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03/03/2026
Angehörigenfreundliche Intensivstation: Zwischen Menschlichkeit und Monitoren

Teambild
Erfolgreiche Zertifizierung für die Station 14/15

Villingen-Schwenningen. Die anästhesiologische Intensivstation (Station 14/15) im Schwarzwald-Baar Klinikum wurde von der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. als „Angehörigenfreundliche Intensivstation“ zertifiziert. Hier werden Patienten mit einem kritischen Gesundheitszustand – beispielsweise nach einer Operation oder einem schweren Unfall – rund um die Uhr intensivmedizinisch versorgt. Die Besonderheit: Angehörige und Bezugspersonen von Patienten sind jederzeit willkommen und werden auf eigenen Wunsch auch bei der Pflege ihrer Liebsten miteingebunden.

„Bei uns auf der anästhesiologischen Intensivstation besteht jederzeit die Möglichkeit, intensivpflichtige Angehörige zu besuchen, eine Auskunft zu erhalten oder nach Absprache mit der zuständigen Intensivpflegefachkraft aktiv im Pflegeprozess mitzuwirken“, erklärt Manuel Schneider, Pflegerische Klinikleitung der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin am Schwarzwald-Baar Klinikum. Bereits 2023 wurden die Besuchszeiten geöffnet und aufgrund der positiven Erfahrungen hielt man am familienzentrierten Versorgungskonzept fest. „Beispielsweise haben wir 2024 auch ein Intensivtagebuch für Patienten entwickelt, das als Begleiter für diese belastende Zeit gedacht ist und auch nach dem Aufenthalt auf Intensivstation helfen kann, das Erlebte zu verarbeiten“, so Schneider. Im September 2025 folgte dann die erfolgreiche Zertifizierung als „Angehörigenfreundliche Intensivstation“.

Patienten profitieren von Nähe
Eine familienzentrierte Versorgung verbessert das Wohlbefinden, erhöht die Zufriedenheit und sorgt für weniger Delir bei den Betroffenen. „Insbesondere wenn Patienten aufgrund eines Unfalls plötzlich und unerwartet auf der Intensivstation landen, geht dies häufig mir Verwirrtheit einher. Bekannte Gesichter helfen dann dabei, Vertrauen in die Umgebung aufzubauen und zurück in die Realität zu finden“, erläutert die Pflegerische Klinikleitung und führt weiter aus: „Wir verstehen Bezugspersonen als Teil des Heilungsprozesses und wissen, dass für die Angehörigen der Kontakt zu ihren Liebsten ebenfalls von immenser Bedeutung ist.“ Auch Kinder und Jugendliche sind dabei nicht außen vor, sondern erhalten immer Zutritt zur Intensivstation 14/15. Schneider betont: „Die Entscheidung obliegt hierbei den Erziehungsberechtigten. Essenziell sind eine einfühlsame Begleitung und eine kindgerechte Aufklärung durch die Bezugspersonen. Wir unterstützen dabei und bieten auch Spielsachen oder Malbücher für die Kleinen an.“

Gegenseitige Rücksichtnahme fürs Patientenwohl
Offene Besuchszeiten erfordern eine gute Struktur, klare Kommunikation und ehrlichen Austausch. „Es ist wichtig, dass Intensivpflegefachkräfte, Ärzte und Angehörige aufeinander eingehen und einen entspannten Kontakt und Umgangston miteinander pflegen. Nur so kann das Konzept zum Wohle der Patienten Früchte tragen“, weiß die Pflegerische Klinikleitung. „Bei Handlungen am Patienten sind die Intensivpflegefachkräfte daher nach wie vor berechtigt, die anwesenden Bezugspersonen aus dem Zimmer zu bitten. So können sie in Ruhe und konzentriert ihre Aufgaben erledigen. Die Angehörigen können währenddessen zum Beispiel im Besuchszimmer auf der Intensivstation warten.“

Bild:
Gemeinsam freut sich das Team der anästhesiologischen Intensivstation 14/15 über das erhaltene Zertifikat „Angehörigenfreundliche Intensivstation“.

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