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Klinikum hautnah
05/07/2022
MTRA: Traumjob an der Schnittstelle zwischen Technik, Patient und Arzt
Das Berufsbild der Medizinisch-Technischen Radiologie-Assistenten ist immer noch recht unbekannt – dabei ist der Job spannend, abwechslungsreich und bietet beste Karrierechancen. Ute Wolf arbeitet als MTRA im Institut für Radiologie und Nuklearmedizin am Schwarzwald-Baar Klinikum. Die Standortkoordinatorin in Donaueschingen erzählt, welche Aufgaben sie übernimmt und warum es ihr absoluter Traumjob ist.
„Während meiner Schulzeit in Berlin habe ich das erste Mal von dem Berufsbild MTRA gehört“, erinnert sich Ute Wolf. Damals habe sie sofort gewusst: „Das ist genau das Richtige für mich. Zum einen kann man mit hochtechnologischen Geräten arbeiten, zum anderen hat man einen sehr engen Kontakt mit Menschen“, schwärmt die MTRA.

Was genau machen MTRA?
„Auf Anforderung der Ärzte erstellen wir Bilder, die es ermöglichen, in den Patienten hineinzuschauen“, erklärt Wolf und ergänzt: „Wir fertigen beispielsweise Röntgenaufnahmen an. Aber auch andere bildgebende Verfahren wenden wir an, zum Beispiel die Computer- oder die Magnetresonanztomographie.“ MTRA sind somit für die Diagnostik und Therapie unverzichtbar: Mit der Bildgebung liefern sie die Basis, um krankhafte Veränderungen oder Verletzungen im Körper zu erkennen und zu behandeln.

Beim Röntgen werden kurzzeitig Röntgenstrahlen durch den Körper gesendet. „Meine Aufgabe ist es, das Röntgengerät richtig einzustellen, den Patienten über die Untersuchung aufzuklären und ihn so zu positionieren, dass die optimale Aufnahme entsteht“, erläutert die MTRA. Je nach untersuchtem Bereich kann das liegend, sitzend oder stehend vor einem Stativ sein. „Wenn ich alle Vorbereitungen abgeschlossen habe, verlasse ich den Raum und steuere die Untersuchung vom Bedienplatz aus. Über eine Gegensprechanlage kann ich jederzeit mit dem Patienten kommunizieren“, betont Wolf. Am Computer überprüft die MTRA anschließend die Aufnahmen. Wenn alles passt, übernehmen die Ärzte: Anhand der Röntgenbilder können die Mediziner beispielsweise feststellen, ob ein Knochen gebrochen ist oder eine Arthrose im Kniegelenk besteht.
Bei der Computertomographie, kurz CT, werden ebenfalls Röntgenstrahlen eingesetzt: Der Computertomograph erzeugt viele kleine Schichtaufnahmen des Körpers, während der Patient ruhig in einer Röhre liegt. „Innerhalb weniger Minuten können wir so zum Beispiel dreidimensionale Bilder von Organen im Bauchraum erstellen“, erzählt Wolf. Bei der Magnetresonanz­tomographie, kurz MRT, werden Schnittbilder des Körpers mithilfe eines starken Magnetfeldes erzeugt. „Die MRT-Bilder sind besonders detailgenau – so kann man zum Beispiel auch Sehnen und Bänder sichtbar machen“, weiß die Expertin. Bei dieser Untersuchung, die in der Regel eine halbe Stunde dauert, liegt der Patient ebenfalls in einer Röhre. Manchmal sei es notwendig, den Patienten vor den Untersuchungen ein Kontrastmittel zu spritzen. „Dadurch lassen sich Gewebe und Organe mit geringen Dichteunterschieden noch besser darstellen“, erläutert die MTRA.

Die Nuklearmedizin und die Strahlentherapie sind weitere Gebiete, in denen Medizinisch-Technische Radiologie-Assistenten tätig sind. „Bei nuklearmedizinischen Untersuchungen arbeiten wir mit radioaktiven Substanzen und bedienen computergestützte Strahlenmessgeräte“, erklärt Wolf. Diese Verfahren werden zum Beispiel bei Schilddrüsenerkrankungen oder Durchblutungsstörungen des Herzens angewandt. In der Strahlentherapie sind MTRA unter anderem für die Bestrahlungsbehandlung von Tumorpatienten zuständig.

Was sind die Voraussetzungen für den Beruf als MTRA?
„Mitbringen sollte man auf jeden Fall ein Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern, Medizin und Technik“, empfiehlt Wolf. Einfühlungsvermögen sei ebenfalls wichtig: „In der Radiologie sind wir im engen Kontakt mit Patienten aus den verschiedenen Fachabteilungen des Klinikums. Darunter können auch schwerverletzte Notfallpatienten sein“, schildert die MTRA. „Manche Patienten sind nervös oder haben Platzangst – dann beruhigen wir sie und geben ihnen Sicherheit.“ Neben Zuverlässigkeit und Selbstständigkeit spiele auch Teamarbeit eine große Rolle im Arbeitsalltag. „Wir sind im ständigen Austausch mit anderen Berufsgruppen wie Radiologen, Orthopäden und Medizinischen Fachangestellten.“

Die Ausbildung zur Medizinisch-technischen Radiologie­assistenz dauert insgesamt drei Jahre und erfolgt an speziellen Fachschulen mit begleitenden Praxiseinsätzen. In Baden-Württemberg findet man staatlich anerkannte Schulen für MTRA unter anderem in Tübingen, Stuttgart, Esslingen, Karlsruhe und Freiburg. Zu den Aufnahmevoraussetzungen gehören mindestens ein Realschulabschluss und eine gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs.

Warum ist MTRA ein Traumjob?
„Der Beruf macht unbeschreiblich viel Spaß. Besonders, weil er so viel Abwechslung bietet“, schwärmt Wolf. „Selbst, wenn ich an einem Tag mehrere Röntgenaufnahmen erstelle – jeder Patient, jede Untersuchung ist anders.“ Was ihr am Schwarzwald-Baar Klinikum gefällt? „Bei uns wird das gesamte Spektrum bildgebender diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen angewandt“, so die MTRA. Die Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie befinden sich alle unter einem Dach. Außerdem kommen modernste Geräte zum Einsatz. Das habe man nicht überall. Einige Patienten bedanken sich bei der Radiologie-Assistentin und sagen: ‚Sie haben mir die Angst vor der MRT-Untersuchung genommen!‘ „So ein Lob freut mich natürlich besonders“, sagt Wolf glücklich. Letztendlich sind MTRA in der modernen Medizin nicht wegzudenken. Die Berufsperspektiven sind daher ausgezeichnet.

 

Unsere Expertin:

Ute Wolf
MTRA, Standortkoordinatorin in Donaueschingen
Institut für Radiologie und Nuklearmedizin

 

Weitere Informationen:

Institut für Radiologie und Nuklearmedizin 

Freie Stellen

 

Kontakt:

Schwarzwald-Baar Klinikum
Institut für Radiologie und Nuklearmedizin
Prof. Dr. Dr. med. Stefan Wirth
Klinikstraße 11
78052 Villingen-Schwenningen

Dagmar Theis
Chefarztsekretariat

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