09/09/2025
Tausendste Thrombektomie im Schwarzwald-Baar Klinikum
Hohe Expertise in der Schlaganfall-Behandlung
Villingen-Schwenningen. Besonderer Meilenstein im Institut für Radiologie und Nuklearmedizin am Schwarzwald-Baar Klinikum: Vor kurzem wurde der tausendste Patient mit Hilfe einer sogenannten endovaskulären Thrombektomie behandelt. Bei dem modernen Therapieverfahren handelt es sich um eine kathetergestützte, mechanische Entfernung eines lebensbedrohlichen Gefäßverschlusses im Gehirn. Die Thrombektomie zählt zu den effektivsten Methoden in der Medizin und wird seit 2019 im Schwarzwald-Baar Klinikum angewandt. Inzwischen werden hier jährlich etwa 200 Thrombektomien verzeichnet. Damit gehört das Schwarzwald-Baar Klinikum in diesem Bereich zu den Top-Fünf Kliniken in Baden-Württemberg und beweist großes Know-how auf dem Gebiet der interventionellen Neuroradiologie.
„Bei Gefäßverschlüssen oder Blutungen im Gehirn zählt jede Minute. Sobald Schäden entstanden sind, können diese nicht mehr rückgängig gemacht werden“, erklärt Dr. Muhammad AlMatter, Leitung Neuroradiologie am Schwarzwald-Baar Klinikum. „Insbesondere mittlere bis große Gefäßverschlüsse können mittels einer Thrombektomie gut und sicher geborgen werden.“ Bei dem endovaskulären Eingriff, also innerhalb eines Gefäßes, wird ein Katheter über die Leistenarterie bis zum Verschlussort im Gehirn geführt und das Gerinnsel „herausgezogen“. Die Durchblutung der hirnversorgenden Gefäße kann so innerhalb kurzer Zeit wieder hergestellt werden. Gleichzeitig ist das Komplikationsrisiko aufgrund der minimalinvasiven Vorgehensweise gering.
Faszination „Lazarus Effekt“
Das Faszinierende an dieser Behandlungsmethodik ist, dass der Effekt nicht selten nach kurzer Zeit eintritt – man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem Lazarus-Effekt. Dr. Adisa Kuršumović, Leitung Interventionell Neurovaskuläres Therapiezentrum am Schwarzwald-Baar Klinikum, erklärt: „Bei schwerstkrank eingelieferten Schlaganfallpatienten stellt sich der Behandlungserfolg manchmal noch auf dem OP-Tisch ein. So manch ein Patient kann nach dem Entfernen des Blutgerinnsels wieder sprechen oder vormals gelähmte Gliedmaßen bewegen.“
Patientenversorgung auf dem neuesten Stand
Seit Ende März 2020 verfügt das Schwarzwald-Baar Klinikum im Institut für Radiologie und Nuklearmedizin über ein neues, hochmodernes Angiografie-System. Die biplanare Anlage der neuesten Generation ermöglicht hochwertige und hochaufgelöste 2D- und 3D-Darstellungen der anatomisch komplexen Hirngefäße. „Eine optimale Sichtbarkeit der Blutgefäße ist besonders bei Eingriffen am Gehirn unerlässlich und erhöht die Patientensicherheit“, weiß Kuršumović. Zudem ist am Schwarzwald-Baar Klinikum die Behandlung von neurologischen Notfallpatienten rund um die Uhr gewährleistet. Prof. Hubert Kimmig, Direktor der Klinik für Neurologie am Schwarzwald-Baar Klinikum, betont: „Die interdisziplinäre Teamarbeit von Rettungsdienst, Notaufnahme, Neurologie, Anästhesie, Intensivmedizin und Neuroradiologie sichert rund um die Uhr an 365 Tagen die bestmögliche Versorgung von Schlaganfall-Patienten.“
Bild:
Freuen sich über die tausendste Thrombektomie am Schwarzwald-Baar Klinikum (von links): Andrea Fichter (Pflegerische Klinikleitung Stroke Unit), Rebecca Katz (Stroke Nurse), Dr. Muhammad AlMatter (Leitung Neuroradiologie), Andreas Sixel (Stroke Nurse), Prof. Hubert Kimmig (Direktor der Klinik für Neurologie) und Alexandru-Dan Visan (Oberarzt Neurologie).
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