Maschine übernimmt Herz- und Lungenfunktion
Villingen-Schwenningen/Donaueschingen. Hilfe für hochkritische Patienten: Im Schwarzwald-Baar Klinikum können Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand seit kurzem mit einer Herz-Lungen-Maschine versorgt werden. Dafür wurde ein interdisziplinäres Spezialisten-Team in Villingen-Schwenningen in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Freiburg ausgebildet. Zu den Experten im Schwarzwald-Baar Klinikum gehören Mediziner aus der Klinik für Akut- und Notfallmedizin, der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin sowie der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin. Das Verfahren kann auch für Patienten mit Lungenversagen, Schock, Ertrinken, Unterkühlung oder Vergiftungen lebensrettend sein.
„Die Herz-Lungen-Maschine wird bei uns im Klinikum während den laufenden Reanimationsmaßnahmen eingesetzt“, erklärt Prof. Dr. med. Bernhard Kumle, Direktor der Klinik für Akut- und Notfallmedizin. „So haben einige Patienten noch eine Chance zu überleben, obwohl ihr Zustand äußerst kritisch ist.“ Bei der so genannten Extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) übernimmt ein Gerät außerhalb des menschlichen Körpers die Funktion der Organe Herz und Lunge. „Die Maschine pumpt Blut aus dem Körper, reichert es mit Sauerstoff an, entfernt Kohlendioxid und leitet das Blut wieder zurück. So gewinnen die betroffenen Personen wertvolle Zeit“, so der Chefarzt. „Ob ein Patient für die Behandlung in Frage kommt, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab.“
Entscheidend ist, dass ein Herz-Kreislauf-Stillstand sofort erkannt wird und unmittelbar mit einer Herzdruckmassage begonnen wird, auch von medizinischen „Laien“. Zudem spielt eine wichtige Rolle, dass zeitnah professionelle Wiederbelebungsmaßnahmen durch Notärzte und den Rettungsdienst erfolgen – und zwar durchgehend, also vor Ort und auf dem Weg ins Klinikum. Deshalb ist der zügige Transport in die Klinik eine zusätzliche Herausforderung.
„Die erste halbe Stunde nach Eintreten des Herz-Kreislauf-Stillstandes ist entscheidend für das Überleben der betroffenen Person“, erläutert Prof. Kumle. „Innerhalb von 60 Minuten schließt sich das Zeitfenster, innerhalb dessen eine Therapie überhaupt noch sinnvoll ist. Das setzt eine enge Abstimmung aller Beteiligten voraus. Werden wir im Klinikum frühzeitig alarmiert, kann unser Spezialteam bereits das System vorbereiten, während der Patient zu uns ins Klinikum transportiert wird. Er wird dann sofort im Schockraum an die Maschine angeschlossen.“
Gleichzeitig wird das ECMO-Team des Universitätsklinikums Freiburg alarmiert. Die Experten des dortigen Zentrums übernehmen nach erfolgter System-Anlage die Patienten aus Villingen-Schwenningen zur weiteren Behandlung. „Das neue Verfahren hat sich bereits bewährt“, freut sich Prof. Dr. Bernhard Kumle, Direktor der Klinik für Akut- und Notfallmedizin. „Dank der engen Zusammenarbeit mit Freiburg können wir Menschen aus unserer Region in extremen Notlagen noch besser helfen.“
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Das Spezialisten-Team für die Herz-Lungen-Maschine im Schwarzwald-Baar Klinikum (von links): Bajram Hajredini (Leitender Oberarzt Kardiologie), Prof. Dr. med. Sebastian Russo (Chefarzt Anästhesiologie), Carolin Dietrich (Leitende Oberärztin Anästhesiologie), Dr. med. Robert Schwörer (Leitender Oberarzt Anästhesiologie), Prof. Dr. med. Sebastian Ewen (Chefarzt Kardiologie), Prof. Dr. med. Bernhard Kumle (Chefarzt Akut- und Notfallmedizin) und Prof. Dr. Dr. med. Patrick Hermann (Leitender Oberarzt Akut- und Notfallmedizin)