Trichterbrust bei Kindern

Korrektur der Trichterbrust mittels minimalinvasiver Operation nach Nuss

Dr. med. Avraam Mastorakis
Direktor der Abteilung Kinder- und Jugendchirurgie
Facharzt für Kinderchirurgie

Tel.: +49 7721 93-4601
Fax: +49 7721 93-94609
E-Mail: avraam.mastorakis@sbk-vs.de

Eine Trichterbrust ist eine meist angeborene Fehlbildung, bei der das Brustbein nach innen einsinkt und die Form eines Trichters annimmt. Meist kommt die Erkrankung in der Pubertät zum Vorschein. Eine Gefahr stellt eine solche Einsenkung der Brust nicht dar, doch viele betroffene Kinder und Jugendliche klagen über Atemnot – besonders beim Sport. Grundsätzlich ist eine Trichterbrust gut behandelbar. Bei einer stark ausgeprägten Trichterbrust empfehlen die Experten ein   schonendes Operationsverfahren: die miminalinvasive Trichterbrustkorrektur nach Nuss.

Krankheitsbild

Die Trichterbrust macht etwa 80 Prozent der Brustwanddeformitäten aus. Fünf bis zehn von 1.000 Kindern sind davon betroffen, Jungen in der Regel dreimal häufiger als Mädchen. Die Ursache für die Entstehung einer Trichterbrust ist eine Störung im Wachstum des Rippenknorpels. In den meisten Fällen wird die Erkrankung in der Pubertät bemerkt, denn sie verstärkt sich mit dem Wachstum der Jugendlichen.

Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, wie stark die Einsenkung ausgeprägt ist. Oftmals machen sich die Symptome beim Sport bemerkbar, dabei klagen Betroffene über Atemnot. In schwereren Fällen belastet eine Trichterbrust den „Motor“ des Körpers stark: Lunge und Herz müssen mit weniger Platz im Brustkorb zurechtkommen, das führt zu einem Sauerstoffmangel und damit zu einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit.

Darüber hinaus kommt es durch den fehlenden Halt an der vorderen Säule des Brustkorbs (Sternum) zu einer Fehlhaltung der Wirbelsäule und somit zur sogenannten Skoliose (seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule) oder Kyphose (Wirbelsäulenkrümmung nach hinten).

Neben den medizinischen Aspekten spielt auch die psychische Belastung der meist jungen Patienten eine große Rolle. Häufig beeinträchtigt die Fehlbildung ihr Selbstwertgefühl.

Diagnose

Eine Trichterbrust ist eine deutlich erkennbare anatomische Fehlstellung der Brust. Charakteristisch dafür ist, dass das Brustbein nach innen steht, wodurch die vordere Brustwand die Form eines Trichters annimmt und eine auffällige „Delle“ in der Brust zu sehen ist. Betroffene sollten sich bei einem Verdacht auf Trichterbrust an den Kinder- oder Hausarzt wenden. Bestätigt sich die Vermutung, kann mittels einer Kernspin- oder Computertomografie das Ausmaß der Deformität erfasst werden.

Therapie

Grundsätzlich ist eine Trichterbrust gut behandelbar und es stehen verschiedene Therapien wie zum Beispiel eine Saugglockenbehandlung oder operative Maßnahmen zur Verfügung. Welche Behandlung sinnvoll und notwendig ist, hängt vom Alter und der Konstitution des Patienten sowie dem Schweregrad der Trichterbrust ab. Bei einer ausgeprägten Trichterbrust oder bei Symptomen raten Experten zur minimalinvasiven Operation nach Nuss.

Operation nach Nuss – minimalinvasives Verfahren zur Korrektur der Trichterbrust

Die minimalinvasive Methode nach Nuss kann sowohl bei jüngeren Kindern als auch bei Erwachsenen angewendet werden. Der Vorteil für die Patienten besteht darin, dass der operative Eingriff vergleichsweise schonend und sicher ist. Mittels zwei kleiner Schnitte wird eine Metallspange in den Brustkorb eingesetzt, welche die nach innen fallende Brustwand nach außen drückt. Diese bleibt für 18 bis 24 Monate im Körper, dann wird sie wieder herausgenommen. Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten und ist mit einem etwa fünftägigen Krankenhausaufenthalt verbunden. Unmittelbar nach der Operation können Patienten bereits wieder spürbar besser Luft holen.

Das Schwarzwald-Baar Klinikum verfügt über eine hohe Expertise auf dem Gebiet der Trichterbrustkorrektur. In der Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie werden im Jahr rund 60 Trichterbrustkorrekturen gemäß dem minimalinvasiven Verfahren nach Nuss vorgenommen.

Kontakt

Schwarzwald-Baar Klinikum
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Dr. med.
Avraam Mastorakis
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