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Gut zu wissen
17/08/2022
Arthrose vorbeugen: Tipps für gesunde Gelenke
Arthrose ist weltweit die häufigste Gelenkerkrankung. Nicht nur ältere, auch junge Menschen leiden darunter. „Wer rechtzeitig handelt, kann sich gut gegen Arthrose wappnen“, sagt Dr. med. Ladislav Plesak, Leitender Arzt für die Abteilung Orthopädie, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Schwarzwald-Baar Klinikum. Unser Experte gibt praktische Tipps zur Vorbeugung.
Arthrose: Was ist das überhaupt?
„Bei einer Arthrose handelt es sich um einen Gelenkverschleiß“, erklärt Dr. Plesak. Normalerweise bildet der Gelenkknorpel eine schützende Schicht zwischen zwei Knochenenden und verhindert, dass die Knochen aufeinander reiben. „Bei einer Arthrose wird der Knorpel abgebaut oder gar ganz zerstört“, so der Mediziner. Die Knochen reiben im Gelenk direkt aufeinander, ohne jeglichen Schutz. Sie nutzen sich ab und verformen sich, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt.

Grundsätzlich können alle Gelenke im Körper von Arthrose betroffen sein. „Am häufigsten sehen wir die Krankheit an den Händen und Fingern sowie an Knie-, Hüft- und Sprunggelenk“, erläutert der Arzt und ergänzt: „Gerade die gewichtstragenden Gelenke sind beim Stehen, Gehen und Laufen starken Belastungen ausgesetzt. Dabei können Druckspitzen entstehen, die das Zehnfache des Körpergewichts überschreiten.“

Was sind Ursachen für eine Arthrose?
„Der Knorpelverschleiß kann die Folge von Verletzungen, Unfällen, Fehlstellungen oder Fehlbildungen sein“, erklärt Dr. Plesak. Bei X- oder O-Beinen komme es zu einer einseitigen Belastung der Kniegelenke, wodurch sich der Knorpel im Laufe der Zeit abnutzt. „Manche Menschen haben auch von Natur aus eine schwache Knorpelausprägung oder leiden an einer entzündlich-rheumatischen Systemerkrankung, was sekundär zu einer Arthrose führt“, weiß der Experte.

Wie kann man einer Arthrose vorbeugen?
„Ein gesunder Lebensstil ist essenziell, um einer Arthrose entgegenzuwirken“, betont Dr. Plesak. Laut dem Mediziner sind regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung die zwei wichtigsten Bausteine zur Vorbeugung. Darüber hinaus sei es wichtig, ein normales Körpergewicht anzustreben, Rauchen sowie übermäßigen Alkoholgenuss zu vermeiden.
Tipp 1: Gelenkschonende Sportarten wählen
Man könnte meinen, man soll seine Gelenke schonen, doch das Gegenteil ist der Fall: „Wer rastet, der rostet“, bringt es Dr. Plesak auf den Punkt. „Der Knorpel ernährt sich im Wesentlichen über die Gelenkflüssigkeit, die bei jeder Bewegung entsteht. Bewegt man sich kaum, entsteht immer weniger ‚Schmierflüssigkeit‘ und der Knorpel wird anfällig für Verschleiß.“ Sport stärke zudem die stützende Muskulatur rund ums Gelenk. „Zu empfehlen sind gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Aquagymnastik“, sagt der Experte. Vermeiden sollte man hingegen starke Stoßbewegungen, wie zum Beispiel beim Joggen, Fußball- oder Tennisspielen.

Tipp 2: Sich entzündungshemmend ernähren
„Auf dem Speiseplan sollten viel Gemüse, Eiweiß aus Quark, Nüssen oder Hülsenfrüchten und hochwertige pflanzliche Öle stehen“, empfiehlt Dr. Plesak. Anstelle von Fleisch wählt man besser Fisch. Antientzündlich wirken Omega-3-Fettsäuren, die zum Beispiel in Lachs, Hering und Makrele enthalten sind. Pflanzlicher Hauptlieferant für Omega-3-Fettsäuren ist Leinöl. „Zu den entzündungshemmenden Gewürzen gehören Kurkuma, Kreuzkümmel, Pfeffer, Muskat und Koriander“, weiß der Mediziner. „Mein Tipp: Geben Sie morgens eine Messerspitze entzündungshemmende Gewürze und einen Teelöffel Leinöl in den Quark – ein gesunder Start in den Tag.“

Tipp 3: Auf Normalgewicht achten
„Das Risiko für eine Arthrose wird durch Übergewicht stark erhöht“, warnt Dr. Plesak. „Das hohe Körpergewicht belastet zum einen die Gelenke, zum anderen fördert Fettgewebe entzündliche Prozesse im Körper.“ Das Ziel sollte daher sein, Normalgewicht zu erreichen. „Ich empfehle Betroffenen, die Ernährung umzustellen und gleichzeitig durch körperliche Aktivität Muskelmasse aufzubauen“, so der Experte.

Tipp 4: Bei Fehlstellungen mit Orthopäden sprechen
Dr. Plesak betont: „Wer eine angeborene Fehlstellung hat, sollte sich frühzeitig in orthopädische Behandlung begeben.“ Durch korrigierende Maßnahmen wie Einlagen oder auch einen operativen Eingriff lasse sich der Abnutzung des Gelenks gegensteuern. Ebenso sollten Verletzungsfolgen im Blick behalten werden, da sie den Knorpelverschleiß fördern.

Wer bereits an Arthrose erkrankt ist, muss nicht mit den Schmerzen leben: „Durch Krankengymnastik, antientzündliche Ernährung und Medikamente lassen sich die Beschwerden lindern“, so Dr. Plesak. „Bei stark fortgeschrittener Arthrose kann ein Kunstgelenk in Frage kommen.“ Eine hohe Expertise auf diesem Gebiet bietet das Team vom Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung am Schwarzwald-Baar Klinikum. In einer speziellen Endoprothetik-Sprechstunde können sich Patienten umfassend über Ersatzoperationen beraten lassen.

 

Unser Experte:

Dr. med. Ladislav Plesak
Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie
Leitender Arzt für die Abteilung Orthopädie
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Ärztlicher Leiter des Endoprothetik-Zentrums der Maximalversorgung

 

Weitere Informationen:

Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Abt. Orthopädie 

EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung 

 

Kontakt:

Schwarzwald-Baar Klinikum
Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Abteilung Orthopädie
Dr. med. Ladislav Plesak
Sonnhaldenstraße 2
78166 Donaueschingen

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