Das Mittelgesicht erstreckt sich aus Sicht der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie von den Augenbrauen bis auf Höhe der Oberkieferzähne. Daher zählen Frakturen des Jochbeins, des Jochbogens, der Augenhöhle, der Kieferhöhle und des Oberkiefers zu den Mittelgesichtsfrakturen.
Krankheitsbild
Hinweise auf Frakturen im Mittelgesicht und den betroffenen Strukturen ergeben sich aus dem Beschwerdebild: so können Jochbein- und Jochbogenfrakturen nach Abschwellung eine Asymmetrie der Gesichtshälften durch Abflachung einer Wange verursachen. Auch das Mundöffnen und -schließen können dauerhaft schmerzhaft bzw. eingeschränkt sein. Frakturen im Bereich der Augenhöhlen (Orbita) können durch Doppelbilder auffallen bzw. durch schmerzhaft eingeschränkte Bewegungen des Auges. Bei ausgeprägten Brüchen des Augenhöhlenbodens scheint das Auge plötzlich weiter hinten und tiefer als das Auge in der unverletzten Gesichtshälfte zu stehen. Gefühlsstörungen der Wange, der Oberlippe, der Oberkieferzähne und des Zahnfleisches, die seit dem Unfall oder der Verletzung aufgetreten sind, können ebenfalls auf eine Knochenverletzung im Mittelgesicht hindeuten.
Diagnose und Therapie
Eine Fraktur oder mehrere Brüche im Mittelgesicht können durch eine dreidimensionale Röntgendiagnostik sicher nachgewiesen werden. Auch eine Einklemmung eines Augenmuskels oder eine Blutung hinter den Augapfel mit Gefährdung des Sehnervs kann so rechtzeitig diagnostiziert und therapiert werden.
Mittelgesichtsfrakturen werden häufig in Vollnarkose durch den Mund operiert und dabei mit zum Teil nur ein Millimeter starken Mini-Titanplatten fixiert. Zu besseren Reposition einer Jochbein- bzw. einer Jochbogenfraktur kann auch gelegentlich ein circa vier Millimeter langer Schnitt in einer Wangenhautfalte erforderlich sein. Brüche im Augenhöhlenboden (Orbitabodenfraktur) werden durch einen transkonjunktivalen (Innenseite des unteren Augenlids) und somit unsichtbaren Zugang operiert und mit resorbierbaren Folien oder mit Titannetzen verstärkt. Noch während der Operation kann durch einen dreidimensionalen Röntgen-Scan die korrekte Position des Bruches und der Stabilisierung bestätigt werden.

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