hämorrhoidalleiden verwechselt werden. Änderungen der Stuhlgewohnheiten sind späte Symptome. Betroffen sind insbesondere über 60-jährige Menschen. Auslöser für diesen Tumor sind wahrscheinlich die modernen Ess- und Ernährungsgewohnheiten, aber auch bei manchen Patienten genetische Ursachen.

Therapie bei lokal fortgeschrittenen operablen Tumoren

Während kleine Tumoren in der Regel ausschließlich operiert werden, kommen heute bei lokal fortgeschrittenen Tumoren multimodale Therapien zum Tragen. Sicher ist, dass eine kombinierte Radio-Chemotherapie (Dauer 5½ Wochen) vor der Operation dazu führt, dass bei vielen Patienten der Tumor verkleinert wird und danach kontinenzerhaltend (d.h. ohne künstlichen Darmausgang!) 4-6 Wochen nach dieser Therapie operiert werden kann. Dies trifft insbesondere für Tumoren zu, die nahe am Schließmuskel liegen. Bei dieser Kombinationsbehandlung macht man sich den strahlenverstärkenden Effekt des speziellen Chemotherapeutikums zunutze. Bei Tumoren im mittleren/oberen Drittel des Enddarmes kann auch alternativ zur o.g. Radiochemotherapie vor der direkt danach folgenden Operation eine einwöchige Kurzzeitbestrahlung (hohe Bestrahlungsdosen ohne Chemotherapie) durchgeführt werden; auch dadurch wird die lokale Rückfallrate erfolgreich verringert. Nach der Operation erfolgt zumeist eine weitere, alleinige medikamentöse Therapie über 3-4 Monate.
Ist der Patient - was heutzutage nur noch selten vorkommen sollte - ohne vorherige Therapie am Tumor operiert worden, so muss man die kombinierte Radiochemotherapie nachher durchführen. Dies bedeutet jedoch potentiell eine Erhöhung des Nebenwirkungsrisikos.

Therapie beim lokalen Rückfall

Obwohl bei kleinen Tumoren des Enddarmes die Operation die Therapie der Wahl ist und weitere Therapiemaßnahmen zumeist entfallen, kann es bei einigen Patienten dennoch zu lokalen Rückfällen kommen. Wurde der Patient bis dahin nicht bestrahlt, ist unter bestimmten Bedingungen eine Bestrahlung sinnvoll, die mit einer Chemotherapie kombiniert werden sollte. Ist der Tumor danach operabel, sollte sich die Operation anschließen. Aber auch bei schon vorbestrahlten Patienten kann unter Umständen mit dem Ziel einer Schmerzreduktion eine erneute Bestrahlung erfolgen.

Wie können wir Ihnen helfen?

Wir behandeln unsere Patienten mit Enddarmtumoren in unserem LinkDarmzentrum Südwest und somit in enger Absprache mit dem verantwortlichen Chirurgen sowie den Hämatoonkologen (Chemotherapie, medikamentöse Behandlung) nach den international anerkannten Vorgaben sowie den Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). Neue Erkenntnisse werden hierbei zügig in unsere Behandlungsmaßnahmen eingebunden. Ziel ist die optimale Therapie für unsere Patienten. Ausführlich besprechen wir mit jedem Patienten das für ihn sinnvolle Vorgehen; dies ist insbesondere notwendig, da die o.g. Maßnahmen unterschiedliche positive Effekte, aber auch unterschiedliche Nebenwirkungen haben können.
Im Vorfeld ist die korrekte Planung der Bestrahlung notwendig. Dies wird zur bestmöglichen Vermeidung von Nebenwirkungen immer in Bauchlage auf einer speziellen Lagerungshilfe durchgeführt.
Aber auch Sie müssen mithelfen, damit die Bestrahlung gelingt, Sie adäquat operiert werden können und geringe Begleiterscheinungen auftreten. So sollten Sie den Darm, wenn möglich, eine Stunde vor der Bestrahlung entleeren, danach sollten Sie viel Flüssigkeit zu sich nehmen, damit die Blase vor der Bestrahlung gefüllt ist. Genaueres dazu erklären wir Ihnen in unserem Merkblatt, dass Sie vor der Behandlung ausgehändigt bekommen.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie von Analkarzinomen

Symptome und Hintergrundinformationen

Karzinome des Analbereiches (Analkanal bzw. im Randbereich des Afters) sind seltene Tumoren, die zumeist bei Patienten im Alter zwischen 55-65 Jahren zu finden sind. Typische Symptome gibt es nicht; gleichwohl fallen die Tumoren durch Blutauflagerungen auf dem Stuhl, Juckreiz bzw. Schleimabgänge auf. Schmerzen beim Stuhlgang oder Inkontinenz sind häufig Zeichen eines bereits fortgeschrittenen Tumors. Als Risikofaktoren werden Infektionen mit bestimmten Viren (humanes Papillomavirus), analer Geschlechtsverkehr, eine reduzierte Abwehrlage des Körpers und auch das Zigarettenrauchen genannt.

Therapie

Bis vor zwanzig Jahren war die Operation die Therapie der Wahl; allerdings führte sie zumeist zu einem künstlichen Darmausgang. Dieser kann bei einer Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie, die zu den gleichen Therapieresultaten führt wie die Operation, jedoch definitiv vermieden werden. Demnach sollten heutzutage die meisten Analkarzinome mit einer Radiochemotherapie behandelt werden, während die Operation der Diagnosesicherung dient und nur dann wahrscheinlich als ausreichend betrachtet werden kann, wenn der Tumor in einem äußerst frühen und kleinen Stadium (in-situ-Karzinom) gefunden wurde. Sollte der Tumor auf die Radiochemotherapie nicht ansprechen oder aber zu einem späteren Zeitpunkt ein lokaler Rückfall auftreten, bleibt die Operation immer noch als sinnvolle Maßnahme.

Wie können wir Ihnen helfen?

Die oben genannte Therapie dauert 6 Wochen, wobei in der ersten und fünften Woche der Bestrahlung die Chemotherapie durchgeführt werden wird. Die Radiotherapie erfolgt bei uns selbstverständlich mittels einer dreidimensionalen Bestrahlungsplanung. Dadurch haben wir es erreichen können, die früher von Nebenwirkungen so belastete Blase und den Darm sowie die Hüftköpfe sehr gut zu schonen. Gleichermaßen ist es durch ein ausgewogenes Konzept der Haut- und Schleimhautpflege gelungen, Begleiterscheinungen in der Leisten-, Po- und Genitalregion möglichst gering zu halten. Natürlich müssen wir immer noch insbesondere gegen Ende der Therapie damit rechnen, dass Nebenwirkungen verstärkt auftreten; diese sind aber durch eine adäquate Pflege recht schnell wieder in den Griff zu bekommen.
Sie merken also: Die Therapie ist erfolgreich und wir haben sie, um Nebenwirkungen zu reduzieren, mit ausgefeilten technischen Möglichkeiten sehr verbessert. Ein besonderes Augenmerk haben wir hierbei zudem auf die zusätzlichen pflegerischen Maßnahmen während der Behandlung gelegt. Wir werden Sie also mit in die Verantwortung einbeziehen. Zu diesem Zweck erklären wir Ihnen außerdem in einem speziellen Merkblatt, wie Sie gezielt mithelfen können, damit die Behandlung gut gelingt.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie der Oberen Einflussstauung

Symptome und Hintergrundinformationen

Die Obere Einflussstauung ist charakterisiert durch die Einengung der zum Herzen zurückführenden Gefäße (= verminderter Rücktransport des Blutes zum Herzen) und führt folglich durch die Stauung der Gefäße im Kopf-Hals-Bereich zu deutlich sichtbarer Venenzeichnung, zu Schwellungen und Wassereinlagerungen im Gesicht, am Hals und den Armen. Oftmals klagen die Patienten über Luftnot, die insbesondere zunimmt, wenn sie flach liegen. In 95-97% ist ein bösartiger Tumor die Ursache, der durch seine Lokalisation im Bereich der zum Herzen zurückführenden Gefäße zu den genannten Beschwerden führt (Lungenkarzinom 52-82%, Lymphom 5-18%, Keimzelltumoren 6%, metastasierte
Tumoren 5-9%).

Therapie

Die schnelle und sichere Durchführung der Radiotherapie ist in Abhängigkeit von der zugrunde liegenden Erkrankung die Therapie der Wahl. Sie führt in 3-14 Tagen zur deutlichen Rückläufigkeit der Symptome. Allerdings kann das Überleben des Patienten nicht durch die Bestrahlung beeinflusst werden, da der weitere Verlauf zumeist von Metastasen (Absiedlungen des Tumors in anderen Organen) und deren Therapie abhängig ist. Eine Chemotherapie der Oberen Einflussstauung ist nur sinnvoll bei einigen wenigen Tumoren (kleinzelliges Bronchialkarzinom, Lymphom, Leukämie, Keimzelltumoren). Weitere Möglichkeiten der Behandlung (Einlage von Stents in den Gefäßen) sind bisher wenig untersucht und sollten nur individuell eingesetzt werden.

Wie können wir Ihnen helfen?

Aus den genannten Informationen ersehen Sie, dass es sich hierbei um ein Krankheitsbild handelt, das man so schnell wie möglich erkennen sollte, um es dann so adäquat und schnell wie möglich behandeln zu können. Vorrausetzung ist die Diagnose der zugrunde liegende Erkrankung und der Nachweis im Röntgen, besser in der Computertomographie.
Innerhalb von weniger als 24 bis spätestens 72 Stunden werden wir dann mit der Bestrahlung beginnen. Diese wird unter Zuhilfenahme von individuellen Lagerungshilfen sowie der Planungscomputertomographie bestmöglich geplant. In Abhängigkeit von dem Allgemeinzustand des Patienten und dem Tumor wird die Bestrahlung 2-5 Wochen dauern. Die Therapie wird zumeist als Chemotherapie fortgeführt; natürlich werden wir daher mit Ihnen und dem zuständigen, weiterbehandelnden Kollegen beraten, welche Schritte für den weiteren Verlauf sinnvoll sind.  

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie des solitären Plasmozytoms

Symptome und Hintergrundinformationen

Das Plasmozytom ist eigentlich eine Erkrankung des Knochenmarks, die nur bei Bruchgefahr des Knochens und/oder Schmerzen mittels Radiotherapie behandelt wird (siehe auch Bestrahlung von Metastasen im Skelettsystem). Das sogenannte solitäre Plasmozytom stellt demgegenüber eine Seltenheit (2-10% aller Plasmozytome) dar, die ausschließlich durch lokale Radiotherapie behandelbar ist (siehe unten). Es findet sich hierbei streng eine Lokalisation eines Plasmozytomherdes (70% in einem Wirbelkörper, 30% in Weichteilstrukturen). Betroffen sind zumeist Patienten zwischen dem 55-65 Lebensjahr.

Therapie

Zur Therapie des solitären Plasmozytoms liegen viele retrospektive Untersuchungen, die zeigen, dass nach alleiniger Radiotherapie eine dauerhafte lokale Kontrolle in über 80% erwartet werden kann. Die Überlebensraten werden allerdings dadurch negativ beeinträchtigt, dass es insbesondere bei Patienten mit einem solitären Plasmozytom im Knochen im weiteren Verlauf dennoch zum Auftreten einer generalisierten Erkrankung kommt, die dann durch eine medikamentöse Therapie behandelt werden muss (Multiples Myelom).

Wie können wir Ihnen helfen?

Die definitiv richtige Diagnostik und somit der Ausschluss einer generalisierten, das gesamte Knochenmark betreffenden Erkrankung ist der Schlüssel zum Erfolg. Die dann folgende Bestrahlung erfordert eine Dosis zwischen 46-50 Gy (4½-5 Wochen, 5x/Woche), die mittels Computertomographie und 3D-Planung im Vorfeld individuell berechnet wird. Auch hier kommt es natürlich auf die bestmögliche Schonung benachbarter Organe an. Dies erreichen wir nicht nur durch die genaue Planung im Vorfeld, sondern auch durch individuelle Lagerungshilfen, die es uns ermöglichen, Sie jeden Tag in exakt derselben Bestrahlungsposition zu lagern.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie von Gehirnmetastasen

Symptome und Hintergrundinformationen

Absiedlungen von Tumorzellen im Gehirn (Hirnmetastasen) treten, wenn der Patient von dem zugrunde liegenden Tumor nicht geheilt werden konnte, im Verlauf der weiteren Erkrankung inzwischen häufiger auf als noch vor kurzer Zeit. Hintergrund ist die optimierte Behandlung von Tumorerkrankungen in den letzten Jahren. Hirnmetastasen sind häufig bei Patienten mit einem Lungenkrebs, bei Brust- oder Nierenzellkrebs, seltener bei Patienten mit Schilddrüsen-, Kopf-Hals-Karzinomen- oder Prostatakarzinomen. Hirnmetastasen können je nach Lokalisation im Gehirn durch den Ausfall und/oder die Funktionseinschränkung der betroffenen Region spezielle Störungen hervorrufen (z.B. Sprachstörung bei Befall des Sprachzentrums, Gleichgewichtsstörungen bei Befall des Kleinhirns). Allgemeinsymptome sind zumeist Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Konzentrationsstörungen.

Therapie

Die Therapie von Hirnmetastasen richtet sich einerseits nach der auslösenden Tumorerkrankung, andererseits nach dem Ausmaß des Befundes in anderen Organen und natürlich nach der Lokalisation und der Anzahl von Metastasen im Gehirn sowie dem Allgemeinbefinden des Patienten.
Die Operation wird insbesondere bei Patienten eingesetzt, deren Erkrankung zur Zeit durch andere Therapiemaßnahmen gut kontrolliert ist und bei nur wenige Hirnmetastasen bekannt sind. Die so genannte Radiochirurgie, ein spezielles radiotherapeutisches Verfahren (Bestrahlung nur der Metastase, Stereotaxie), konkurriert mit der Operation insbesondere bei einer für die Operation ungünstigen Lokalisation der Metastase(n). Der Stereotaxie wie der Operation sollte eine Bestrahlung des gesamten Gehirnes folgen, um einen Rückfall zu verhindern. Die alleinige Radiotherapie des Gehirns gilt als Therapie der Wahl bei mehreren Metastasen und kommt unabhängig von der Grunderkrankung zum Einsatz, wenn Symptome und/oder Schmerzen vorliegen. Ebenso wird man bestrahlen, wenn nach alleiniger Stereotaxie ein Rückfall auftritt. Ziel ist die Minderung von Symptomen und die Rückbildung der Metastasen.
In den letzten Jahren sind verschiedene Medikamente entwickelt worden, die - anders als früher - in der Lage sind, die so genannte Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Dadurch kann der Wirkstoff in das Gehirn eindringen und ist nun fähig, Tumorzellen direkt im Gehirn zu zerstören. Daher wird manchem Patienten auch eine medikamentöse Therapie empfohlen und die Strahlentherapie auf einen eventuell späteren Zeitpunkt zurückgestellt; diese Therapien werden aktuell zumeist in Studien durchgeführt. Eine andere Möglichkeit ist es, diese Medikamente mit der Radiotherapie zu kombinieren; aber auch hier braucht es noch mehr Erfahrung, um von einer standardisierten Behandlung zu sprechen.

Wie können wir Ihnen helfen?

Wie Sie erkennen, hat sich in den letzten Jahren vieles Neue in der Therapie von Hirnmetastasen ergeben. Daher ist es auch hier zwingend, dass die Therapie interdisziplinär abgesprochen wird. So werden wir auch Patienten, bei denen eine Stereotaxie sinnvoll ist, an entsprechende Zentren weiterleiten, da wir diese Therapieoption aufgrund ihres seltenen Einsatzes nicht vorhalten können.
Die exakt geplante Bestrahlung des Gehirns nimmt 2-4 Wochen in Anspruch; wir richten uns dabei nach der angegebenen Symptomatik, der weiteren geplanten Therapie und dem Allgemeinbefinden des Patienten. Unter der Therapie können im wesentlichen die oben genannten Allgemeinsymptome auftreten. Sie brauchen keine Sorge zu haben, dass es durch die Radiotherapie zu einer Persönlichkeitsveränderung oder gar zu Intelligenzverlust kommt. Dennoch ist die Radiotherapie sicherlich anstrengend; zudem wird es zu einem, in Abhängigkeit von den Vorbehandungen möglicherweise dauerhaften Verlust der Haare kommen. Wir vermitteln Ihnen natürlich gerne einen entsprechenden Kontakt zu einem ausgebildeten Friseursalon.
Wichtig ist gerade in dieser Situation, in der es nicht um Überlebensverlängerung, sondern um Erhalt der Lebensqualität geht, in der aber auch therapiebedingte kosmetische Veränderungen eintreten, dass Sie und Ihre Angehörigen sich vertrauensvoll an uns wenden können. Die Technik der Bestrahlungsgeräte dominiert zwar die medizinische Behandlung, doch steht die ärztliche Fürsorge bei uns im Vordergrund.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie des Prostatakarzinoms

Symptome und Hintergrundinformationen

Das Prostatakarzinom ist der häufigste Tumor des Mannes oberhalb des 65. Lebensjahres. Oftmals wird der Tumor, dessen Entstehungsursache nur unzureichend geklärt ist (fettreiche, ballaststoffarme Ernährung, hormonelle Veränderungen, positive Familienanamnese, usw.) durch die gehäufte Nutzung der Vorsorgeuntersuchung diagnostiziert. Symptome des dann zumeist fortgeschrittenen Tumors sind Verengungen der Harnwege, häufigere Miktion über Tag und Nacht, Schmerzen beim Wasserlassen. Diese Symptomatik muss dann allerdings zu der häufigeren Diagnose, einer gutartigen Prostataveränderung, abgegrenzt werden.

Therapie bei lokal begrenzten, operablen Tumoren

Kleine Tumoren werden in Deutschland zumeist operiert (Radikale Prostatektomie), obwohl nach der aktuellen Einschätzung die Radiotherapie bei richtiger Diagnostik, Dosierung und Auswahl des strahlentherapeutischen Verfahrens (Seeds = Einlage von kleinen radioaktiven Nadeln in die Prostata, perkutane Bestrahlung = Radiotherapie -von außen-) hinsichtlich der Tumorkontrollraten vergleichbare Ergebnisse erbringt. Auch Untersuchungen zu Lebensqualität und therapiebegleitenden Nebenwirkungen zeigen eine Gleichwertigkeit der Verfahren, wobei sich die Nebenwirkungsspektren voneinander unterscheiden. Ziel der Therapie ist die Heilung. Bei sehr kleinen Karzinomen des älteren und alten Patienten ist immer auch an die Möglichkeit eines abwartenden Vorgehens unter regelmäßiger PSA Kontrolle zu denken.

Therapie bei lokal fortgeschrittenen, nicht mehr operablen Tumoren

Wird in der Diagnostik die Ausdehnung des Tumors über die Prostata-/Samenbasengrenzen hinaus beschrieben und sind eventuell auch Lymphknoten im Becken betroffen, ist eine kombinierte Therapie aus antihormoneller Behandlung und Bestrahlung notwendig. Auch hier ist grundsätzlich das Ziel die Heilung des Patienten, wobei dieses Ziel natürlich schwieriger zu erreichen ist als bei kleinen Tumoren.

Therapie bei lokal fortgeschrittenen, aber bereits operierten Tumoren

Stellt sich im Rahmen einer Operation heraus, dass der Tumor größer oder biologisch aggressiver war als erwartet, konnte z.B. nach Durchsicht unter dem Mikroskop nicht alles Tumorgewebe komplett entfernt werden oder ist der PSA-Wert nach der Operation nicht abgefallen, muss zur Sicherheit eine zusätzliche Bestrahlung erfolgen, um das Ziel der Heilung zu erreichen. Andernfalls ist innerhalb von 50 Monaten ein Tumorrückfall wahrscheinlich. Dies konnte in den letzten Jahren eindeutig gezeigt werden; allerdings bedeutet dies, dass mancher Patienten nicht von der Bestrahlung profitiert, da er möglicherweise trotz der genannten Risikofaktoren nie einen Rückfall bekommen hätte. Zu bedenken ist dabei jedoch auch, dass die Verhinderung des lokalen Rückfalles auch eine Metastasierung (= Absiedlung von Tumorzellen in anderen Organen) verhindern kann.

Therapie beim Rückfall eines Prostatakarzinoms

Die Diagnose eines lokalen Rückfalles (Rezidiv) wird bei einem bisher nicht bestrahlten Prostatakarzinom gestellt, wenn der PSA-Wert im weiteren Verlauf nach Operation dreimal hintereinander ansteigt. Eine gewebliche Sicherung ist oftmals dabei noch nicht möglich. Grundsätzlich besteht auch hier das Ziel der Radiotherapie, den Patienten von seinem Tumor zu heilen. Die alleinige Hormontherapie ist dagegen mittelfristig wenig hilfreich und führt nachweislich zu deutlichen Einschränkungen der Lebensqualität. Der PSA-Wert sollte vor Beginn der Bestrahlung definitiv unter 1,0 ng/ml liegen; inzwischen wird diskutiert, bereits bei einem PSA von 0,4 ng/ml (oder niedriger) zu behandeln.

Wie können wir Ihnen helfen?

Die Therapie des Prostatakarzinoms ist einerseits in hohem Maße von der Expertise des Arztes sowie der Mitarbeit des Patienten abhängig. Eine hohe Qualität der Medizin finden Sie hier im Klinikum bei den Urologen genauso wie bei uns in der Strahlentherapie. Insofern ist es äußerst wichtig, dass Sie sich vor Ihrer Entscheidung zu einem Eingriff ausführlich von beiden Seiten beraten lassen. Hierbei werden Sie erfahren, dass wir uns am Klinikum nicht als Konkurrenten sehen, sondern uns bemühen, für jeden individuell die beste Therapie zu erbringen. Oftmals sind es, da Sie von vergleichbaren Resultaten ausgehen dürfen, die unterschiedlichen Risiken für Nebenwirkungen, die die Wahl maßgeblich beeinflussen. Ein anderes Mal sind es die Begleiterkrankungen des Patienten, die ein erhöhtes Narkoserisiko beinhalten und so die Entscheidung zugunsten der Bestrahlung fällen lassen.
In unserer Klinik richten wir uns natürlich nach den international anerkannten Vorgaben. Wir stehen in der Strahlentherapie für eine hoch qualifizierte Therapie auf der Basis eines ausführlichen Aufklärungsgespräches und einer im Vorfeld exakt geplanten Behandlung. Hierbei werden Sie von uns allerdings auch in die Pflicht genommen, zum Gelingen der Therapie (6-9½ Wochen) beizutragen. Hierzu ist es notwendig, dass zu jeder Bestrahlung die Blase sehr gut gefüllt ist und der Darm etwa 1-2 Stunden zuvor entleert wurde. Dies dient aufgrund der dadurch veränderten Position dieser Organe zur Vermeidung von Nebenwirkungen. Aufgrund der Anhäufung von Begleiterscheinungen sollte im Falle einer Bestrahlung nach Operation die Behandlung auch erst nach weitest gehender Rückbildung der postoperativen Inkontinenz begonnen werden.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose
Siehe auch LinkProstatazentrum

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Therapie des Seminoms

Symptome und Hintergrundinformationen

Hodentumoren stellen die häufigste Tumorerkrankung bei Männern im Alter zwischen 15-35 Jahren dar. Etwa 45% fallen dabei auf die Gruppe der so genannten Seminome. Meistens fallen sie durch eine Vergrößerung des Hodens auf. Virusinfektionen (Mumps), verschiedene Chemiestoffe und insbesondere die fehlerhafte Lage des Hodens vorübergehend oder dauernd außerhalb des Hodensackes wird für die Entstehung von Hodentumoren verantwortlich gemacht.

Therapie

Typischerweise werden Seminome frühzeitig erkannt und können durch die Entfernung des betroffenen Hodens behandelt werden. Die nachfolgende Therapie wird durch das Ausmaß der Erkrankung definiert. In Stadium I besteht ein 15-20%-iges Risiko einer eventuellen Metastasierung in die Lymphknoten im oberen Bauchraum (Paraaortalregion) bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung. Nach den aktuellen Empfehlungen bestehen drei unterschiedliche Verfahrensstrategien, um mit diesem Rezidivrisiko adäquat umzugehen; die Zielsetzung ist im Detail jedoch unterschiedlich: Die aktiven Vorgehensweisen (Strahlentherapie, Chemotherapie) haben zum Ziel, das individuelle Rezidivrisiko zu minimieren und nehmen dabei in Kauf, dass ca. 80% der Patienten eine Therapie erhalten, ohne diese tatsächlich zu benötigen (Übertherapie). Das abwartende Vorgehen (Watch-and-wait) stellt die Vermeidung einer Übertherapie bei der Mehrheit aller Patienten in den Vordergrund der Betrachtung und nimmt in Kauf, dass ca. 20% der Patienten mit diesem Vorgehen einen Rückfall der Erkrankung erleben werden und dann eine allerdings intensivere Strahlentherapie und/oder Chemotherapie erhalten. Vorläufige Studienergebnisse zeigen allerdings, dass man risikoadaptiert ohne Nachteile eine abwartende Haltung einnehmen kann; bis auf weiteres sollte dieses Vorgehen aber nur in Studien weiter verfolgt werden. Unabhängig von der gewählten Methode beträgt - dank der ausgezeichneten Therapien im Rezidivfall - das Überleben mit allen Strategien nahezu 100%. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Vorgehensweisen müssen daher mit den Patienten individuell abgestimmt werden.
Im Stadium II (Lymphknotenmetastasen <2-5 cm) steht die Radiotherapie der Lymphknoten im mittleren Ober- und tumorseitigen Unterbauch im Vordergrund; die Chemotherapie ist weniger hilfreich und hat deutlich mehr Nebenwirkungen. Sind die Lymphknoten jedoch größer als 5 cm und/oder liegen außerhalb des Bauchraumes, erfolgt initial eine Chemotherapie; die Radiotherapie führt dann wiederum nicht zu einer Verbesserung der Ergebnisse.

Wie können wir Ihnen helfen?

Sie erkennen, dass die richtige Therapie des Seminoms sehr genau mit Ihnen besprochen werden muss. Ist eine Radiotherapie sinnvoll, wird diese natürlich dreidimensional am Computer geplant. Das Ausmaß und die Dauer (2-3½ Wochen) der Therapie sind dabei abhängig vom Tumorstadium. Wird die Therapie im Stadium I durchgeführt, so brauchen Sie keine Sorge um die Beeinträchtigung der Fertilität (Zeugungsfähigkeit) zu haben. Gleichwohl werden Sie auf die Möglichkeit der Kryokonservierung (Einfrieren von Samenzellen) aufmerksam gemacht. Die Therapie selbst wird in der Regel gut toleriert.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie von Knochenmetastasen

Symptome und Hintergrundinformationen

Absiedlungen von Tumorzellen im Knochen (Knochenmetastase) können, wenn der Patient von dem zugrunde liegenden Tumor nicht geheilt werden konnte, im Verlauf der weiteren Erkrankung häufig auftreten. Oftmals handelt es sich hierbei um Metastasen eines Brustkrebses, eines Prostatakarzinoms, eines Lungenkrebses oder seltener eines Nierenzelltumors, eines Schilddrüsenkarzinoms oder eines Kopf-Hals-Tumors. Diese Metastasen fallen durch Schmerzen, Knochenbrüche und/oder funktionelle Beeinträchtigungen (z.B. Einengung von Nerven durch krankhaftes Knochengewebe) auf.

Therapie

Die Therapie von Knochenmetastasen richtet sich natürlich in erster Linie nach der auslösenden Tumorerkrankung. Zudem muss geklärt werden, ob nicht noch in anderen Organen Metastasen vorhanden sind.
Ist die Notwendigkeit zur sofortigen Operation gegeben, wird sie die Therapie der Wahl sein. In der Regel wird sich dann eine Strahlentherapie anschließen, um ein Wiederauftreten der Metastase (Risiko 40-65%) an gleicher Stelle zu verhindern. Auch bei einer Einengung des Rückenmarkes mit entsprechenden Nervenstörungen sollten, wenn möglich, Operation und Strahlentherapie kombiniert werden.
Oftmals ist die Bruchgefahr jedoch noch nicht so hoch, so dass mit der Strahlentherapie das Ziel (Festigung/Stabilisierung des Knochens, Reduktion bestehender Schmerzen) mit hoher Sicherheit (70-90%) erreicht werden kann. Dieses Ziel wird unterstützt durch weitere Maßnahmen (Chemo-, Hormontherapie, Infusion von knochenstabilisierenden Substanzen = Bisphosphonaten). Die Dauer der Radiotherapie (1-4 Wochen) richtet sich dabei insbesondere am Allgemeinbefinden des Patienten, der zugrunde liegenden Erkrankung und dem zeitlichen Ablauf der weiteren Therapiemaßnahmen.

Wie können wir Ihnen helfen?

Aus den oben gegebenen Informationen ersehen Sie, dass auch hier die Absprache zwischen dem Radiologen (Diagnostik!), dem Gynäkologen, dem Urologen, dem Orthopäden, dem Unfall- und auch dem Neurochirurgen, den Hämatoonkologen (verantwortlich für die Chemo-/Hormontherapie) und dem Strahlentherapeuten zwingend notwendig ist, um für den Patienten die optimale Therapie zu entwickeln. Daher werden die maßgeblichen Befunde in unserer Tumorbesprechung zusammengetragen, um diese Absprachen zu treffen.
Für uns ist natürlich zusätzlich zu dem Beschwerdebild die genaue Lokalisation der Metastase von herausragender Bedeutung. Diese wird in der Planungscomputertomographie unter Zuhilfenahme der vorhandenen Bilder genau eingezeichnet, eine Dosisverteilung unter Beachtung der benachbarten Organe dreidimensional errechnet und dann nach entsprechender Kontrolle bestrahlt. Das Risiko für Begleiterscheinungen ist natürlich abhängig von der zu bestrahlenden Region, ist aber nach unserer Erfahrung regelhaft eher gering. Im Vordergrund stehen eindeutig die Schmerzlinderung, die zumeist während bzw. kurz nach der Strahlentherapie eintritt, und die Stabilisierung des Knochens, die etwa drei Monate nach Ende der Behandlung zu beobachten ist. Wichtig ist zudem, dass Sie sich gerade in einer Situation, in der es nicht um Überlebensverlängerung, sondern um Erhalt der Lebensqualität geht, von uns verstanden und bei uns gut aufgehoben wissen. Daher stehen wir Ihnen zudem im Gespräch immer zur Verfügung.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie des (Weichteil-)Sarkoms

Symptome und Hintergrundinformationen

Sarkome können, da sie im Weichgewebe und im Knochen entstehen, überall im Körper auftreten, sind jedoch äußerst selten. Weichteilsarkome finden sich zumeist am Körperstamm sowie an den unteren Extremitäten. Bei den meisten Sarkomen lässt sich kein auslösender Faktor identifizieren, allerdings finden sich bei einigen Patienten typische genetische Veränderungen, die mit der Entstehung von Sarkomen in Verbindung gebracht werden. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

Therapie

Die Strahlentherapie hat in den letzten Jahren hinsichtlich der Therapie von Weichteilsarkomen einen erheblichen Bedeutungswandel erfahren. Lange Zeit war es üblich, diese Erkrankungen durch eine ausgedehnte und im Regelfall entstellende Operation anzugehen. Heute kann durch eine optimale Kombination aus lokalen operativen Maßnahmen als die zentrale Behandlung, der Radiotherapie und - unter bestimmten Umständen - auch der Chemotherapie ein Funktionserhalt gewährleistet werden, ohne dass es zu Verschlechterungen der Gesamtüberlebensraten kommt. Ziel ist somit nicht nur die Heilung des Patienten, sondern auch und insbesondere das Erreichen des Therapiezieles unter Erhalt der ehemals tumortragenden Körperregion (z.B. Funktionserhalt des Beines anstelle einer Amputation).
Die Radiotherapie als alleinige Behandlung sollte nur dann zum Einsatz kommen, wenn der Tumor nicht operabel ist und/oder zu Schmerzen führt. Vergleichbar gilt dies für Sarkome des Knochens und des Knorpels.

Wie können wir Ihnen helfen?

Aufgrund der Seltenheit der Erkrankungen ist die Menge der verfügbaren Studien eher gering. Die Entscheidungen zur Therapie sind daher interdisziplinär zu fällen. Die Therapie selbst sollte entweder innerhalb von Studien erfolgen oder sich an Vorgaben früherer, geltender Studien orientieren. Jeder Patient mit einem Sarkom wird daher in unsrer interdisziplinären Besprechung diskutiert, um die bestmögliche Therapie zu entwickeln. Grundsätzlich gilt, dass Patienten mit einem Sarkom nur an Zentren behandelt werden sollten, die diese Therapie häufig durchführen und über eine entsprechende Erfahrung verfügen. Darauf können Sie sich bei uns verlassen.
Für die Strahlentherapie von herausragender Bedeutung ist reproduzierbare Lagerung des Patienten, damit wir die ehemalige Tumorregion millimetergenau bestrahlen können. Dafür ist es oftmals nötig, spezielle Lagerungshilfen zu verwenden, sodass die betroffene Region für den kurzen Zeitraum der Bestrahlung pro Tag nicht mehr bewegt werden kann (z.B. angepasste Masken/Fixationen aus Plastik für z.B. den Fuß oder den Arm). Wichtig ist ebenfalls eine ausreichende Diagnostik vor jeglicher Therapie, da wir uns mit der Größe des Bestrahlungsfeldes an der Ausdehnung vor der Operation orientieren müssen. Die Bestrahlung erfolgt über einen Zeitraum von 5-6½ Wochen (5x/Woche) und wird selbstverständlich dreidimensional geplant.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie vom Wirbelkörperhämangiomen

Symptome und Hintergrundinformationen

Hämangiome können grundsätzlich überall im Köper auftreten. Es handelt sich um seltene, gutartige Veränderungen in blutgefäßhaltigen Organen. Sind sie in Wirbelkörpern lokalisiert, können sie Schmerzen verursachen und - je nach Ausdehnung - zur Instabilität des Knochens führen. Diese beschwerden treten zumeist im 4.-5. Lebensjahrzehnt auf, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer.

Therapie

Die meisten Läsionen erfordern keine Therapie. Sollte sie aufgrund der o.g. Beschwerden dennoch notwendig sein, dann ist eine Operation aufgrund der Blutungsgefahr schwierig und führt oft nur zu einer Teilentfernung des Tumors. Daher ist nach der Operation oder auch als alleinige Therapiemaßnahme eine Radiotherapie sinnvoll. Sie kann in 82% zu einer kompletten, in den restlichen 18% zu einer teilweisen Schmerzreduktion führen. Natürlich unterstützt sie durch die Beseitigung des Tumors auch die Wiedereinlagerung von Knochensubstanz in den Wirbelkörper und trägt damit wieder zur Stabilisierung des Knochens bei.

Wie können wir Ihnen helfen?

Die Bestrahlung eines Wirbelkörperhämangioms erfordert eine exakte Planung mittels Computertomographie und 3D-Berechnung. Nach Kontrolle der regelhaft kleinen Bestrahlungsfelder werden wir die betroffene Region über 4 Wochen (5x/Woche) bestrahlen. Die Bestrahlung selbst nimmt Sie nur wenige Minuten pro Tag in Anspruch. Zudem achten wir exakt darauf, dass der Patient immer genau in der berechneten Position bestrahlt wird und Nachbarorgane bestmöglich geschont werden. Dadurch ist das Risiko für Begleiterscheinungen während der Behandlung äußerst gering.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie von Lymphomen und Leukämien

Symptome und Hintergrundinformationen

Man unterscheidet eine Vielzahl von verschiedenen bösartigen Erkrankungen der Blutzellen und der Lymphknoten. Grundsätzlich unterscheidet man hierbei zwischen dem klassischen Morbus Hodgkin und der sehr variablen Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome, zu denen man auch verschiedenen Leukämien zählt. Sie treten insgesamt selten auf; vereinzelt findet man sie auch nur lokalisiert in einem Organ. Zumeist treten diese Erkrankungen, die sich initial oft nur durch schmerzfreie Lymphknotenschwellungen, Allgemeinsymptome (Fieber, Abgeschlagenheit usw.), und/oder Blutbildveränderungen zeigen, im frühen und späteren Erwachsenenalter auf. Die Ursache dieser Erkrankungen ist weitgehend unklar.

Therapie

Der Therapie geht eine ausgedehnte Diagnostik voraus, da das Stadium der Krankheit eindeutig bekannt sein muss. Diese Untersuchungen werden vom Hämatoonkologen durchgeführt, da in den meisten Fällen die Chemotherapie die Behandlung der Wahl ist. Die Operation dient im wesentlichen nur zur Probeentnahme z.B. aus einem Lymphknoten.
Die Radiotherapie wird dann eingesetzt, wenn das Ergebnis der Chemotherapie anhaltend unterstützt werden soll oder wenn sie aus verschiedenen Gründen nicht komplett gegeben werden konnte. In bestimmten, seltenen Situationen ist die Bestrahlung als alleinige Maßnahme ausreichend. Die Dauer der Radiotherapie (2-5 Wochen) sowie die Ausdehnung des Bestrahlungsfeldes richten sich dabei gezielt nach dem Stadium der Erkrankung, nach dem Ergebnis der pathologischen Untersuchung sowie nach bestimmten Risikofaktoren.
Das Ziel der gesamten Behandlung ist die Heilung, wobei der Erfolg vom Ausmaß und der Aggressivität der Krankheit abhängt.

Wie können wir Ihnen helfen?

Die große Variabilität der Lymphome und Leukämien führt dazu, dass eine Vielzahl der Patienten in Studien behandelt wird. In den letzten Jahren ist man so zu wichtigen neuen Erkenntnissen gekommen und kann die Therapien gezielt einsetzen. Auch wir nehmen an diesen Studien teil, so dass Sie davon ausgehen können, dass Ihnen die bestmögliche Therapie zukommen wird. Die Patienten, die außerhalb der Studien betreut werden, können natürlich ebenfalls darauf vertrauen, dass sie nach dem neuesten Stand der Wissenschaft therapiert werden. Zu diesem Zweck besprechen wir interdisziplinär die Situation eines jeden Patienten.
Wenn eine Strahlentherapie bei Ihnen sinnvoll ist, werden wir Sie im Vorfeld ausführlich darüber informieren. Die Therapie muss zumeist sehr intensiv vorbereitet werden. Dies hängt im wesentlichen von der Größe des Bestrahlungsfeldes und der notwendigen Schonung gesunder Organe in unmittelbarer Nähe der Lymphknoten bzw. des Lymphoms ab. Daher planen wir die Therapie grundsätzlich dreidimensional und unter Zuhilfenahme von individuellen Lagerungshilfen für die reproduzierbare Lagerung des Patienten, um den Effekt und die Risiken optimal abzuschätzen und sichern zu können.
Bitte bedenken Sie: Zumeist wurde Ihnen im Vorfeld eine Chemotherapie gegeben, sodass die Schleimhäute und Organe, die jetzt im Bestrahlungsfeld liegen, empfindlicher für die Nebenwirkungen der Radiotherapie sind. Dass sich dies für Sie nicht negativ auswirkt, können wir durch eine bestmögliche Planung und Durchführung der Therapie erreichen. Aber ganz entscheidend sind Sie; ganz wichtig ist Ihre Mithilfe: Führen Sie die vorsorglichen Maßnahmen zur Vermeidung von Begleiterscheinungen verlässlich durch. Weitere Informationen finden Sie dazu in unseren Informationsbroschüren.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie von Tumoren des Gebärmutterhalses (Cervixkarzinom)

Symptome und Hintergrundinformationen

Tumoren des Gebärmutterhalses, die entweder, ohne dass Symptome bestehen, im Rahmen der wichtigen Vorsorgeuntersuchungen oder aufgrund z.B. von Blutungen aus der Scheide diagnostiziert werden, treten im Vergleich zu Tumoren der Gebärmutter heute inzwischen seltener auf. So genannte humane Papillomviren (HPV) spielen eine entscheidende Rolle für die Häufigkeit dieser Tumoren. Aber auch andere Risikofaktoren sind bekannt: Sexualhygiene, Nikotinkonsum, eventuell auch Ernährungsfaktoren.

Therapie bei lokal begrenzten Tumoren

Während in sehr frühen Stadien die Operation die Therapie der Wahl ist und nur in besonderen Situationen eine Radiotherapie als gezielte lokale Maßnahme (Brachytherapie) in Frage kommt, werden kleine Tumoren in Deutschland zumeist operiert. Eine Bestrahlung des Beckens wird mit dem Ziel, das lokale Rückfallrisiko zu senken, nur dann durchgeführt, wenn der Tumor nicht sicher komplett entfernt werden konnte (R1-Resektion) oder der Tumor größer war als anfänglich angenommen wurde (z.B. Lymphknotenbefall). Diese Therapie wird dann unter Abwägen der Untersuchungsergebnisse und des Risikos von möglichen Begleiterscheinungen mit einer gleichzeitigen Chemotherapie kombiniert.

Therapie bei lokal fortgeschrittenen Tumoren

Bei größeren Tumoren steht die Radio-Chemotherapie im Vordergrund. So erfolgt einerseits die Bestrahlung des Beckens mittels Linearbeschleuniger über einen Zeitraum von 5 Wochen, während andererseits der Gebärmutterhals bzw. die Scheide gezielt 1x/Woche durch eine spezielle Form der Bestrahlung (Afterloading-/Brachytherapie) behandelt wird. Ebenfalls 1x/Woche wird eine niedrig dosierte Chemotherapie gegeben. Mit der Chemotherapie wird der Effekt der Bestrahlung verstärkt. Dies hat, wie wir inzwischen sehr gut belegen können, zu deutlich besseren Ergebnissen geführt, als es mit der alleinigen Strahlentherapie der Fall ist.

Unklar ist dagegen, ob es sinnvoll ist, bei ausgedehnten Tumoren und gleichzeitigem Befall der Lymphknoten im Oberbauch auch diese Region (Paraaortalregion) zu bestrahlen. Im Vorfeld ist daher eine genaue Diagnostik notwendig, um in dieser seltenen Situation zu einer individuellen Lösung für die Patientin zu kommen.

Wie können wir Ihnen helfen?

Wie Sie sehen, ist eine enge Absprache mit der Gynäkologie nötig, um für jede Patientin die richtige Behandlung zu empfehlen und dann auch durchzuführen. Insbesondere bei der Bestrahlung -von innen-, also beim Afterloading, das beim Gebärmutterhalskrebs in Narkose durchgeführt werden muss, ist dies absolut zwingend. Hierbei werden wir nach entsprechender Planung eine Strahlerquelle (Iridium) mittels einer Sonde im Tumor exakt positionieren. Durch die typischen physikalischen Eigenschaften dieses Strahlers ist die Strahlenbelastung in benachbarten Organen sehr gering, während der Tumor maximal belastet wird. Die Bestrahlung -von außen- wird natürlich exakt vorher am Computer dreidimensional geplant, so dass Sie sicher sein können, dass auch durch diese Behandlung andere Organe (Blase, Enddarm) bestmöglich geschont werden können.
Natürlich können auch Sie dazu beitragen, dass die Therapie gelingt und Begleiterscheinungen möglichst geringgradig auftreten, in dem Sie sich immer mit voller Blase bestrahlen lassen und die Empfehlungen zur Ernährung und zur Pflege der Haut und insbesondere der Scheidenregion befolgen (siehe dazu auch unsere diesbezüglichen Pflegeinformationen). 

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie von Hirntumoren

Symptome und Hintergrundinformationen

Hirntumoren machen 1% aller Krebserkrankungen aus; sie unterscheiden sich hinsichtlich ihres Wachstumsverhaltens (schnell/langsam), ihres Wachstumsmusters (gut-/bösartig) und ihres zeitlichen Auftretens (Kinder/Erwachsene) sehr voneinander. Andauernde Kopfschmerzen, eher unspezifische Beschwerden (Schwindel, Konzentrationsstörungen, Leistungsabfall) und - seltener - Krampfanfälle oder auch Lähmungen sind die Symptome, die zur Diagnostik führen.

Therapie

Die Therapie von Hirntumoren, die typischerweise keine Metastasen in anderen Organen des Körpers bilden, orientiert sich am Alter des Patienten, der Lage und Aggressivität des Tumors. Wichtig ist daher im Vorfeld eine exakte Diagnostik beim Radiologen.
Bei langsam wachsenden, gutartigen Tumoren (z.B. Meningeom) ist die Operation die Therapie der Wahl, da sie zumeist zu einer völligen Heilung führt; eine Radiotherapie ist nur nötig, wenn der Tumor wider Erwarten erneut wächst und/oder ein aggressiveres Wachstum diagnostiziert wird.
Zeigt der Tumor (niedrigmaligne Gliome: z.B. Astrocytome, Oligodendrogliome) bereits von Beginn an ein bösartigeres Verhalten, kann man nach der Operation häufig ein abwartendes Verhalten rechtfertigen und nur dann bestrahlen, wenn erneut Symptome entstehen. Bei bestimmten Faktoren, die sich am Alter, der Tumorgröße und den Beschwerden orientieren, kann sich, wie wir aus großen Untersuchungen wissen, eine sofortige postoperative Bestrahlung positiv auswirken. Sollte der Tumor nicht operabel sein, ist die Bestrahlung die sinnvollste Möglichkeit, um eine Befundbesserung zu erreichen.
Definitiv bösartige Tumoren (hochmaligne Gliome: anaplastische Astrozytome, Glioblastome) sollten, wenn möglich, immer operiert und danach radio- und chemotherapiert werden. Diese Kombination führt zu den besten Ergebnissen, auch wenn man sagen muss, dass die Heilungschancen bei diesen Tumoren insgesamt gering sind.
Tritt ein Rückfall auf, muss genau überlegt werden, welche Therapiemöglichkeit jetzt die besten Chancen haben könnte. So kann die Option der Operation und Chemotherapie genauso bestehen wie die einer Bestrahlung, wobei in dieser besonderen Situation dann spezielle Techniken angewandt werden müssen.

Wie können wir Ihnen helfen?

Die Therapie dieser so unterschiedlichen Hirntumoren erfordert natürlich die enge Zusammenarbeit der beteiligten Ärzte. Diese Teamarbeit können Sie bei uns voraussetzen; sie ist einer der wichtigsten Bausteine, wenn die Behandlung erfolgreich und das Nebenwirkungsrisiko gering sein soll. Die Radiotherapie dauert zumeist 5-6 Wochen und wird 5x/Woche durchgeführt. Ist zeitgleich eine Chemotherapie (in Tablettenform) notwendig, erhalten Sie die notwendigen Informationen von uns, während die Chemotherapie vor oder nach einer Bestrahlung von den Hämatoonkologen gegeben wird.
Die Bestrahlung erfolgt regelhaft als dreidimensional geplante Therapie, bei der wir uns zusätzlich zum computergestützten Verfahren der Bildfusion (Übereinanderlagerung von Kernspin- und Computertomographie) bedienen, um die millimetergenaue Präzision der Bestrahlung weiter zu optimieren. Dazu verhilft auch die Verwendung einer Hartplastikmaske, die durch anfängliche Erwärmung individuell angepasst wird. Dadurch wird die tägliche Wiederholbarkeit und Genauigkeit der Lagerung des Kopfes im Bestrahlungsfeld garantiert.
Sollten Begleiterscheinungen (z.B. Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-, Gleichgewichtsstörungen) auftreten, dann kann man diese mit Hilfe von Medikamenten reduzieren und zumeist sogar beseitigen. Leider werden im Bestrahlungsfeld die Haare - eventuell auch dauerhaft - ausfallen; hier verschreiben wir Ihnen natürlich, wenn Sie wollen, eine Verordnung für eine Perücke. Ein Letztes noch: Natürlich sorgt sich jeder Patient, dessen Gehirn bestrahlt wird, dass durch die Therapie lebenswichtige, gesunde Hirnstrukturen geschädigt werden. Sie können sicher sein, dass wir mit Ihnen zusammen nicht nur das Ziel verfolgen, den Tumor zu zerstören, sondern auch durch die oben genannten Maßnahmen das Risiko der Hirnschädigung äußerst gering halten können.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie von Tumoren in der Speiseröhre (Ösophaguskarzinom)

Symptome und Hintergrundinformationen

Tumoren der Speiseröhre sind insgesamt selten und betreffen zumeist Männer (älter als 60 Jahre). Insbesondere fallen sie durch zunehmende Schluckbeschwerden, seltener durch Heiserkeit oder Blutungen auf. Risikofaktoren sind - bezogen auf Europa - insbesondere erhöhter Alkohol- und Nikotinkonsum. Auch bestimmte Ernährungsgewohnheiten (z.B. vitaminarme Kost) sowie Erkrankungen im Übergangsbereich von Speiseröhre und Magen spielen möglicherweise eine Rolle.

Therapie bei lokal begrenzten Tumoren

Die Therapie der Wahl des kleinen Ösophaguskarzinoms ist die Operation. Nur wenn der Tumor nicht sicher im Gesunden operiert werden konnte, wird eine Bestrahlung durchgeführt, um das Rückfallrisiko zu senken.

Therapie bei lokal fortgeschrittenen Tumoren

Zumeist finden sich jedoch lokal fortgeschrittene Tumoren, die interdisziplinär behandelt werden müssen. Sinnvollerweise wird daher bei einem Patienten, der sich in einem guten Allgemeinzustand befindet, einer eventuellen Operation eine Kombination aus Radio- und Chemotherapie (Dauer 5½ Wochen) vorangestellt. Es muss dann überprüft werden, ob eine Operation vertretbar ist. Diese würde 4-6 Wochen später erfolgen. Sollte sie nicht möglich sein, wird die Tumorregion für eine weitere Woche bestrahlt.

Therapie bei bereits metastasierten Tumoren

In einer Situation, in der es aufgrund von Metastasen in anderen Organen nicht mehr um Heilung des Speiseröhrentumors, sondern um eine Verbesserung der Lebensqualität geht, kann die Radiotherapie sehr gut dazu verhelfen, dass eventuell bestehende, quälende Schmerzen beim Schlucken verringert bzw. beseitigt werden. Diese Behandlung muss dann in enger Absprache mit den Hämatoonkologen erfolgen, da häufig bei diesen Patienten auch Chemotherapie oder andere lokale Therapie durchgeführt werden können.

Wie können wir Ihnen helfen?

Aus dem Gesagten können Sie entnehmen, dass die Behandlung von Speiseröhrentumoren einer engen Absprache mit der Chirurgie und der Hämatonkologie bedarf. Vorbereitend muss z.B. durch eine spezielle Magensonde sichergestellt sein, dass auch während der Therapie die Ernährung möglich ist. Des weiteren ist eine dreidimensional Planung der Bestrahlung gängiger Standard bei uns. Zudem verwenden wir adäquate Lagerungshilfen, damit die Therapie millimetergenau erfolgen und Begleiterscheinungen an der Lunge, dem Herzen und anderen benachbarten Organen vermieden werden können.
Wie Sie mithelfen können, damit die Bestrahlung gelingt, erfahren Sie in unserem Merkblatt, dass Sie vor der Behandlung von uns erhalten.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie von Schilddrüsenkarzinomen

Symptome und Hintergrundinformationen

Schilddrüsenkarzinome sind recht seltene Tumoren, bei dem man zudem noch unterschiedliche Untergruppen unterscheidet. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Der Jodmangel in unserer Ernährung beeinflusst das Auftreten dieses Tumors; ebenso trägt die Belastung durch ionisierende Strahlung insbesondere bei Kindern zur Häufung bei. Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle. Schilddrüsenkarzinome werden zumeist im Rahmen von Schilddrüsenknoten oder -vergrößerungen, seltener durch Lymphknotenveränderungen entdeckt.

Therapie

In den meisten Fällen ist die Operation die Therapie der Wahl, der sich, wenn der Tumor Jod speichert, nach entsprechenden Untersuchungen eine Radiojodtherapie anschließt. Vom Prinzip her handelt es sich um eine spezielle, medikamentöse Behandlung, die dann auch in einer entsprechenden Klinik für Nuklearmedizin erfolgen würde. Eine Bestrahlung von außen, wie sie in einer strahlentherapeutischen Klinik durchgeführt wird, ist nur dann (zusätzlich) notwendig, wenn der Tumor sehr groß war und/oder nicht komplett operiert werden konnte oder aber eine Radiojodtherapie gar nicht oder nicht mehr möglich ist. In besonderen, seltenen Situationen kann es auch sinnvoll sein, die Radiotherapie mit einer Chemotherapie zu kombinieren.

Wie können wir Ihnen helfen?

Sie sehen, dass eine Radiotherapie, die über einen Zeitraum von 6-7 Wochen arbeitstäglich durchgeführt wird, nur in seltenen Fällen erforderlich ist. Daher muss das Vorgehen auch genau mit den mitbehandelnden Ärzten und Ihnen besprochen werden.
Die dreidimensionale Planung dieser recht langen und aufwändigen Therapie erfolgt bei uns unter Zuhilfenahme von speziellen Lagerungshilfen (z.B. Maske), damit die Bestrahlung millimetergenau erfolgen kann. Die Präzision ist wichtig, damit andere, gesunde Organe geschont werden können.
Ganz wichtig ist jedoch auch Ihre Mithilfe während der Therapie, um Begleiterscheinungen (z.B. Rachenschleimhaut-, Kehlkopfentzündung) so gering wie möglich zu halten. Weitere Informationen dazu finden Sie in unseren Pflegeinformationen.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

 

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Therapie von Tumoren der Gebärmutter (Corpuskarzinom)

Symptome und Hintergrundinformationen

Das Gebärmutterkarzinom ist inzwischen der häufigste Genitaltumor der Frau. Oft wird es frühzeitig durch eine unnormale Regelblutung oder häufiger, da es sich zumeist um Frauen nach den Wechseljahren handelt, durch eine postmenopausale Blutung diagnostiziert. Risikofaktoren sind Übergewicht, Bluthochdruck und Blutzuckerkrankheit.

Therapie

Die meisten Tumoren werden in einem lokal begrenzten Stadium diagnostiziert. Heute ist die Operation die beste Therapie, die je nach dem Ergebnis der geweblichen Untersuchung mehr oder weniger aufwändig erfolgen wird. Zeigt sich nur eine geringe tumoröse Veränderung der Zellen, kann auf eine weitere Therapie verzichtet werden. Andernfalls wird man, um das lokale Rückfallrisiko im Scheidenbereich zu senken, eine gezielte Bestrahlung der Scheide (Afterloading) durchführen. Liegen weitere Risikofaktoren (aggressiveres Tumorwachstum, Lymphknotenbefall, spezielle Sonderformen des Tumorgewebes) vor, wird man die Afterloadingbehandlung mit einer Bestrahlung des Beckens kombinieren, da hier die Lymphknoten betroffen sein können. In diesem Zusammenhang ist nochmals die Wichtigkeit der Operation zu betonen, deren Ausmaß Einfluss auf die Notwendigkeit der Strahlentherapie und die Ausdehnung des Bestrahlungsfeldes hat.     
Weiter fortgeschrittene Tumoren werden regelhaft nach Operation kombiniert bestrahlt oder - bei Inoperabilität - auch nur mit Afterloading und einer Beckenbestrahlung behandelt. Seltener wird zudem eine Hormon- oder Chemotherapie eingeleitet.

Wie können wir Ihnen helfen?

Den genannten Informationen können Sie unschwer entnehmen, dass Operation und Strahlentherapie eng miteinander abgestimmt werden müssen. Für das Gelingen der Behandlung ist dies eine Grundvoraussetzung, die wir hier am Klinikum zusammen mit den LinkFrauenärzten erfüllen. Bei der alleinigen Afterloading-Behandlung, die etwa 8-10 Minuten in Anspruch nimmt, erfolgen insgesamt vier Therapien im Abstand von je einer Woche. Letztlich kann man sich diese Maßnahme wie eine gynäkologische Untersuchung vorstellen, bei der ein sogenannter Applikator in die Scheide eingeführt wird und diese komplett ausfüllt. Dieser Applikator wird dann nach exakter Positionierung und Berechnung automatisch mit einer sehr kleinen Strahlerquelle (Iridium) beladen, so dass dann in engen Grenzen die Scheidenregion bestrahlt wird. Die typischen physikalischen Eigenschaften des Iridiums bedingen, dass Blase und Darm nur gering belastet werden. Erfolgt eine kombinierte Behandlung, dann wird die Afterloading-Therapie zumeist nur dreimal durchgeführt, während die Beckenbestrahlung über 5½ Wochen erfolgt. Letztere wird selbstverständlich dreidimensional geplant, so dass alle gesunden Nachbarorgane sehr gut geschont werden können.
Ziel ist es natürlich, die Begleiterscheinungen möglichst gering zu halten. Deshalb ist eine gute Therapieplanung von großer Wichtigkeit; aber auch Sie können aktiv dazu beitragen, in dem Sie unsere LinkPflegeinformationen beachten. Wichtig sind eine volle Blase bei der Bestrahlung und die regelmäßige Pflege der Haut und der Scheidenregion. Ebenso ist eine richtige Ernährung hilfreich.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie von Tumoren der Scheide bzw. der Schamlippen (Vaginal- bzw. Vulvakarzinom)

Symptome und Hintergrundinformationen

Tumoren der Scheide (Vagina) bzw. der Schamlippen (Vulva) sind selten und betreffen zumeist ältere Frauen. Scheidenkarzinome werden in der Regel durch Ausfluss und/oder Blutungen aus der Scheide auffällig, während Tumoren der Schamlippen oftmals kaum Symptome zeigen (evtl. dauerhaften Juckreiz) und/oder durch unklare Hautveränderungen auffallen; Schmerzen sind oft Zeichen fortgeschrittener Tumoren. Als Risikofaktoren werden das Rauchen und Infektionen mit dem sogenannten humanen Papillomvirus (HPV) diskutiert.

Therapie des Vaginalkarzinoms

Während kleine Tumoren lokal sinnvoll operiert werden können, erfordern größere Tumoren ausgedehnte Eingriffe, so dass bei der Mehrzahl der meist älteren Patientinnen die definitive Strahlentherapie einer Operation vorgezogen werden sollte. Zumeist wird die Strahlentherapie dann als alleinige Afterloading-Behandlung oder in Kombination aus Afterloading (1x/Woche) und Beckenbestrahlung (5x/Woche) durchgeführt. Beim Afterloading handelt es sich um eine direkte Bestrahlung der Scheide mit Hilfe eines Applikators, der die Scheide komplett ausfüllt und mit einer Strahlerquelle (Iridium) beladen werden kann. Ob die Einbeziehung der Chemotherapie zeitgleich zur Strahlentherapie hilfreich ist, ist bisher unklar, obwohl man annehmen darf, dass die Kenntnisse über die kombinierte Behandlung beim Gebärmutterhalstumor (siehe dort) auf die Scheidentumoren grundsätzlich übertragen werden können. Letztlich fehlen dazu jedoch genaue Studien. Wird zuerst operiert, dann ist eine zusätzliche Strahlentherapie nur in besonderen Risikosituationen sinnvoll, die zusammen mit den Frauenärzten besprochen werden müssen.

Therapie des Vulvakarzinoms

Die Behandlung von Schamlippentumoren besteht in der Regel aus einer Operation, wobei bei Inoperabilität aufgrund von Begleiterkrankungen oder Ablehnung der Operation durch die Patientin gerade bei kleinen Tumoren mit der Strahlentherapie eine gute Alternative zur Verfügung steht. Fortgeschrittene Karzinome erfordern ausgedehnte chirurgische Maßnahmen, denen eine Radiotherapie dann folgt, wenn Risikofaktoren vorliegen. Dazu gehören der Befall von zweien oder mehr Lymphknoten und ungünstige histologische Untersuchungsergebnisse. Dehnte sich der Tumor in das umgebende Gewebe aus und/oder konnte der Tumor nicht sicher komplett entfernt werden, ist die Bestrahlung ebenfalls nötig. Die Größe des Bestrahlungsfeldes (Becken und Leistenregion) wiederum orientiert sich an dem Ausmaß der Operation.

Wie können wir Ihnen helfen?

Aufgrund der Seltenheit dieser Tumoren ist die Absprache zwischen dem Frauenarzt und dem Strahlentherapeuten äußerst wichtig, um die Therapie ideal durchführen zu können. Gemeinsam behandeln wir eine Vielzahl von Patientinnen, so dass Sie sich auf unsere Erfahrung verlassen dürfen. Wir werden das Vorgehen immer mit Ihnen genauestens absprechen, da jede Therapie zu Beeinträchtigungen wird führen können. Dies ist umso wichtiger, da die Scheidenregion eine sehr empfindsame Region. Neben der Heilung der Patientin ist es natürlich das Ziel, möglichst jede Nebenwirkungen zu vermeiden bzw. das Auftreten von Begleiterscheinungen und eventuellen Spätfolgen sehr gering zu halten. Dies gilt insbesondere auch für die dreidimensional geplante Strahlentherapie, die in Abhängigkeit vom Vorgehen insgesamt 4-6½ Wochen dauert. Hier sind Sie selbstverständlich mit in der Verantwortung und helfen mit, die Scheidenregion zu pflegen und alle sinnvollen Maßnahmen zu ergreifen, um die genannten Ziele gemeinsam mit uns zu erreichen.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie vom Hauttumoren

Symptome und Hintergrundinformationen

Hauttumoren sind sehr häufig. Sie betreffen zumeist ältere Menschen. Typischerweise treten diese Tumoren an sonnenlichtexponierten Regionen des Körpers auf, aber auch andere Lokalisationen sind möglich. Risikofaktoren sind somit das Ausmaß der Sonneneinstrahlung, aber auch Nikotin, bestimmte chemische Stoffe (Arsen, Teer) und ererbte Faktoren (z.B. Xeroderma pigmentosum).     
Wir wollen hier nur die Tumoren besprechen, die aus strahlentherapeutischer Sicht relevant sind. So unterscheidet man in Bezug auf ihr Wachstumsverhalten und letztlich auch in Hinblick auf die Therapie sogenannte Präkanzerosen (z.B. Morbus Bowen, Keratoakanthome) von Basaliomen und Plattenepithelkarzinomen. Aggressiv wachsen der Merkelzelltumor und insbesondere das Melanom.

Therapie von Präkanzerosen

Diese zumeist oberflächlich wachsenden Vorläuferstufen von Hautkrebs werden natürlich vom Hautarzt behandelt. Andererseits stellt die Radiotherapie eine sinnvolle Alternative mit sehr guten Heilungschancen dar, die dann eingesetzt werden sollte, wenn Tumoren nicht komplett entfernt werden konnten und/oder an - für einen operativen Eingriff - kosmetisch ungünstigen Stellen (z.B. Genitalregion) entstanden sind.

Therapie von Basaliomen und Plattenepithelkarzinomen

Derartige Tumoren wachsen lokal aggressiver; selten zeigen sich Plattenepithelkarzinomen Metastasen. Auch hier steht die Therapie des Hautarztes im Vordergrund. Oftmals führt, da 90% dieser Tumoren an sonnenexponierten Stellen entstehen, eine (wiederholte) Operation aufgrund der Lokalisation (z.B. Kopfhaut, Ohr, Nase, Augenlid, Lippen) und der Notwendigkeit eines breiten Sicherheitsrandes jedoch zu kosmetisch schlechten Ergebnissen. Manchmal kann der Tumor auch nicht komplett entfernt werden. In diesen Situationen ist dann die Radiotherapie eine hervorragende und vor allem zur Operation gleichwertige Möglichkeit, diese Tumoren zu heilen.

Therapie von Merkelzellkarzinomen

Das Merkelzellkarzinom ist recht selten. Es wächst lokal sehr aggressiv; zudem entstehen bei einer Vielzahl der Patienten bereist frühzeitig Absiedlungen in den Lymphknoten, aber auch Metastasen in anderen Organen. Die Therapie der Wahl ist die Operation; die Strahlentherapie kommt zum Einsatz, wenn der Tumor für eine Operation zu groß ist, der Patient sie verweigert oder aber die Operation den Tumor nicht sicher entfernen konnte. Das Ziel der Radiotherapie ist die Senkung des Rückfallrisikos sowie die Verbesserung der Überlebenswahrscheinlichkeit. Eine Chemotherapie wird bei Metastasen durchgeführt.

Therapie von Melanomen

Die Chance, diesen sehr bösartigen Tumor zu heilen, besteht neben verschiedenen anderen Faktoren (Alter, Geschlecht, Lokalisation am Körper, geweblicher Subtyp) insbesondere dann, wenn der Tumor frühzeitig erkannt wurde. Auch hier steht die Operation im Vordergrund, wenn auch die Radiotherapie bei Frühformen (Lentiga maligna) eine ideale Behandlungsmöglichkeit darstellt. Ansonsten ist die Radiotherapie dann sinnvoll, wenn der Tumor nicht sicher entfernt werden konnte. Andererseits muss gesagt werden, dass das Melanom unterschiedlich strahlenempfindlich ist und letztlich unklar ist, bei welchem Patienten dieser Tumor auf die Bestrahlung anspricht und bei welchem nicht. Im metastasierten Stadium spielt die Chemotherapie eine entscheidende Rolle.

Wie können wir Ihnen helfen?

Die Diagnostik und Therapie von Hauttumoren stellt eine gemeinsame Aufgabe für Hautärzte, Chirurgen und Strahlentherapeuten dar. Eine enge Zusammenarbeit und die Auswahl des individuell optimalen Therapiekonzeptes ist Voraussetzung für einen Erfolg. Wenn eine Strahlentherapie sinnvoll ist, werden wir dies ausführlich mit Ihnen besprechen. Die Behandlung wird pro Tag wenige Minuten in Anspruch nehmen und in Abhängigkeit vom Tumor etwa 4-7 Wochen dauern. Die Therapie wird genau - häufig auch dreidimensional - geplant, damit der Tumor komplett im Strahlentherapiefeld liegt und die Dosis gleichmäßig den gesamten Tumor erfasst. Dies ist zudem der Grund, warum die früher immer eingesetzten Oberflächenbestrahlungsgeräte heute nur noch bei ganz kleinen und wirklich nur oberflächlichen Tumoren benutzt werden sollten; besser und gleichmäßiger ist die Therapie mit Elektronen und/oder Photonen, wie wir sie in unserer Klinik verwenden.     
Zuletzt ein paar Worte zur Pflege der Haut: Da ja die Haut gezielt bestrahlt wird, ist während und auch kurzfristig nach Ende der Behandlung mit Begleiterscheinungen der gesunden Haut (Rötung) sowie Reaktionen des Tumors im Sinne von Entzündung, teilweise auch Sekretabsonderung und Blutung zu rechnen. Die Pflege der Haut ist somit ganz wichtig; hier brauchen wir Ihre aktive Mithilfe, damit alle Begleiterscheinungen bald wieder verschwunden sind.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Therapie vom gutartigen Erkrankungen: Zusammenfassender Überblick

Hintergrundinformationen

Die Behandlung spezieller gutartiger Erkrankungen mit einer Strahlentherapie hat in den letzten Jahren wieder weltweit an Bedeutung und an Akzeptanz gewonnen. Sie ist dann sinnvoll, wenn anderer Therapiemaßnahmen (z.B. lokale Injektionen, Cortison, entzündungshemmende (Schmerz-)Medikamente, krankengymnastische und physikalische Maßnahmen, Operation) nicht zum Erfolg führen und/oder viel eingreifender, risiko- oder nebenwirkungsreicher sind als die Radiotherapie. Während die Bestrahlung bei der Behandlung von bösartigen Tumoren auf die Abtötung der Krebszellen abzielt, verfolgt sie bei der Therapie gutartiger Erkrankungen das Ziel, die Entzündungs- und Schmerzreaktionen zu reduzieren bzw. das ungeordnete Wachstum von Bindegewebszellen zu verhindern. Dies geschieht durch unterschiedlichste, teilweise auch noch nicht komplett erforschte Beeinflussungen von Zellen. Dabei bedarf es zumeist sehr niedriger Einzel- (0,5-1,0 Gy) und Gesamtdosen (3-6, selten 20 Gy); die Behandlung wird zumeist 2-3x/Woche durchgeführt. Somit unterscheidet sich das Konzept sehr von der Therapie bei Tumorerkrankungen. Haben Sie keine Sorge vor möglichen Begleiterscheinungen während der Therapie. Gerade hier zeichnet sich die Strahlentherapie aufgrund der niedrigen Bestrahlungsdosis durch ein sehr geringes Risiko aus. Natürlich müssen Sie auch wissen, dass nach vielen Jahren durch eine Bestrahlung ein Tumor im bestrahlten Bereich entstehen kann. Letztlich ist aber dieses Risiko äußerst gering.
Einige dieser Konzepte wollen wir im Folgenden besprechen (siehe auch:  LinkWirbelkörperhämangiomen, LinkTumoren im Gehirn: Meningeom):

Therapie von Erkrankungen der Gelenke, Sehnen und Bänder

Hierzu gehören Entzündungs- und Schmerzreaktionen an verschiedensten Gelenken, die häufig auf starke Fehl- oder Überbelastung zurückzuführen sind und teilweise bereits als Zeichen längerer Prozesse Kalkeinlagerungen aufweisen (z.B. Schultersteife = Periarthropathia humeroscapularis,"-Tennis"-Ellenbogen = Epiconylopathia humeri, Kalkaneodynie bzw. Achillodynie = Fersensporn, Arthrose an kleinen oder großen Gelenken bzw. Wirbelkörpern). Typischerweise stehen die Reduktion der Fehlbelastung (z.B. Einlagen), lokale Injektionen, Krankengymnastik und andere physikalische Maßnahmen im Vordergrund der Therapie.     
Die Radiotherapie ist insbesondere dann sehr hilfreich (70-100%), wenn die Beschwerden akut oder aber bisher weniger als 3-6 Monate andauern. Kommt sie erst später zum Einsatz, ist die Chance auf Schmerzreduktion geringer. An den eventuell bereits bestehenden knöchernen Umbauten ändert die Radiotherapie natürlich nichts.

Therapie der endokrinen Orbitopathie (M.Basedow)

Die endokrine Orbitopathie ist eine entzündliche, bindegewebig vernarbende Augenerkrankung, die oft mit einer Schilddrüsenfehlfunktion einhergeht. Zumeist sind Frauen betroffen. Frühe Symptome können sein: Augendruck, Tränenträufeln, Doppelbilder, hervorstehende Augen, Lidödeme. Manchmal verschwinden die Beschwerden spontan wieder; in anderen Fällen ist die Einstellung der Schilddrüse auf Normalwerte ausreichend. Risikofaktoren wie das Rauchen sollten ausgeschaltet sein. Die Therapie liegt in den Händen des Augenarztes, des Nuklearmediziners und des Endokrinologen.     
Die Radiotherapie der Augenhöhlen (8-10 Bestrahlungen, fünfmal pro Woche) ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn die Augenmuskelbeweglichkeit eingeschränkt ist. Letztlich fehlen uns allerdings aussagekräftige Studien, so dass die Notwendigkeit der Strahlentherapie, auch wenn sie nahezu nebenwirkungsfrei ist, individuell besprochen werden muss.

Therapie der Dupuytren´schen Kontraktur und des M. Ledderhose

Hierbei handelt es sich um eine seltene Bindegewebserkrankung, die zu narbigen Knoten und Strängen in den Sehnen der Handinnenflächen bzw. der Fußsohlen führt. Betroffen können blutzuckerkranke oder alkoholkranke Patienten sein. Auch ist eine familiäre Häufung beschrieben. Eine Radiotherapie ist neben medikamentösen Versuchen nur in einem sehr frühen Stadium sinnvoll, in dem die narbige Beugung der Finger bzw. Zehen nur gering ausgeprägt und das Greifen bzw. Gehen noch recht problemlos funktioniert. Die Bestrahlung hat zum Ziel, einen weiteren Progress der Erkrankung zu verhindern und damit auch die Notwendigkeit einer späteren Operation zu vermeiden.

Therapie von Keloiden

Bei Keloiden handelt es sich um überschießende Narbenwucherungen. Zumeist wird versucht, diese Narbenwucherung chirurgisch anzugehen. Am günstigsten scheint es zu sein, die Narbenregion prophylaktisch direkt 24 Stunden nach Operation zu bestrahlen.

Gynäkomastie-Prophylaxe bzw. Therapie der Gynäkomastie

Bei der Gynäkomastie handelt es sich um das (schmerzhafte) Wachstum der männlichen Brustdrüse, wie sie z.B. unter Hormontherapie-? bestimmte Medikamente haben hier ein höheres Risiko als andere - eines Prostatakarzinoms auftreten kann. Vorsorglich sollte, um Schmerzen und Größenwachstum vorzubeugen, deshalb die Brustdrüse vor Beginn der Hormontherapie bestrahlt werden (Chance 70%). Liegt bereits eine Gynäkomastie vor, kann die Bestrahlung das Größenwachstum nicht mehr zur Rückbildung bringen, jedoch partiell die Schmerzen reduzieren.

Prophylaxe von heterotopen Ossifikationen

Heterotope Ossifikationen sind Verknöcherungen des gelenknahen Weichteilgewebes, die nach Unfällen und - häufiger - nach Gelenkersatzoperationen entstehen können. Die Patienten klagen bereits wenige Wochen nach Operation über Einschränkungen der Beweglichkeit und/oder Schmerzen. Zumeist wird dieses Risiko durch spezielle Medikamente reduziert. Ist aber eine erneute Operation notwendig oder besteht bereits bei erster Operation ein einschätzbares Risiko für die Entwicklung dieser Verknöcherungen, sollte direkt am Tag der Operation vorher oder aber kurzfristig nach Operation eine Bestrahlung der betroffenen Region stattfinden. Das Ziel, die Neubildung der Verknöcherungen zu verhindern, kann dadurch sehr gut erreicht werden.

Wie können wir Ihnen helfen?

Wie Sie sehen, sind die Einsatzmöglichkeiten der Strahlentherapie bei gutartigen Erkrankungen breit gefächert. Eine enge Zusammenarbeit mit den anderen Fachdisziplinen und die Auswahl des individuell optimalen Therapiekonzeptes ist allerdings die Voraussetzung für einen Erfolg. Die Therapie, über die wir sie genau informieren, wird daher gezielt von uns geplant. Eine Beurteilung über den Therapieerfolg ist in der Regel 3-6 Monate später möglich. Eventuell wird man sich zusammen mit Ihnen auch für eine zweite Bestrahlungsserie entscheiden, um den Therapieerfolg zu festigen.     
Seien Sie versichert: bei uns sind Sie in guten Händen, wenn es darum geht, Ihnen zu helfen.

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Stephan Mose

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Aktualisiert: 27.11.2009

Mo. 06.02.2012

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